Wie man in ETFs investiert

Wie man in ETFs investiert
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Immer mehr Anleger suchen nach Alternativen zu den traditionellen Finanzprodukten – dazu gehören etwa das Tages- wie Festgeld oder auch das Sparbuch. Die Niedrigzinspolitik, die seit Jahren von der Europäischen Zentralbank verfolgt wird, macht es nämlich unmöglich, mit derartigen Produkten Gewinne zu erzielen. Eine durchaus interessante Möglichkeit stellen etwa börsengehandelte Indexfonds dar. „Exchange Traded Funds“, die man auch einfach nur als ETFs bezeichnet, sind extrem beliebt geworden. Von Vorteil ist hier der Umstand, dass es sich bei einem ETF um einen Fonds handelt, der die Wertentwicklung des im Vorfeld gewählten Börsenindex, so beispielsweise des S&P 500, nachbildet.

Jeder Privatanleger hat mit ETFs die Möglichkeit, dass er die Geldanlage selbst verwalten kann. Am Ende genügt ein Online-Depot, sodass man am Börsengeschehen teilnehmen und das Vermögen aufbauen kann.

Doch auch wenn ETFs immer beliebter werden, so darf man nie vergessen, dass sich die Märkte auch immer in die andere Richtung bewegen können. Zu glauben, es handle sich hier um eine sehr sichere Anlage, mit der gar man gar kein Geld verlieren kann, wäre also durchaus fatal.

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Der börsengehandelte Indexfonds – ein Überblick

Bei einem ETF handelt es sich um einen Nachbau eines Börsenindex. Im wohl denkbar einfachsten Fall würde die Fondsgesellschaft das Geld des Anlegers nehmen und in all jene Wertpapiere stecken, die sich im Index befinden –  vorwiegend handelt es sich hier um Anleihen oder Aktien. 

Wird als nachfolgendes Beispiel der DAX, der deutsche Aktienindex, herangezogen, so finden sich die 30 größten deutschen Unternehmen in dem gewählten Index. Entscheidet man sich nun für einen ETF, der in weiterer Folge den DAX abbildet, so würde man immer die 30 Aktien, die sich im DAX befinden, nachkaufen. Das heißt, der Wert des ETF entwickelt sich genauso wie der DAX, da dieselben Aktien gewählt wurden. Es kommt also zu einer Abbildung des Marktes.

Ein Aktienindex fasst in der Regel jene Unternehmen zusammen, die den meisten Wert haben – das heißt, der Börsenkurs wird mit der Aktienanzahl multipliziert. Das Ergebnis ergibt sodann den Börsenwert. Dabei handelt es sich auch fast immer um die beliebtesten Unternehmen für Investoren, da man hier durchaus weiß, in stabile Gesellschaften investiert zu haben.

Das Ziel eines börsengehandelten Indexfonds
Man will genau jene Rendite, die auch der Index erzielt. Mit einem ETF will man nicht den Markt schlagen, sondern einfach wie auch günstig am Geschehen teilnehmen und der Mehrheit folgen. Geht es darum, besser als der Markt zu sein, so muss man sich für aktiv gemanagte Fonds entscheiden. Mit einem börsengehandelten Indexfonds ist es unmöglich.

Welche Aktien am Ende im Index zu finden sind, kann sich zudem immer wieder ändern, weil die Zusammenstellung mehrmals pro Jahr überprüft wird. Hier reagiert auch der börsengehandelte Indexfonds – ändert sich nämlich die Index-Zusammensetzung, so kommt es auch gleich zu einer Anpassung, sodass man in keine „falschen“ Gesellschaften investiert.

Ein großer Vorteil, der nicht unterschätzt werden darf –  die Gebühren sind ausgesprochen gering.  Die ETF-Strategie kostet nämlich wesentlich weniger als ein klassischer Fonds, bei der die Aktien einzeln vom Fondsmanager ausgesucht werden müssen. Entscheidet man sich für einen börsengehandelten Indexfonds, so wird man nur eine geringe Provision für den Kauf (die Vermittlung) des ETF bezahlen müssen.

