Wie funktioniert das Investment per Robo-Advisor?

Wie funktioniert das Investment per Robo-Advisor?
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Sogenannte Robo-Advisor, die aufgrund von Algorithmen in der Lage sind, dem Anleger Vorschläge zu unterbreiten, wie er sein Geld anlegen soll, gibt es seit dem Jahr 2014 auch in Deutschland. Doch hinter der neuen Technologie müssen sich nicht immer frische Firmen befinden, die den Markt mit der neuen Finanz-Technologie überrollen wollen – sehr wohl handelt es sich auch um traditionelle Großbanken, die nun das Angebot zur Verfügung stellen, sich von einem Roboter beraten zu lassen.

Natürlich stellt sich zu Beginn aber doch die Frage, wie erfolgversprechend derartige Technologien überhaupt sind. Sollte man sein Geld tatsächlich einem Roboter anvertrauen?

Befasst man sich intensiver mit der Materie, so wird schnell klar, dass das System durchaus Vor- wie auch nicht zu unterschätzende Nachteile hat.

Was ist ein Robo-Advisor?

Ein Robo-Advisor ist im Endeffekt nichts anderes als eine  internetbasierte Software, die eine Unterstützung darstellt,  wenn der Anleger nach einer Geldanlage Ausschau hält oder sich bereits für ein Produkt entschieden hat, das sodann immer wieder bedient werden muss.

Robos werden fast immer von Anbietern betrieben, die sich im Bereich der Finanztechnologie aufhalten – hier spricht man heutzutage auch gerne von „Fintechs“. Jene junge Firmen, die sodann die Möglichkeit anbieten, die Hilfe eines Robos in Anspruch zu nehmen, versuchen natürlich Kunden zu gewinnen, die in weiterer Folge so investieren, wie das der Roboter vorgeschlagen hat.

In der Regel verfolgt man hier eine passive Investitionsstrategie – vorwiegend empfiehlt der Roboter nämlich börsengehandelte Indexfonds. Dabei handelt es sich um „Exchange Traded Funds“, also kurz: ETFs, die nicht nur kostengünstig sind, sondern zudem auch ausgesprochen ungefährlich.

Jedoch arbeiten nicht nur junge Unternehmen mit Robotern – auch renommierte Banken, die schon seit Ewigkeiten am Markt sind, bieten immer wieder die Dienste der Robos an. Somit kann man auch behaupten, die Zukunft sei gesichert – spätestens dann, wenn die Robos auch dann überzeugen, wenn es einmal ein Börsenbeben gibt, besteht natürlich auch die Gefahr, dass der Mensch als Berater abgelöst wird. Denn man muss schon sagen, dass es von Vorteil sein kann, wenn man sich nicht von seinen Gefühlen leiten lässt.

Noch gab es aber kein gravierendes Börsenbeben, sodass auch nicht gesagt werden kann, wie Robos reagieren, wenn es wirklich einmal steil nach unten geht.

Die Anmeldung

Interessiert man sich für die Dienste eines Robos, so sollten nachfolgende Schritte gesetzt werden:

Schritt 1: Die Anmeldung

Die Anmeldung ist simpel und erinnert in erster Linie an einen gewöhnlichen Registrierungsprozess. Zu Beginn gibt es also keinen Unterschied zwischen der Anmeldung bei einem Online-Broker oder einem Anbieter, der einen Robo-Advisor zur Verfügung stellt.

Schritt 2: Fragen beantworten

Nun muss der Anleger bestimmte Fragen zu seinem Finanzwissen und auch zu seinem Anlageverhalten beantworten. Die Antworten werden sodann ausgewertet und sollen am Ende eine Hilfe sein, damit der Risikotyp des Anlegers herausgefunden wird. Handelt es sich also um einen risikoaffinen oder doch eher um einen sicherheitsorientierten Anleger?

Schritt 3: Nun werden Anlagevorschläge übermittelt

Der Robo-Advisor entscheidet nun auf Basis der Antworten, die der Anleger gemacht hat, welche Anlagevorschläge gemacht werden können. In der Regel werden konkrete Produkte angeboten. Wichtig ist, dass man sich hier nicht für das erstbeste Angebot, das präsentiert wurde, entscheidet, sondern einen Vergleich durchführt – das heißt, man sollte sich alle Vorschläge des Robos ansehen und erst nach genauerer Betrachtung entscheiden.

