Die Bitcoin-Dominanz gilt als wichtiger Indikator für die aktuelle Lage des Krypto-Sektors. Was hinter diesem wichtigen Konzept steckt, wie er berechnet wird, welchen Einflussfaktoren er unterliegt und wie er sich historisch entwickelt hat und in Zukunft entwickeln könnte, sehen wir uns in diesem Beitrag an.

Definition & Berechnungsformel
Die Bitcoin-Dominanz zeigt den Marktanteil von Bitcoin am gesamten Krypto-Markt an. Sie wird in Prozent ausgedrückt und wird mit folgender Formel berechnet:
Bitcoin-Dominanz = (Bitcoin Marktkapitalisierung ÷ Gesamte Krypto-Marktkapitalisierung) × 100.
In der Regel schwankt die Bitcoin-Dominanz zwischen Werten von 40% und 70% und zeigt, wie stark Bitcoin im Vergleich zu allen anderen Kryptowährungen auf dem Markt ist. Liegt sie beispielsweise bei 50%, hat Bitcoin einen Marktanteil von 50% am gesamten Kryptomarkt.
Der Indikator kommt bei vielen Tradern und Analysten zum Einsatz, weil er einen Überblick über die Marktlage gibt. In der bisherigen Historie des Krypto-Sektors kam es häufig nach Phasen einer hohen Bitcoin-Dominanz zu Umschichtungen in Richtung Altcoins, weshalb der Indikator von vielen Marktteilnehmern als Indikator für eine möglicherweise bevorstehende Altcoin-Season genutzt wird.
Historische Übersicht der Dominanzentwicklung
Aus historischer Sicht weist die Entwicklung der Bitcoin-Dominanz starke Schwankungen auf, die sich aus den zyklischen Phasen des Krypto-Sektors ergeben. Im Folgenden skizzieren wir eine historische Übersicht der Dominanzentwicklung anhand verschiedener Marktphasen um damit eine gute Krypto-Prognose ableiten zu können:
- 2013 – 2016: 85 bis 95% – Bitcoin dominiert den gesamten Krypto-Sektor, da Konkurrenten wie Ethereum, Ripple und andere Altcoins noch keine nennenswerten Marktanteile hatten.
- 2017 – 2018: 32 bis 55% – Durch das enorme Wachstum bei Altcoins während der Altcoin-Saison 2017/2018 nahm die Bitcoin-Dominanz rapide ab und sank auf ein historisches Tief von etwa 32%.
- 2018 bis 2020: 55 bis 70% – Im Zuge des Krypto-Winters und des Platzens der ICO-Blase flüchteten viele Anleger in Bitcoin und sorgten damit für einen Anstieg der Bitcoin-Dominanz auf Werte von 55 bis 70%.
- 2020 bis 2021: 40% – Aufgrund neuer Narrative rund um Web3 und DeFi gewannen Projekte wie Ethereum, Cardano und Solana Marktanteile und sorgten für einen Rückgang der Bitcoin-Dominanz auf etwa 40%.
- 2022 bis 2023: 50% – In den Jahren 2022 und 2023 kam es aufgrund des Zusammenbruchs von FTX und dem Crash von Luna erneut zu Umschichtungen in Richtung Bitcoin, die für einen Anstieg der Bitcoin-Dominanz auf über 50% sorgten.
- 2024 bis 2025: 50 bis 60% – Mit der zunehmenden Institutionalisierung des Krypto-Sektors und der Genehmigung der Bitcoin-ETFs kam es zu einer Stabilisierung der Bitcoin-Dominanz bei Werten zwischen 50 und 60%.
Wie beeinflusst die Bitcoin-Dominanz den Krypto-Markt?
Verhältnis zu Altcoins und Altcoin-Saison
Die Bitcoin-Dominanz bewegt sich in der Regel entgegengesetzt zur Kursentwicklung der Altcoins. Fällt die Bitcoin-Dominanz, bedeutet das oft, dass das Kapital von Bitcoin in Altcoins abwandert – dieser Fall wird auch als Altcoin Season bezeichnet. Eine BTC-Dominanz von unter 45% wird von vielen Marktteilnehmern als Signal für eine bevorstehende Altcoin-Rallye gewertet.
Steigt die Dominanz jedoch über 65%, spricht das eher gegen Altcoins. In diesem Fall ziehen Investoren Kapital aus Altcoins ab und schichten in Richtung Bitcoin um. Dieser Effekt verstärkt sich selbst, weil es dadurch zu einem Kursverfall bei Altcoins kommt und sich daher immer mehr Marktteilnehmer auf BTC konzentrieren und sich dadurch die Bitcoin-Dominanz weiter erhöht.