Positiv: Selbst die laufenden Kosten sind ausgesprochen niedrig – in der Regel machen die Kosten gerade einmal ein Siebtel jener Kosten aus, die ein aktiver Fonds verursacht.

Stellt man den passiven Indexfonds dem aktiven Indexfonds gegenüber, so gibt es gravierende Unterschiede, die man im Vorfeld unbedingt berücksichtigen sollte:

 Passive IndexfondsAktive Indexfonds  
Das Anlageziel:Nachbildung des ReferenzindexDen Referenzindex schlagen
Die laufenden Kosten: 0,2 Prozent bis 0,5 Prozent/JahrRund 1,5 Prozent/Jahr
Einmalige Anschaffungskosten: Maximal 0,25 ProzentMaximal 5 Prozent
Gewinnbeteiligung:EntfälltMaximal 20 Prozent der Jahresrendite

Bauarten des Indexfonds

Soll ein bestimmter Aktienindex nachempfunden werden, so kann der Indexfonds hier diverse Wege gehen, um die Aufgabe zu erfüllen. In der Regel wird zwischen zwei Bauarten unterschieden, wobei sich hier auch die Art, wie der Anleger am Ende an den Unternehmensgewinnen beteiligt wird, unterscheiden kann.

Physischer ETF

Werden einfach die im Index vorhandenen Wertpapiere (Aktien) nachgekauft, so spricht der Experte vom physisch replizierenden ETF. Dabei handelt es sich um eine ausgesprochen beliebte Variante, weil physische ETFs verständlich und zudem auch ausgesprochen transparent sind. Der Anleger weiß, in welches Wertpapier sein Geld fließt.

Mitunter kann es aber auch sein, dass nicht alle im Index vorhandenen Aktien gekauft werden – wird nur eine optimierte Auswahl erworben, so handelt es sich um optimized sampling.

Synthetischer ETF

Der ETF-Anbieter kann sich, anstelle die Aktien ständig nachkaufen zu müssen, auch die Wertentwicklung von der Bank zusichern lassen. Die Bank bekommt im Gegenzug einen vom ETF-Anbieter übermittelten Korb, in dem sich bekannte Aktien befinden.

Dabei handelt es sich um einen Tausch, der für beide Seiten am Ende besonders günstig ausfallen kann.

Ausschüttender ETF

Wird vom Unternehmen ein Gewinn erwirtschaftet, so wird dieser in regelmäßigen Abständen an die Anleger ausgeschüttet – dabei handelt es sich um die sogenannte Dividende. Befinden sich im Fonds Aktien, so fließen die Dividenden zuerst an den Fonds. Jedoch kann die Ausschüttung dann an die Anleger weitergegeben werden.

Zu beachten ist jedoch, dass das natürlich den Wert des Fonds verringert. Von Vorteil ist hier jedoch  der Umstand, dass der Anleger sodann mit den Dividenden etwa die anfallenden Steuern bezahlen kann.

Thesaurierender ETF

Natürlich besteht auch die Möglichkeit, dass die Dividenden auch dem Fondsvermögen gutgeschrieben werden. Hier handelt es sich sodann um einen thesaurierenden – also wiederanlegenden – ETF.

Derartige ETFs kann man jenen Anleger empfehlen, die langfristig ein Vermögen aufbauen möchten. Denn natürlich profitieren auch die wiederveranlagten Dividenden von der positiven Wertentwicklung – mitunter kann das Szenario auch mit dem sogenannten Zinseszinseffekt verglichen werden.