Schritt 4: Vorschlag annehmen oder doch verändern?

Natürlich muss man nicht genauso investieren, wie das vom Robo-Advisor vorgeschlagen wurde. Der Erstvorschlag kann nämlich auch nach den eigenen Wünschen wie Vorstellungen angepasst werden, sodass am Ende nur eine Art Rahmen bleibt, den der Robo-Advisor geschaffen hat. Ganz egal, bei welchem Anbieter man sich registriert hat – man muss nie so investieren, wie das von Seiten des Robo-Advisor mitgeteilt wird.

Schritt 5: Investieren

Ist man der Meinung, es handelt sich um einen guten und auch erfolgversprechenden Vorschlag oder hat die Idee derart bearbeitet, sodass man nun der Ansicht ist, jetzt ein gutes Produkt zur Verfügung zu haben, geht es natürlich in weiterer Folge um die Umsetzung. Nun kann entweder der Robo-Advisor die ersten Kaufaufträge aufgeben oder mitunter der Anleger selbst. Auch wenn der Robo-Advisor seine Dienste bereits zur Verfügung stellt, so heißt das aber nicht, dass man diese auch gleich zu Beginn in Anspruch nehmen muss.

Schritt 6: Rebalancing

Kommt es zu Aktienkursveränderungen, so verschiebt sich die Balance im Depot. Werden starke Wertsteigerungen dokumentiert, so erhöht sich der Aktienanteil – wer jedoch im Zuge der Befragung angegeben hat, eher ein sicherheitsorientierter Anleger zu sein, so wird nun der Robo-Advisor reagieren und dafür sorgen, dass die Investitionen umgeschichtet werden. Der Robo-Advisor nimmt immer wieder kleinere Änderungen vor, die er entweder selbständig durchführt oder dem Anleger mitteilt, sodass dieser reagiert und die Änderungen durchführt.

Wie viel muss investiert werden?

Aufgrund der Tatsache, dass es immer mehr Robo-Anbieter gibt, sinkt natürlich auch die Mindesteinlagensumme. Denn wenn die Zahl der Anbieter steigt, so verbessern sich auch in weiterer Folge die Konditionen – der Markt ist aktuell derart heiß umkämpft, sodass man, verglichen mit der Zeit, als gerade einmal die ersten Roboter auf den Markt kamen, heute schon Anbieter nutzen kann, die gar keine Mindestanlagesumme vorschreiben. Waren es vor Jahren noch durchschnittlich 5.000 Euro, die als Mindesteinlage investiert werden mussten, so spielt das heute aber überhaupt keine Rolle mehr.

In der Regel genügen für einen Sparplan etwa 50 Euro/Monat, sofern die Dienste eines Roboters in Anspruch genommen werden sollen.

Der Umstand, dass es oft gar keine Mindestanlagesumme gibt oder man bereits einen Sparplan mit 50 Euro/Monat bedienen kann, lockt natürlich auch Anfänger an, die sich bislang noch nie mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Warum auch nicht?

Die aktuelle Niedrigzinspolitik, die von der Europäischen Zentralbank verfolgt wird, scheint in naher Zukunft nicht beendet zu werden – es braucht also Alternativen, sofern man wieder gewinnbringend sein Geld anlegen möchte.

Die unterschiedlichen Service-Stufen im Überblick

Entscheidet man sich für einen Robo-Advisor, so sollte man im Vorfeld überprüfen, welche Aufgaben vom Roboter übernommen werden. Der Grad der sogenannten „Arbeitsabnahme“ kann nämlich ordentlich schwanken – während einige Roboter die gesamte Vermögensverwaltung übernehmen, gibt es auch Robos, die nur als Tippgeber fungieren.

Die vollständige Vermögensverwaltung

Der Anleger richtet das Depot zu Beginn beim auserwählten Anbieter ein. In weiterer Folge werden vom Robo-Advisor alle Anpassungen vorgenommen, die auf Basis der vom Anleger getätigten Einstellungen basieren. Das heißt, das  Programm kauft oder verkauft eigenständig . Aus diesem Grund werden diese Roboter auch von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (kurz: BaFin) überwacht.