Dominanz in Bull- und Bear-Markets
Die Bitcoin-Dominanz zeigt in unterschiedlichen Marktphasen verschiedene Muster. Am Anfang eines Bull-Markets steigt sie oft an, da Bitcoin als „sicherste“ Kryptowährung wahrgenommen wird und die Kursanstiege damit anführt. Im weiteren Verlauf eines Bullmarkts werden die Marktteilnehmer immer risikofreudiger und schichten daher ihre Gewinne aus Bitcoin in Altcoins um – hierdurch nimmt die Bitcoin-Dominanz ab und man spricht von einer Alt-Season.

In Bärenmarkten passiert hingegen das Gegenteil: Die Dominanz von Bitcoin steigt, weil es als sicherer Hafen im Krypto-Sektor gilt. Gerade institutionelle Investoren verstärken diesen Trend, da sie in unsicheren Zeiten vor allem auf Bitcoin setzen. Dieser Ablauf wiederholte sich in der Vergangenheit regelmäßig.
Zur Übersicht haben wir die Bitcoin-Dominanz in den einzelnen Marktphasen in folgender Tabelle dargestellt:
| Marktphase | Bitcoin-Dominanz | Erklärung |
| Bodenbildung (Accumulation) | Stabil / leicht steigend | Nach einem Bärenmarkt sammelt sich Kapital in Bitcoin |
| Bull-Market Anfang (Markup) | Steigend | Bitcoin führt die Rallye im Bullenmarkt an |
| Bull-Market Mitte (Markup) | Fallend | Anleger schichten Gewinne in Altcoins um – Beginn einer Altcoin-Saison |
| Bull-Market Ende (Distribution) | Schwankend | Kapital wechselt zwischen BTC und Alts – hohe Unsicherheit |
| Bear-Market (Markdown) | Steigend | Anleger flüchten zurück in Bitcoin als sicheren Hafen im Krypto-Sektor |
Bitcoin-Dominanz korrekt interpretieren
Wie Trader die Dominanz nutzen
Professionelle Investoren nutzen die Bitcoin-Dominanz als vielfältiges Werkzeug, wobei es in der Regel für das Portfoliomanagement und das Markttiming eingesetzt wird. Die Bitcoin-Dominanz sollte immer zusammen mit anderen Indikatoren genutzt werden, weil die Aussagekraft der BTC-Dominanz alleine begrenzt ist. Dies liegt daran, dass die Bitcoin-Dominanz gerade in Bezug auf das Timing sowohl ein früher (Leading) als auch ein später Indikator (Lagging) sein kann.
Oftmals kommen folgende Levels der Bitcoin-Dominanz zum Einsatz: Über 65%: Anleger konzentrieren sich auf Bitcoin als sicheren Hafen und setzen weniger auf Altcoins 45–65%: Trader setzen auf eine Mix aus Bitcoin und Altcoins, da weder eine echte Altcoin-Saison noch eine eindeutige Bitcoin-Dominanz erkennbar sind Unter 45%: Gilt als Signal für verstärkte Chancen im Altcoin-Bereich – Investoren nutzen diesen Indikator für einen vermehrten Fokus auf Altcoins.
Typische Fehlinterpretationen vermeiden
In Bezug auf die Interpretation der Bitcoin-Dominanz kommt es häufig zu Fehlannahmen. Drei der wichtigsten Fehlinterpretationen sehen wir uns hier an:
- Fehlannahme 1: Bitcoin-Dominanz ist ein eindeutiger Indikator – Die Bitcoin-Dominanz ist kein eindeutiger Indikator und sollte immer mit anderen Indikatoren kombiniert werden, um Rückschlüsse auf zukünftige Kursentwicklungen ziehen zu können.
- Fehlannahme 2: Hohe Bitcoin-Dominanz ist automatisch bullisch für Bitcoin – Eine hohe Bitcoin-Dominanz ist nicht automatisch bullisch für Bitcoin. Nur, weil Bitcoin aktuell den Krypto-Sektor dominiert, heißt das nicht, dass es bei Bitcoin zu Kurssteigerungen kommen wird. Ganz im Gegenteil: Eine hohe Bitcoin-Dominanz kann je nach Marktzyklus ein Zeichen für einen Bärenmarkt oder einen bevorstehenden Anstieg bei Altcoins sein.