Empfehlenswerte Aktienindizes

Ratsam ist, wenn in einen ETF investiert wird, der den globalen Aktienmarkt abdeckt und zudem auch thesaurierend ist, also die Dividenden in das Fondsvermögen fließen lässt. Aus diesem Grund können jene ETFs, die nachfolgende Aktienindizes nachbilden, durchaus empfohlen werden:

1. MSCI World: Hier werden um die 1.600 Aktien aus der industrialisierten Welt abgedeckt.

2. MSCI All Countries World: Hier werden über 2.500 Aktien aus der industrialisierten Welt und auch aus diversen Schwellenländern – dazu gehören etwa China, Brasilien und Indien – gebündelt. Eine breitere Streuung ist fast nicht möglich.

3. MSCI Socially Responsible Index: Hier sind Aktien von rund 400 Unternehmen enthalten, die besondere Sorgfalt auf soziale Standards, Management sowie die Umwelt legen – es handelt sich somit um nachhaltig wirtschaftende Aktiengesellschaften.

EFT Gebühren

Wer ETFs kaufen und in weiterer Folge sicher verwahren möchte, der muss nicht unbedingt eine Filialbank aufsuchen. Zu beachten ist, dass  die Gebühren, die Banken für ein Wertpapierdepot verlangen, natürlich am Gewinn nagen  – sehr wohl kann man auch die Gebühren sparen, sofern man sich für ein kostenloses Online-Depot entscheidet. Derartige Angebote werden in der Regel von Direktbanken oder auch von im Internet agierenden Wertpapierhändlern, den sogenannten Online-Brokern, zur Verfügung gestellt.

Wurde das Depot eröffnet und auch schon die Frage beantwortet, in welchen Index investiert werden soll, so hat es der Anleger beinahe schon geschafft. Nun braucht man nur noch die sogenannte Kennnummer (kurz: WKN) oder Wertpapier-Identifikationsnummer (kurz: ISIN) – einfach die Nummer in das dafür vorgegebene Suchfeld tippen und sodann den Anweisungen folgen, die auf dem Bildschirm erscheinen.

MSCI WorldMSCI All Countries WorldMSCI Socially Responsible Index
iShares ISIN: IE00B4L5Y983iShares ISIN: IE00B6R52259iShares ISIN: IE00B57X3V84
Source ISIN: IE00B60SX394SPDR ISIN: IE00B44Z5B48UBS ISIN: LU0629459743
Xtrackers ISIN: LU0274208692

In der Regel werden ETFs von speziellen Fondsgesellschaften wie auch Banken aufgelegt:

  • In Europa ist die größte wie auch bekannteste ETF-Marke iShares, die zu dem Vermögensverwalter Blackrock gehört.
  • Xtrackers gehört zu der DWS Fondsgesellschaft – diese gehört mehrheitlich zur Deutschen Bank.
  • Lyxor gehören zu der französischen Société Générale.
  • Comstage gehört zu der im deutschsprachigen Raum wohl bekanntesten ETF-Marke, die zu Beginn noch zu der Commerzbank gehörte und jetzt Teil der Société Générale ist.
  • Zu den britischen Anbietern gehören Source und SPDR.

Der richtige Ausstiegszeitpunkt

Jeder Anleger hat die Wahl, entweder monatlich, viertel- oder halbjährlich zu investieren, also immer wieder kleinere Beträge zu bezahlen, oder auch eine größere Summe zu veranlagen. Der Zeitpunkt, wann mit dem Fondssparplan begonnen wird, spielt keine wesentliche Rolle –  viel wichtiger ist der sogenannte Ausstiegszeitpunkt. 

Wer weiß, dass er in den nächsten fünf Jahren das Ersparte benötigt, der sollte nicht damit spekulieren, dass sich die Börsenkurse zu dieser Zeit derart entwickelt haben, dass ein Ausstieg empfohlen werden könnte.

Tipp: Aus diesem Grund ist es ratsam, wenn das ETF-Vermögen immer nur Schritt für Schritt reduziert wird. Das bedeutet, man verkauft immer wieder ETF-Anteile und parkt das sodann freigewordene Geld auf einem Tagesgeldkonto.

