Binance stellt Derivate- und Futures-Trading in Europa ein – CEO spricht von „kleinen Rückschritten“

Die Krypto-Börse Binance hat bekanntgegeben, das Derivate-Trading in Europa auszusetzen – beginnend mit Deutschland, Italien und Holland.

Trading wird mit sofortiger Wirkung eingestellt

Die Kryptobörse Binance kommt einfach nicht zur Ruhe. Nun schränkt das Unternehmen die angebotenen Dienstleistungen weiter ein: Wie Binance gerade bekanntgegeben hat, wird der Derivatehandel in Europa teilweise eingestellt. In Deutschland, Italien und den Niederlanden können Nutzer mit sofortiger Wirkung keine Futures-Konten mehr eröffnen. Nutzer mit bestehenden Positionen müssen diese bis zu einem noch nicht genannten Datum schließen.

Der Exchange erklärt einer Mitteilung zu dem Schritt:

„Wir evaluieren unsere Produkte kontinuierlich und arbeiten mit unseren Partnern zusammen, um die Bedürfnisse unserer Nutzer zu erfüllen. Heute geben wir bekannt, dass wir unser Angebot an Derivaten in der gesamten europäischen Region abbauen werden, beginnend mit den Niederlanden, Deutschland und Italien.“

Die europäische Region sei ein „sehr wichtiger Markt“ für Binance. Dass die EU proaktive Schritte „zur Harmonisierung der Krypto-Bestimmungen“ unternimmt (sprich: aktiv reguliert), sei „ein positives Zeichen für die Branche“. Bezüglich der nun eingestellten Produkte kommentiert Binance: Man vermarkte die Futures- und Derivatprodukte lokal zwar nicht aktiv, plane aber weiterhin, den Zugang zu diesen Produkten in der Region zu reduzieren. Man wolle die Gelegenheit nutzen, einen konstruktiven Dialog mit globalen Regulierungsbehörden über lokale Anforderungen zu führen.

Wie geht es Binance wirklich?

Der Schritt wirft einmal mehr die Frage auf, wie es der nach Volumen weltgrößten Krypto-Börse wirklich geht. Seit Monaten ist Binance immer wieder im Zusammenhang mit regulatorischen Bedenken in den Schlagzeilen. So hat die britische Finanzaufsichtsbehörde FCA gerade eine Verbraucherwarnung herausgegeben. Demnach ist die Börse „nicht berechtigt, im Vereinigten Königreich regulierte Tätigkeiten auszuüben”. Die britischen Banken Barclays und Santander hindern ihre Kunden seit Kurzem zudem daran, Zahlungen an die Börse zu tätigen.

Auch von den Kaiman-Inseln, aus Polen, Thailand und Italien waren entsprechende Bedenken zu hören. Die thailändische Finanzaufsichtsbehörde hat sogar Strafanzeige gegen Binance gestellt – wegen des „Betriebs ohne Lizenz“.

Die italienische „Commissione Nazionale per le Società e la Borsa“ (CONSOB, die Regierungsbehörde, die für die Regulierung des Wertpapiermarktes zuständig ist), warnt ebenfalls davor, dass Binance nicht autorisiert ist, Dienstleistungen im Land anzubieten. Anlegern wird dringend geraten, „ihre größtmögliche Sorgfalt anzuwenden, um ihre Investitionsentscheidungen in vollem Bewusstsein zu treffen und im Voraus zu überprüfen, dass die Websites, über die sie die Investition tätigen, autorisierten Subjekten zugeordnet werden können“.

Binance-CEO Changpeng Zhao wiegelt derweil ab: Er begrüßt die Regulierung, hält sie für sinnvoll und notwendig. Sein Unternehmen soll nun umstrukturiert werden zu einem „vollständig regulierten Finanzinstitut“. CZ auf Twitter:

„Manchmal sind kleine Rückschläge für ein größeres, langfristiges Wachstum notwendig. Baut weiter.“


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Dieser Artikel wurde zuletzt bearbeitet 30. Juli 2021 12:31

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Veröffentlicht von
Jannis Grunewald

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