- Fehlannahme 3: Sinkende Dominanz bedeutet immer eine Altcoin-Rallye – Eine sinkende Bitcoin-Dominanz bedeutet nicht, dass es zwangsläufig zu einer Altcoin-Rallye kommen muss. Es ist denkbar, dass aus dem gesamten Sektor Kapital abfließt und die Abflüsse bei Bitcoin größer als bei Altcoins sind – dadurch schrumpft der gesamte Sektor und es kommt nicht zu einer Altcoin-Saison.

Analyse-Tools & Datenquellen im Überblick
CoinMarketCap Übersicht
Bei CoinMarketCap findet man hilfreiche Daten zur Bitcoin-Dominanz. Auf der Plattform wird die Bitcoin-Dominanz sowohl in Zahlen als auch in Grafiken übersichtlich dargestellt. Die Plattform bietet auch einen API-Zugang, über den man alle aktuellen und historischen Daten zur Bitcoin-Dominanz erhält.
Die Daten von CoinMarketCap reichen bis April 2013 zurück und bieten damit eine hervorragende Grundlage für eigene Analysen zum Thema Bitcoin-Dominanz.
Bitcoin Dominanz auf Binance
Bei Binance findet man nur begrenzt Informationen zum Thema Bitcoin-Dominanz. Anders als auf CoinMarketCap gibt es hier nur vereinzelte Wissensartikel und keine große Informationssammlung. Dafür findet man bei Binance aber einen Perpetual-Futures-Contract, der eine Spekulation auf die Entwicklung der Bitcoin-Dominanz ermöglicht.
Analyse via TradingView
TradingView bietet hervorragende Möglichkeiten zur Analyse der Bitcoin-Dominanz. Hier findet man sowohl Charts zur klassischen Bitcoin-Dominanz als auch spezielle Charts zur BTC-Dominanz ohne Ethereum oder auch Stablecoins.
Die Daten für die klassische Dominanz reichen bis ins Jahr 2014 zurück. Besonders positiv: In Tradingview kann man verschiedene Indikatoren auf die Dominanz anlegen oder sie mit anderen Indikatoren und Charts gemeinsam analysieren. Damit hat man bei Tradingview eine umfassende Sammlung an Analysetools.
Bedeutung von RSI in Bezug auf Dominanz
Der RSI (Relative Strength Index) der Bitcoin-Dominanz kann ein nützlicher Indikator in Sachen Markttiming sein. Für den RSI werden in der Regel Grenzen von 30 und 70 gesetzt, die auch bei der Dominanz zum Einsatz kommen können.
Ein RSI-Wert von unter 30 bedeutet, dass sich der Dominanzwert in einer Oversold-Zone befindet, was auf einen Anstieg der Dominanz hindeutet. Rutscht der RSI in diesen Bereich, könnten sich Trader entscheiden, ihre Altcoins zu verkaufen und stattdessen Bitcoin zu kaufen.
Ein Wert von 70 wird als Overbought bezeichnet und könnte einen Hinweis auf eine bevorstehende Abnahme der Dominanz darstellen. Dies könnte von Investoren als Zeichen für eine nahende Altcoin-Saison gesehen werden und als Entscheidungsgrundlage für eine Umschichtung in Richtung Altcoins dienen.
Bei der Betrachtung des RSI sollte man immer beachten, dass er kein alleinstehender Indikator ist und daher mit anderen Indikatoren und Fundamentaldaten kombiniert werden sollte.

Bitcoin-Dominanz mit und ohne Stablecoins
Warum Stablecoins die Aussagekraft verzerren können
Stablecoins wie USDT und USDC fließen in die Berechnung der Gesamtmarktkapitalisierung ein und haben aufgrund ihrer Größe einen signifikanten Einfluss auf die Bitcoin-Dominanz und das Kaufen von Bitcoin. Da Stablecoins in erster Linie als Zwischenwährung genutzt werden und an externe Werte wie den US-Dollar gekoppelt sind, zählen sie nicht zu den klassischen Altcoins.
Deshalb argumentieren manche, dass Stablecoins die Aussagekraft der Dominanz verzerren. Andere wiederum betonen, dass Stablecoins längst ein fester Bestandteil des Krypto-Sektors sind und daher als Konkurrenz zu Bitcoin berücksichtigt werden sollten.