Es werden Änderungsvorschläge gemacht

Das Depot wird vom Robo-Advisor betraut, jedoch muss der Anleger zustimmen, bevor es zu Änderungen kommt. Denn während bei der vollständigen Vermögensverwaltung automatisch gekauft wie auch verkauft wird, benötigt der Robo-Advisor hier aber noch die  Zustimmung des Anlegers.  Erst dann, wenn der Anleger zugestimmt hat, kann der Robo-Advisor weitere Schritte setzen.

Der Robo-Advisor als Tippgeber

Mitunter kann es auch sein, dass der Anleger selbst nach einem Fonds suchen muss. Der Robo-Advisor ist hier nämlich nur der Tippgeber – er empfiehlt, setzt aber keine Schritte. Das heißt, der Anleger hat in Wahrheit nur einen elektronischen Berater an seiner Seite, muss jedoch selbst Käufe wie Verkäufe tätigen. In diesem Fall kann der Robo-Advisor als Kontrollorgan verstanden werden.

Die Gebühren

Befasst man sich mit den Kosten, so wird man relativ schnell zu dem Ergebnis kommen, dass die Robos mitunter gar nicht so teuer sind, wie man das zu Beginn vielleicht vermuten würde. Das liegt, wie bereits erwähnt, auch wohl daran, dass es immer mehr Anbieter gibt und man jetzt mit dem Preis runtergehen musste.

Aktuell belaufen sich die Kosten, die für den Robo-Service anfallen, bei rund 0,15 Prozent des veranlagten Betrages. Jedoch können die Gebühren – natürlich abhängig vom Anbieter – pro Jahr auch um 1,0 Prozent steigen.

Hinweis: Die Anlagesumme spielt immer eine wesentliche Rolle – je höher die Summe, umso steiler können die laufenden Kosten steigen.

Zudem darf man nicht außer Acht lassen, dass es auch bei einigen Anbietern eine Gewinnbeteiligung gibt. Das heißt, hier wird ein Teil vom Gewinn abgezogen – die Höhe der Beteiligung ist ebenfalls wieder vom Anbieter abhängig.

Die laufenden Kosten, die Jahr für Jahr zu bezahlen sind, belaufen sich bei durchschnittlich 0,50 Prozent. Zudem darf man nicht außer Acht lassen, dass auch noch weitere Kosten für das Anlageprodukt entstehen können – bei einem ETF, also einem börsengehandelten Indexfonds, sind das mitunter 0,2 Prozent bis 0,4 Prozent/Jahr. Dabei handelt es sich um Kosten, die noch hinzugerechnet werden müssen.

GebührenartGebührenhöhe
Servicekosten0,15 Prozent
Gewinnbeteiligungvariabel
Laufende Kosten0,5 Prozent
Produktkosten, z.B. EFT-Kosten0,2 Prozent bis 0,4 Prozent

Wer den Dienst des Robo-Advisors in Anspruch nimmt, der sollte also im Vorfeld Informationen einholen, wie hoch die Gebühren ausfallen können. Denn man darf nicht vergessen, dass die Gebühren immer an den Gewinnen nagen – achtet man hier darauf, dass keine oder nur sehr geringe Gebühren anfallen, bleibt auch der Gewinn, zumindest zu großen Teilen, verschont.

Worin wird das Geld des Anlegers angelegt?

Wenn das Geld schon einem Roboter anvertraut wird, so will man als Anleger natürlich wissen, in welche Anlageklassen das Geld gesteckt wird.

  • In der Regel setzt der Robo-Advisor auf kostengünstige ETFs.
  • Mitunter gibt es auch Robos, die das Geld in reine Aktienfonds.
  • Wahlweise kann auch in Rohstoffe investiert werden.

Die Vorschläge, die der Robo-Advisor macht, hängen natürlich immer davon ab, wie chancenorientiert der Anleger ist.