Handelt es sich um ein renditeorientiertes Portfolio, so ist es ratsam, wenn der Anleger um die 20 Prozent des Vermögens auf einem Tagesgeldkonto hat, damit er jederzeit einen Zugriff auf einen Teil seines Geldes hat. So kommt er also auch nicht in eine Notlage, wenn nicht vorhersehbare Anschaffungen getätigt werden müssen. Die restlichen 80 Prozent können problemlos in ETFs investiert werden.

Was passiert, wenn Insolvenz angemeldet wird?

Für jeden Fonds wie auch für ETFs gilt:

Geld, das man in Fondsanteile gesteckt hat, ist ein Sondervermögen und somit geschützt. Das heißt, man muss keine Angst haben, sofern man erfährt, dass der ETF-Anbieter Insolvenz anmelden musste – die Fondsanteile gehören immer dem Anleger.

Das Gesetz schreibt hier im Detail vor, dass eine Fondsgesellschaft das Geld der Kunden und die Fondsanteile immer getrennt vom eigenen Unternehmensvermögen aufbewahren muss. Das Geld wird in der Regel bei den unabhängigen Depotbanken verwahrt. Die ETF-Anbieter iShares wie Xtrackers nutzen hier das Angebot der in Luxemburg wie Irland sitzenden State Street Bank. Comstage nutzt hingegen die Dienste der BNP Paribas.

So wird nämlich verhindert, dass das Vermögen der Anleger, sofern es tatsächlich zu einer Pleite der Fondsgesellschaft kommt, direkt in die Konkursmasse fällt, mit der sodann die Ansprüche der Gläubiger bedient werden sollen. Ist die Fondsgesellschaft finanziell am Ende, so wird die Verwaltung des ETF von der Depotbank übernommen. Das kann entweder dauerhaft sein oder mitunter so lange, bis die Fondsanteile von einem anderen ETF-Anbieter gekauft wurden.

Ist hingegen die Depotbank insolvent, so müssen die Fondsanteile in weiterer Folge an einen anderen Treuhänder übergeben werden – ein Vorgang, der auch gesetzlich vorgeschrieben ist. Der neue Treuhänder übernimmt sodann die Rolle als Verwahrstelle. Ein derartiger Vorfall bringt ebenfalls keine Nachteile mit sich.

Fällt der Broker oder auch die Online-Bank, bei dem das persönliche Depot geführt wird, aus, so muss man sich also keine Sorgen machen – es findet sich mit Sicherheit ein Treuhänder, der sodann das Depot übernimmt und zugleich auch zum neuen Ansprechpartner wird.

Welche Methode ist ungefährlicher?

Die Mehrheit der Anleger ist der Meinung, dass es durchaus sicherer ist, wenn der ETF-Anbieter die Indexaktien nachkauft – also physisch repliziert. Wohl auch deshalb, weil man sich dieses Vorgehen auch wesentlich einfacher vorstellen kann.

Anders hingegen, wenn man sich mit den Tauschgeschäften bei den synthetischen Fonds beschäftigt. Aufgrund der Tatsache, dass dieser Prozess nur schwer nachvollzogen werden kann, glaubt man zudem auch, dass es sich hier um eine riskante Variante handelt. Zudem fürchtet man auch, dass man nicht den gesamten Indexwert zurückbekommt, nachdem der ETF-Anbieter Insolvenz angemeldet hat.

Realität: Das Risiko ist am Ende, sofern der Beteiligte – also die Bank als Tauschpartner oder auch der ETF-Anbieter – Insolvenz anmelden muss, bei beiden ETF-Arten ausgesprochen gering. Somit liegt in diesem Fall eigentlich nur die theoretische Wahrscheinlichkeit vor, dass man durch die Pleite eines Beteiligten sodann auch wirklich Geld verliert.