Ob Stablecoins einbezogen oder ausgeklammert werden, hängt letztlich vom Anwendungsfall ab – viele Trader nutzen deshalb beide Varianten, um ein vollständiges Marktbild zu erhalten.
Marktvergleiche mit und ohne Stablecoin-Einfluss
Die Bitcoin-Dominanz fällt ohne Stablecoins in der Regel um 5 bis 10% höher aus, was daran liegt, dass die Gesamtmarktkapitalisierung in der Berechnung abnimmt und dadurch der Anteil von Bitcoin größer wird.
Die Bereinigung um die Stablecoins kann sinnvoll sein, weil die bereinigte Bitcoin-Dominanz für eine bessere Vergleichbarkeit mit der Prä-Stablecoin-Ära ermöglicht und möglicherweise eindeutigere Signale für eine Altcoin-Saison liefert.
Für kurzfristige Analysen kann man aber auch die Stablecoin-Daten einbeziehen, da der Einbezug für eine vollständige Datenbasis sorgt und die tatsächlichen Verhältnisse im Krypto-Sektor widerspiegelt.
Bitcoin-Dominanz heute & Ausblick 2025
Aktuelle Werte im Kontext
Stand August 2025 liegt die Bitcoin-Dominanz bei knapp 59%, was im historischen Kontext ein moderates bis hohes Level ist. Die BTC-Dominanz hat sich in den letzten drei Jahren bei Werten zwischen 50 und 60% eingependelt, was vor allem auf die höhere institutionelle Aktivität und die ETFs zurückzuführen ist.
Diese Faktoren sorgen ebenso wie regulatorische Klarheit und die Etablierung großer Altcoins (bspw. Ethereum, XRP und Solana) dafür, dass die Schwankungen der Bitcoin-Dominanz geglättet wurden und sich der Markt inzwischen in einer entwickelten Phase befindet.
Das bedeutet jedoch nicht, dass es zu gar keinen Schwankungen mehr kommt und die Bitcoin-Dominanz kein relevanter Indikator mehr ist. Der Indikator kann weiterhin hilfreiche Hinweise auf mögliche Marktveränderungen liefern.
Prognosen und mögliche Marktentwicklungen
Für 2025-2026 wird sich laut Krypto-Prognose die Dominanz wahrscheinlich in einem Bereich zwischen 45-60% bewegen, da sich die Bitcoin-Dominanz in den letzten Jahren in diesem Bereich eingependelt hat. Wie sich die Bitcoin-Dominanz in nächster Zeit entwickeln wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Hierzu zählen beispielsweise die Zuflüsse in Bitcoin- und andere Krypto-ETFs, mögliche Entwicklungen im Bereich der Real World Assets (RWA) und etwaige neue Narrative rund um Altcoins wie Ethereum, Solana und Co.
Weitere Einflussfaktoren sind zudem die allgemeine Wirtschaftslage und die Leitzinspolitik der US-Notenbank, da sie einen Einfluss auf die Risikoneigung der Anleger haben.
Fazit: Rolle der Bitcoin-Dominanz im modernen Krypto-Umfeld
Die Bitcoin-Dominanz bleibt trotz der Marktreife eine wichtige Kennzahl für Krypto-Investoren. Obwohl sie im Zuge der höheren Institutionalisierung nur noch geringere Schwankungen aufweist, bietet sie weiterhin wertvolle Informationen für das Portfoliomanagement und/oder das Markttiming.
In Kombination mit anderen Faktoren wie dem RSI, Volumen und fundamentalen Aspekten hilft die Bitcoin-Dominanz, ein Bild von der aktuellen Lage des Krypto-Sektors zu zeichnen.
FAQ
Wieso ist die Dominanz für Trader wichtig?
Die Bitcoin-Dominanz kann für Trader wichtig sein, weil sie wertvolle Informationen für die Bereiche Portfoliomanagement und Timing liefern kann.
Wann sinkt die Dominanz typischerweise?
Die Dominanz sinkt typischerweise, wenn es nach einer Rallye bei Bitcoin zu Umschichtungen in Richtung von Altcoins kommt, da Investoren immer höhere Risiken eingehen, um Renditen zu erzielen.
Ist hohe Dominanz gut oder schlecht für Altcoins?
Eine hohe Dominanz ist nicht per se gut oder schlecht für Altcoins. Eine hohe Dominanz sagt nichts über den Zustand des Altcoin-Sektors aus, sondern zeigt nur die aktuellen Marktanteile im Krypto-Sektor an.
Zuletzt aktualisiert am 29. August 2025