Warum schlagen Roboter verstärkt EFTs vor?
Exchange Traded Funds, also börsengehandelte Indexfonds, bilden einen bestimmten Börsenindex nach – so etwa den deutschen DAX, den MSCI World oder auch den Dow Jones. Das Vorgehen, das hier verfolgt wird, ist passiv. Das heißt, man benötigt keinen Fondsmanager, der besser als der Markt sein will. Das ist auch der Grund, warum es sich um ein ausgesprochen günstiges Modell handelt – die jährlichen Kosten liegen, pro Jahr, bei gerade einmal 0,25 Prozent. Bei einem aktiv gemanagten Fonds betragen die Kosten um die 1,5 Prozent, in gravierenden Fällen sogar um die 2 Prozent.
Tipp: Möchte man im Vorfeld wissen, welche Anlageklassen überhaupt zur Verfügung stehen, so lohnt es sich, wenn man einen Blick auf die Homepage des Anbieters wirft. Hier wird man mit Sicherheit eine Übersicht finden.

Zu beachten ist, dass es beim Anlagehorizont natürlich deutliche Unterschiede gibt. Einige Robots setzen vorwiegend auf den börsengehandelten Indexfonds. Hier wird also nur in ETFs investiert.

Andere Finanzdienstleister stellen auch andere Produkte zur Verfügung. Hier entwickelt der Robo-Advisor, aufgrund künstlicher Intelligenz und auch mathematischer Algorithmen, aktive Strategien. Das heißt, der Robo-Advisor kauft oder empfiehlt, aufgrund diverser Prognosen, bestimmte Aktien.

Ein paar wenige Robots gehen sogar einen Schritt weiter – hier hat man sich auf Einzeltitel spezialisiert. An dieser Stelle muss aber erwähnt werden, dass man nur einen geringen Prozentsatz seines Vermögens in einzelne Aktien, also sogenannte Einzeltitel, stecken sollte.

Hier einige Beispiele für diese Robo-Advisor Kategorien:

Investition nur in EFTsEFTs + weitere ProdukteEinzeltitel
VisualvestMonvisoWerthstein
Sutor BankLiqidSolidvest
Scalable CapitalWhitebox
Fintego
Just-EFT
Empfehlenswert sind Investments in ETFs – diese sind einerseits erfolgversprechender und andererseits auch kostengünstiger.

Anhand welcher Kriterien erfolgen die Empfehlungen?

  1. Einerseits sind es regelbasierte Finanzmodelle zur weiteren Bestimmung der Portfolioempfehlungen oder
  2. andererseits passive Modelle, wobei hier die Assets aber vorgeschrieben werden.
Ziel: Am Ende geht es aber immer nur darum, dass man eine Ertragsmaximierung bei einer vom Anleger vorgegebenen Risikostruktur erreicht – die Risikostruktur wird übrigens schon im Zuge der Startbefragung, die bei der Kontoeröffnung folgt, aufgebaut.

Die BaFin empfiehlt, dass man sich mit dem Anlagemodell, das sich hinter dem Robo-Advisor befindet, jedoch ganz genau auseinandersetzt. Hier geht es also auch darum, hinter die Kulissen zu blicken, damit man keine bösen Überraschungen erleben muss. Das heißt, man sollte zu Beginn einmal die Anlagestrategie hinterfragen.

  • Versteht man, wie der Algorithmus funktioniert?
  • Weiß man, welche Konsequenzen sich daraus für das Geld und die Anlage ergeben können?
  • Ist deutlich, welche Chancen und Risiken bestehen?

Ist das Anlageziel, das von Seiten des Anlegers verfolgt wird, aber ausgesprochen komplex, so ist es ratsam, wenn man einen menschlichen Finanzberater kontaktiert. In diesem Fall könnte der Robo-Advisor nämlich durchaus an seine Grenzen stoßen.

Von Vorteil ist der Umstand, dass fast jeder Anbieter, der mit Robos arbeitet, auch Apps zur Verfügung stellt. Das heißt, man kann die Performance des Portfolios zu jeder Zeit verfolgen – ganz egal, ob man sich in der U-Bahn, beim Geschäftsessen oder auch im Wartezimmer des Zahnarztes befindet.

Was versteht man unter Rebalancing?

Bei fast allen Robos gibt es ein einmal im Jahr stattfindendes Rebalancing. Das heißt, hier prüft der Robo-Advisor,  ob die Aufteilung der Geldanlage noch immer der Risikobereitschaft des Anlegers entspricht Zudem kann auch ein etwaiges Übergewicht eines bestimmten Fonds ausgeglichen werden. Stellt der Robo-Advisor also im Zuge der Überprüfung fest, dass der Aktienanteil im Depot zu hoch für die gewählte Risikobereitschaft ist, so wird das Depot in weiterer Folge ausgeglichen, sodass der – beispielsweise – Anleiheanteil wieder steigt, damit automatisch der Anteil der Aktien sind.