Physischer ETF

Hier kauft der ETF-Anbieter nicht alle Aktien, die sich im Index befinden. Handelt es sich um einen breit gestreuten Index, so etwa um den MSCI World, so besitzt der ETF-Anbieter nur eine optimierte Auswahl, die am Ende ausreicht, damit die Wertentwicklung problemlos abgebildet werden kann.

Jedoch verleiht der Anbieter zeitgleich auch Teile des Aktienbestands an andere Marktteilnehmer, die kurzfristig Aktien benötigen – das können etwa Investmentbanken oder auch Wertpapierhändler sein. Somit kann der ETF Geld hinzuverdienen und sodann auch eine höhere Rendite für die Anleger rausholen.

Die Wertpapierleihe ist natürlich streng reguliert und zudem auch besichert. Das heißt, der Händler, der sich von dem ETF-Anbieter sodann Aktien leiht, muss eine Sicherheit zur Verfügung stellen – so etwa Staatsanleihen hinterlegen. Am Ende jeden Handelstages kommt es sodann zur Überprüfung, ob die Staatsanleihen, die hinterlegt wurden, auch noch den Wert der geliehenen Aktien entsprechen. Ist das nicht der Fall, so muss der Wertpapierhändler weitere Sicherheiten nachschießen.

Mit diesem Vorgehen soll gewährleistet werden, dass sich der Wert des ETFs, obwohl Wertpapiere verliehen wurden, in der Nähe des Indexwerts befindet.

Synthetischer ETF

In diesem Fall lässt sich der ETF-Anbieter A von seinem Tauschpartner Bank B zusichern, dass dieselbe Wertentwicklung wie des Weltaktienindex MSCI erzielt wird. Im Gegenzug baut A das Trägerportfolio mit bekannten wie auch häufig gehandelten Aktien auf – die Wertentwicklung wird wiederum Bank B zugesichert. Die Partner gleichen zudem dann die unterschiedlichen Wertentwicklungen aus. Problematisch könnte es nur dann werden, wenn B Insolvenz anmeldet und die Wertentwicklung – wie vereinbart – nicht mehr liefern könnte.

Würde dieser Fall eintreten, so müsste der ETF-Anbieter A in weiterer Folge auf das eigene Portfolio zurückgreifen und dieses zu Geld machen. Hat der Aktienkorb einen geringeren Wert als der Weltaktienindex MSCI, so müsste der ETF-Anbieter A die Sicherheiten, die von der Bank B hinterlegt wurden, anzapfen und in weiterer Folge verkaufen. Als Sicherheiten sind womöglich Bargeldbestände oder auch Staatsanleihen hinterlegt worden.

Der Anleger muss sich hier in der Regel keine Sorgen machen: In Europa herrscht eine derart strenge Regulierung, sodass Differenzen im Wert, also der Tauschwert, immer besichert werden müssen – seit Anfang 2017 sogar mit 100 Prozent.

Zu beachten ist auch, dass der Tauschwert täglich bestimmt wird – das bedeutet, dass mitunter auch Sicherheiten nachgeschossen werden müssen.

Total Expense Ratio – die wohl wichtigste Kennzahl

Ein Anleger, der herausfinden will, welche Kosten entstehen, wenn man in einen börsengehandelten Indexfonds investiert, sollte sich zuerst mit dem Wertpapierprospekt befassen oder sich die auf den Übersichtsseiten zu findende Total Expense Ratio (kurz: TER) näher ansehen.

Die TER drückt aus, wie stark die Rendite – pro Jahr – gemindert wird. Aus diesem Grund bezeichnet man die Total Expense Ratio auch als Effektivkostenquote oder Gesamtkostenquote.

Zu beachten ist, dass die TER die pauschalen Gebühren umfasst, die bei einem börsengehandelten Indexfonds für folgende Leistungen anfallen:

  • Verwaltung,
  • Erstellen der Anlegerinformationen,
  • Depotbank.

