
Binance soll laut einem aktuellen Bericht auch sieben Wochen nach Ablauf der MiCA-Frist am 1. Juli weiterhin neue Kundenkonten aus der Europäischen Union eröffnen und verifizieren, obwohl die Börse keine MiCA-Lizenz besitzt. Der Bericht wirft damit Fragen zur Umsetzung der Vorgaben für nicht zugelassene Unternehmen auf.
Sandmark-Tests zum Onboarding
Die Kryptoanalyse-Plattform Sandmark hat nach eigenen Angaben am 19. August mehrere Konten aus EU-Ländern eröffnet und verifiziert, darunter aus Österreich, Frankreich, Deutschland, Spanien und Belgien. Die Tests seien teils mit und teils ohne VPN durchgeführt worden.
Laut dem Bericht durchliefen zwei Konten in zwei Ländern eine vollständige KYC-Verifizierung, ohne dass ein Warnhinweis auf die fehlende MiCA-Lizenz erschien. Auf den erfolgreich verifizierten Konten blieben Kryptodienste einschließlich der Einzahlungsfunktion zugänglich.
Binance zog Griechenland-Antrag zurück
Binance hatte zuvor seinen Antrag auf eine MiCA-Lizenz bei den griechischen Aufsichtsbehörden zurückgezogen. Anschließend informierte das Unternehmen Kunden darüber, dass ihre Vermögenswerte sicher seien und Überweisungen sowie Auszahlungen abhängig von Standort und Kontostatus weiterhin möglich bleiben könnten.
Gegenüber Sandmark erklärte Binance laut dem Bericht, Europa nicht aufgegeben zu haben und weiterhin eine MiCA-Lizenz in der Region anzustreben. Das Unternehmen teilte zudem mit, nach der Einführung von MiCA Maßnahmen ergriffen zu haben, damit die Verfügbarkeit seiner Produkte und Dienstleistungen in Europa mit den einschlägigen rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen im Einklang stehe.
ESMA-Vorgaben für nicht zugelassene Unternehmen
Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA gab Leitlinien heraus, nach denen nicht zugelassene Unternehmen ihre EU-Aktivitäten geordnet einstellen und dabei Kundeninteressen sowie Risiken für die Marktintegrität berücksichtigen sollen. Dazu gehört laut den Leitlinien, die Aufnahme neuer europäischer Kunden, die Eröffnung neuer Konten, die Vermarktung von Diensten an EU-Nutzer und die Kundenwerbung in der Region bis zum 1. Juli einzustellen.

Die von Sandmark geschilderten Tests stehen damit den in den ESMA-Leitlinien genannten Vorgaben zur Aufnahme neuer Kunden und zur Eröffnung neuer Konten gegenüber.
FMA verhängt Geldstrafe gegen Bitpanda
Europäische Aufsichtsbehörden verhängen bereits Strafen wegen MiCA-Verstößen. Am 14. August verhängte die österreichische Finanzmarktaufsicht FMA gegen Bitpanda eine Geldstrafe von 70.000 Euro wegen Verstößen gegen Melde- und Marketingvorschriften.

Der Fall verdeutlicht, dass Verstöße gegen die neuen Vorgaben finanzielle Folgen haben können.
Was der Bericht für Nutzer zeigt
Der Bericht beschreibt, dass die Registrierung und Verifizierung neuer EU-Konten bei Binance in den getesteten Fällen weiterhin möglich gewesen sein soll. Zugleich verweist er auf die ESMA-Vorgaben, wonach nicht zugelassene Unternehmen die Aufnahme neuer europäischer Kunden und die Eröffnung neuer Konten einstellen sollen.
Binance erklärte Sandmark zufolge, weiterhin eine MiCA-Lizenz in der Region anzustreben, um langfristig regelkonform tätig zu sein.
Zuletzt aktualisiert am 22. August 2026





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