Robos mit einer komplexen Technologie, so etwa aus dem Hause Whitebox oder Scalable Capital, achten auch auf die Marktentwicklung und passen das Anlageportfolio dahingehend an. Am Ende ist es natürlich auch Geschmacksache:

  • So gibt es Anleger, die der Meinung sind, die Aufgabe des Robos muss sein, das Depot immer wieder selbständig umzuschichten – warum sollte man sonst die Dienste in Anspruch nehmen?
  • Doch es gibt auch Anleger, die nicht wollen, dass der Roboter hier aktiv in das Geschehen eingreift – hier begnügt man sich mit Empfehlungen. Das heißt, man will nur wissen, ob es mitunter besser wäre, das Depot zu verändern  – also beispielsweise in mehr Anleihen zu investieren, sodass der Aktienanteil sinkt.
Aufgrund der Tatsache, dass hier unterschiedliche Dienstleistungen zur Verfügung gestellt werden, sollte man, bevor man sich für einen Robo-Advisor entscheidet, darauf achten, dass man das für sich passende Angebot in Anspruch nimmt.

Woran erkennt der Privatanleger einen guten Robo-Advisor?

Zu beachten ist, dass sich das Feld der Robo-Advisor teilt – so gibt es Robos, die die Erlaubnis von der BaFin zur Finanzportfolioverwaltung haben, aber auch Roboter, denen eine derartige Erlaubnis noch fehlt. Jedoch wird die Regulierung durch die BaFin immer mehr zum Standard. Das heißt, die Branche wird auch professioneller. Auch als Anleger sollte man darauf achten, in erster Linie nur die Dienste regulierter Anbieter anzunehmen.

Aber neben der Regulierung geht es auch um die Performance, die der Robo-Advisor am Ende tatsächlich bringt. Damit man in Erfahrung bringen kann, wie erfolgreich ein Robo-Advisor ist, sollte man einen Vergleich der unterschiedlichen Anbieter anstellen – mitunter helfen auch Erfahrungsberichte von Anlegern, die ebenfalls problemlos im Internet gefunden werden können.

Beim Angebot kommt es zudem auch darauf an, wie das Portfolio, auf Grundlage der Risikoneigung des Anlegers, erstellt wurde. Das heißt:

  • Wie viele Anlagestrategien und Risikoklassen gibt es?
  • Werden diese mit aktiv gemanagten Fonds oder doch mit ETFs umgesetzt?
  • Zudem muss berücksichtigt werden, dass nicht jeder Robo-Advisor in der Lage ist, einen Sparplan einzurichten.

Zudem geht es auch um die Gebühren. Diese hängen etwa davon ab, ob der Robo-Advisor in aktiv gemanagte Fonds investiert oder sich für ETFs entschieden hat. Der aktiv gemanagte Fonds ist wesentlich teurer als der börsengehandelte Indexfonds. Zu beachten ist auch die sogenannte All-in-Gebühr, die von vielen Anbietern in Rechnung gestellt wird. Teilweise wird auch eine Gewinnbeteiligung verlangt. Das heißt, der Anleger muss auch einen Teil seines Gewinnes abgeben.

Wie gesagt: Die Sicherheit, also ist der Anbieter reguliert, ist extrem wichtig, weil man ja auch die Gewissheit haben möchte, dass es sich um einen seriösen Anbieter handelt, sodass betrügerische Machenschaften ausgeschlossen werden können. Es geht aber, wie bereits ausgeführt, auch um die Frage, welche Gebühren anfallen.

Fazit: Führt man also einen Vergleich durch, so sollte man sich in erster Linie mit den Kosten, sodann mit der Sicherheit – also der Regulierung – und am Ende mit den angebotenen Serviceleistungen auseinandersetzen.

quirion

quirion hat die Vorreiterrolle unter den Robos eingenommen. Die Marke der Quirin Privatbank AG wurde im Jahr 2013 gegründet und ist seit Jahren die Nummer 1 im Bereich der Robos. quirion kann vor allem in den Kategorien „Leistungen“ wie „Gebühren“ überzeugen.