Zudem kommen noch die Mehrwertsteuer wie kleinere Gebühren hinzu. Die ETF-Anbieter schätzen die TER, die monatlich oder auch vierteljährlich vom Fondsvermögen abgezogen wird. In der Regel liegt die TER bei ETFs  zwischen 0,1 Prozent und 0,5 Prozent – und das pro Jahr. 

Transaktionskosten, die dann bezahlt werden, wenn Wertpapiere gekauft oder verkauft werden, sind aber nicht in der TER enthalten. Das heißt, die tatsächlichen Kosten sind immer eine Spur über der TER.

Das Risiko von EFTs

Immer wieder stellt sich nämlich auch die Frage, ob es nicht riskant ist, in ETFs anstelle in klassische Aktienfonds zu investieren.

Vorweg: Wer sich für einen ETF entscheidet, der keinen Nischenmarkt nachbildet, sondern einen großen Aktienindex spiegelt, so ist das Risiko ausgesprochen gering.

Nachfolgende Kritikpunkte liest man immer wieder, wobei diese – zum Teil – kaum Gewicht haben:

1. Mit der immer größer werdenden Marktmacht verstärken ETFs den Abschwung.

Es ist richtig, dass ETFs Aktien verkaufen müssen, sofern im Zuge des Abschwungs Geld von den Anlegern abgezogen wird. Jedoch sollte man nicht glauben, dass das nur bei börsengehandelten Indexfonds der Fall ist – dasselbe gilt auch für die aktiv gemanagten Fonds. Am Ende sind nämlich nicht die Fonds für einen stärkeren Abschwung verantwortlich, sondern das sogenannte „prozyklische Verhalten“ der Anleger.

Man sollte also keine Panikverkäufe tätigen, sondern immer die Ruhe bewahren und sich immer wieder bewusst werden, dass man einen langfristigen Anlagehorizont verfolgt.

2. ETFs halten eindeutig zu wenige Barreserven – in der Abwärtsphase kann man daher seine Anteile nicht loswerden.

In der Regel werden von ETFs weniger Barreserven als bei aktiv gemanagten Fonds gehalten. Die speziellen ETF-Händler, also Market Maker, die im Auftrag der diversen ETF-Fondsgesellschaften eingesetzt sind, werden jedoch wohl die ETF-Anteile abnehmen – die Behauptung, man könne die Anteile der Anleger nicht abnehmen, ist also unrichtig.

Dieses Szenario könnte erst möglich werden, wenn in liquide Nischenmärkte investiert wird, in denen sich kaum Anleger finden. In diesem Fall würde die ETF-Gesellschaft dann die Aktien, die hinterlegt sind, am Markt zu sehr schlechten Preisen oder – im schlimmsten Fall – gar nicht loswerden. Setzt man hingegen auf einen großen Aktienindex, so braucht man jedoch keine Angst vor einem derartigen Szenario zu haben.

3. ETFs sind besonders riskant, wenn sie auf US Dollar lauten.

Es gibt ein paar ETFs auf den MSCI World, die – wie der Index selbst – auf US Dollar lauten. Natürlich besteht hier gegenüber dem Euro ein Währungsrisiko – und zwar dahingehend, dass der Anleger nicht vollständig von der positiven Entwicklung des US Dollar-ETF profitieren kann. Der Anleger muss also etwaige „Abschläge“ hinnehmen, sofern parallel zu der positiven Entwicklung des Index der Euro aufgewertet hat.

An dieser Stelle muss jedoch erwähnt werden, dass Wechselkursänderungen, vor allem bei einem langen Anlagehorizont, kaum eine nennenswerte Rolle spielen. Wichtig ist, dass der Anleger auf eine breite Streuung achtet – und die wird dann erreicht, wenn in den MSCI World investiert wird, in dem sich 1.600 Titel befinden. Hier investiert man schlussendlich auch in 23 Länder.

 

 

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About the Author:

Julia Koch

Seit meinem Studium der BWL interssiere ich mich für die Themen Digitalisierung und Investments und schreibe als freie Autorin unter anderem auf coincierge.de darüber.