
Der Vermögensverwalter VanEck hat in seinem aktuellen „Bitcoin Chaincheck“-Bericht festgestellt, dass acht von zwölf Kapitulationssignalen bei Bitcoin ausgelöst wurden, während Langzeitinhaber innerhalb von 30 Tagen 356.000 BTC abgestoßen haben. Verfasst wurde die Analyse von Matthew Sigel, Leiter der Abteilung für digitale Vermögenswerte, und Senior-Analyst Patrick Bush.
Der Bericht versteht die Häufung der Signale nicht als verlässliches kurzfristiges Kaufsignal. VanEck verweist darauf, dass die Renditen in den 90 und 180 Tagen nach vergleichbaren Signalclustern historisch unter der typischen Entwicklung von Bitcoin lagen.
Wie VanEck den Kapitulationsindex misst
Zum Zeitpunkt des Berichts Mitte August notierte Bitcoin bei rund 64.500 US-Dollar, nachdem sich der Kurs in den vergangenen zwei Monaten größtenteils zwischen 58.000 und 66.500 US-Dollar bewegt hatte. Dieser Bereich lag etwa 48 Prozent unter dem Allzeithoch von 126.300 US-Dollar aus dem Oktober 2025.
VanEcks Bericht verfolgt zwölf separate On-Chain- und marktbasierte Kennzahlen, die sich historisch in der Nähe von Zyklustiefs bündeln. Acht davon signalisierten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Alarm. Alle zwölf hatten im Laufe der vergangenen drei Monate zumindest zeitweise die Kapitulationszone erreicht. Nach Einschätzung des Berichts spricht dies dafür, dass der Abschwung breit angelegt ist und nicht nur einen einzelnen Marktbereich betrifft.

Langzeithalter verkaufen, Anteil fällt unter 60 Prozent
Der auffälligste Datenpunkt betrifft das Verhalten der Langzeitinhaber, also Wallets, die Bitcoin seit mindestens 155 Tagen halten. Sie haben binnen 30 Tagen 356.000 BTC verkauft. Dadurch fiel ihr Anteil am Gesamtangebot erstmals seit Monaten unter 60 Prozent, auch wenn ihr absoluter Bestand mit rund 11,84 Millionen BTC weiterhin beträchtlich blieb.
Verkäufe von Langzeitinhabern gegen Ende einer Korrekturphase sind laut VanEck ein Muster, das bereits in früheren Zyklen beobachtet wurde. Es spiegele eher eine Kapitulation von Anlegern wider, die ihre Bestände während des Rückgangs gehalten hatten, als neue kurzfristige Spekulation.
Was die Signale für den Korrekturzyklus bedeuten
Mit Blick auf die drei vorangegangenen Bärenmärkte berechnete VanEck einen Durchschnitt von 12,7 Monaten vom Höchststand bis zum maximalen Kursrückgang. Bitcoin befand sich laut Bericht seit dem Hoch von Anfang Oktober 2025 rund elf Monate in einer Korrekturphase. Sollte der Zyklus dem historischen Muster folgen, könnte ein möglicher Wendepunkt zwischen September und November 2026 liegen.
Diese Einordnung bleibt mit Unsicherheit verbunden. Frühere Zeiträume mit acht bis zwölf gleichzeitig aktiven Signalen brachten in den folgenden 90 und 180 Tagen im Durchschnitt unterdurchschnittliche Renditen hervor. Auf Sicht von einem Jahr hätten Käufe nahe Kapitulationszonen in vergangenen Zyklen dagegen tendenziell die typische Kursentwicklung übertroffen. VanEck weist jedoch darauf hin, dass diese Einschätzung auf einer kleinen Stichprobe beruht, da Bitcoin eine vergleichsweise kurze Handelsgeschichte hat.
Langfristige Einschätzung mit Vorbehalt
VanEck hatte zuvor ein Kursziel von 180.000 US-Dollar für Bitcoin ausgegeben und diese langfristige Haltung trotz der Volatilität im Jahr 2026 weitgehend beibehalten. Der aktuelle Bericht ordnet die aktivierten Kapitulationssignale in diesen längerfristigen Blick ein, ohne daraus eine unmittelbare Trendwende abzuleiten.

Für Anleger bedeutet das laut VanEcks eigener Einordnung vor allem eines: Die aktuellen Signale liefern einen strukturierten Rahmen zur Einschätzung, wie weit die Korrektur fortgeschritten ist. Ein verlässliches Instrument für präzises kurzfristiges Timing sind sie ausdrücklich nicht.
Zuletzt aktualisiert am 20. August 2026




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