Die Mindesteinlage beläuft sich auf 10.000 Euro. Das mag, vor allem für einen kleinen Privatanleger, eine ausgesprochen hohe Summe sein. Von Vorteil ist aber der Umstand, dass die ersten 10.000 Euro aber dauerhaft kostenfrei sind. Übersteigt der Betrag die Grenze von 10.000 Euro, so wird ein Honorar fällig (0,48 Prozent). Zudem wird von quirion auch ein sogenanntes Comfort-Paket angeboten, das die Beratung per Video-Chat oder auch per Telefon umfasst.

growney

Bei growney handelt es sich um einen Robo-Advisor aus Berlin. Auch wenn der Anbieter noch keine Lizenz von der BaFin besitzt, so kann er dennoch überzeugen:

Die bisherige Performance ist ausgesprochen gut, zudem punktet growney mit einem ausgesprochen kundenfreundlichen Gebührenmodell. Die Servicegebühr, die hier anfällt, ist nämlich gestaffelt. Bis 49.999 Euro fällt eine Gebühr von 0,99 Prozent des Anlagevolumens an. Ab 50.000 Euro muss der Anleger aber nur noch eine Gebühr in der Höhe von 0,39 Prozent bezahlen.

Scalable Capital

Scalable Capital ist der erste Robo-Advisor, der ein Vermögen von über einer Milliarde Euro verwaltet. Das heißt, hier handelt es sich zugleich auch um den Marktführer.

Scalable Capital überzeugt vor allem in den Kategorien „Service“, „Sicherheit“ und „Angebot“. Zu beachten ist, dass es 23 Risikokategorien gibt, die ein ganz klar definiertes Verlustrisiko aufweisen. Das Depot wird übrigens bei der Baader Bank geführt.

Zu den weiteren Top-Anbietern zählen Ginmon und auch Whitebox. Ginmon ist vor allem für Anleger interessant, die einen Sparplan einrichten wollen. Dieser steht bereits ab 50 Euro/Monat zur Verfügung. Das Angebot gibt es zudem auch für Kinder. Whitebox bietet ebenfalls Sparpläne an – und zwar schon ab 5 Euro/Monat. Zudem gibt es 10 Anlagestrategien.

Wie hoch ist die Insolvenzgefahr?

Legen die Robos das Geld des Anlegers in einen börsengehandelten Indexfonds an, so handelt es sich in weiterer Folge um ein Sondervermögen, das auch dann geschützt ist, wenn der Robo-Anbieter Insolvenz anmelden muss. Aber das Geld ist auch dann nicht verloren, wenn die Fondsgesellschaft bankrottgeht.

Befasst man sich also mit der Frage, wie hoch die Gefahr ist, dass man sein Geld verliert, weil der Anbieter oder die Fondsgesellschaft Insolvenz anmelden, so kann ganz klar gesagt werden, dass man hier keine Bedenken haben muss.

Ein Blick in die Zukunft

Der Markt bewegt sich eindeutig. Beinahe monatlich kommen neue Anbieter oder bestehende Robos ändern ihr Vorgehen. Aus diesem Grund muss gesagt werden, dass jegliche Beurteilung nur eine Momentaufnahme ist – das sollte auch berücksichtigt werden, wenn ein Vergleich durchgeführt wird.

Tipp: Vergleichsergebnisse sind gerade nur für ein paar Tage aktuell – wer dann nicht sofort reagiert, sondern erst nach drei oder vier Wochen die Dienste eines Robos in Anspruch nehmen möchte, sollte den Vergleich wiederholen.

Man kann davon ausgehen, dass die künstlichen Intelligenzen wie auch die finanzmathematischen Modelle in naher Zukunft immer ausgereifter und zudem auch umfangreicher werden. Das heißt, die Leistungsfähigkeit der Robos wird stets verbessert werden.

Sehr wohl besteht die Möglichkeit, dass die Robos immer mehr Bereiche erobern werden – wer weiß, vielleicht wird einmal die komplette Finanzverwaltung, inklusive der Steuererklärung, von einem Roboter verwaltet.

Letztes Update:

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Julia Koch

Seit meinem Studium der BWL interssiere ich mich für die Themen Digitalisierung und Investments und schreibe als freie Autorin unter anderem auf coincierge.de darüber.