
Bitcoin fällt erneut unter die Marke von 64.000 US-Dollar und setzt damit seine zähe Seitwärtsbewegung fort. Aktuell geht es am Kryptomarkt sinnbildlich einen Schritt vor und anschließend wieder zurück. Positiv bleibt, dass sich Bitcoin mittlerweile seit mehr als einem halben Jahr oberhalb der Tiefs des laufenden Bärenmarkts hält. Insbesondere die Unterstützungszone zwischen 58.000 und 60.000 US-Dollar wurde in den vergangenen Monaten mehrfach erfolgreich verteidigt. Dennoch notiert die Kryptowährung weiterhin rund 50 Prozent unter ihrem Allzeithoch. Neue On-Chain-Daten deuten nun darauf hin, dass dem Markt möglicherweise noch eine finale Kapitulationsphase bevorsteht.
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Bitcoin-Prognose: Kurzfristige Anleger realisieren massive Verluste
Im Mittelpunkt der aktuellen Analyse steht die sogenannte Realized Capitalization der Short-Term Holder, kurz STH Realized Cap. Als Short-Term Holder gelten Marktteilnehmer, deren Bitcoin erst seit vergleichsweise kurzer Zeit gehalten werden. Diese Gruppe reagiert meist sensibler auf Kursschwankungen als langfristig orientierte Investoren und verkauft in schwachen Marktphasen häufiger unter Druck.
Die realisierte Kapitalisierung bewertet die vorhandenen Bitcoin nicht zum aktuellen Marktpreis, sondern zu dem Kurs, zu dem die jeweiligen Coins zuletzt auf der Blockchain bewegt wurden. Dadurch lässt sich nachvollziehen, auf welchem durchschnittlichen Kostenniveau bestimmte Anlegergruppen positioniert sind.
STH continue to realize losses, which, cumulatively, are starting to become very significant.
💥STH realized capitalization has undergone a regression of nearly 62% since its peak in October 2025.
This decrease in STH realized cap stems from several typical behaviors that can… pic.twitter.com/mi5XyGrNs5
— Darkfost (@Darkfost_Coc) July 29, 2026
Seit dem Hoch im Oktober 2025 ist die realisierte Kapitalisierung der kurzfristigen Halter laut der dargestellten Analyse um fast 62 Prozent eingebrochen. Dahinter stehen vor allem zwei Mechanismen. Einerseits verkaufen zahlreiche Anleger ihre zuvor zu deutlich höheren Preisen erworbenen Bitcoin mit Verlust. Die entsprechenden UTXOs – also einzelne, noch nicht ausgegebene Bitcoin-Bestände – verschwinden dadurch aus dem höheren Bewertungsbereich.
Andererseits kaufen neue Marktteilnehmer während der Korrektur zu niedrigeren Kursen. Dadurch entstehen neue UTXOs mit einem deutlich geringeren Einstandspreis. Beide Vorgänge drücken die realisierte Kapitalisierung der kurzfristigen Halter mechanisch nach unten.
Historisch erreichte der Rückgang dieser Kennzahl in früheren Bärenmärkten Werte zwischen etwa 70 und 75 Prozent. Mit aktuell rund 62 Prozent nähert sich Bitcoin somit einer Zone, die in vergangenen Zyklen häufig mit einer späten Kapitulationsphase verbunden war.
Das bedeutet jedoch nicht zwingend, dass ein weiterer Crash folgen muss. Bitcoin könnte die aktuelle Bereinigung auch über eine längere Seitwärtsbewegung abschließen. Sollte die Unterstützung bei 58.000 bis 60.000 US-Dollar jedoch brechen, wäre ein letzter deutlicher Ausverkauf durchaus denkbar. Genau eine solche Kapitulation könnte letztlich schwache Hände aus dem Markt drängen und die Grundlage für eine nachhaltigere Bodenbildung schaffen.
Weitere Kapitulations-Metrik erreicht Extremniveau wie im Jahr 2022
Auch die sogenannte Top Buyer Capitulation untermauert das Bild einer weit fortgeschrittenen Marktbereinigung. Die Kennzahl untersucht, wie viele Bitcoin über einen Zeitraum von 30 Tagen mit Verlust an Börsen transferiert werden. Solche Bewegungen gelten häufig als Hinweis darauf, dass Anleger ihre Positionen nicht nur zwischen Wallets verschieben, sondern sie für einen möglichen Verkauf vorbereiten.
Aktuell steigt das Volumen der mit Verlust an Handelsplattformen gesendeten Bitcoin deutlich an. Zugleich erreicht auch der dabei realisierte Verlust in US-Dollar ein außergewöhnlich hohes Niveau. Die Grafik zeigt, dass vergleichbare Ausschläge nur in wenigen Phasen der Bitcoin-Geschichte auftraten – unter anderem während der massiven Kapitulation im Bärenmarkt 2022.
You don't need to see more charts apart from this one on #Bitcoin capitulation.
We've hit #Bitcoin capitulation as it's been just as worse as in 2022.
The inverse of that statement: 2022 was the best period to buy Bitcoin.
Just like it is right now. pic.twitter.com/kHyDoxLGVH
— Michaël van de Poppe (@CryptoMichNL) July 27, 2026
Damit wird sichtbar, wie groß der finanzielle und psychologische Druck auf Anleger inzwischen ist. Viele Käufer, die deutlich höhere Einstiegskurse zahlten, scheinen ihre Hoffnung auf eine schnelle Erholung aufzugeben. Sie übertragen ihre Bitcoin mit Verlust an Börsen und kapitulieren damit möglicherweise nahe einer späten Phase des Abwärtstrends.
Historisch traten solche Extremwerte häufig im Umfeld größerer Tiefpunkte auf. Besonders 2022 erwies sich die damalige Kapitulation rückblickend als attraktive Akkumulationsphase. Dennoch liefert die Metrik kein präzises Kaufsignal und garantiert keinen unmittelbar bevorstehenden Boden.
Kurzfristig können hohe Börsenzuflüsse den Verkaufsdruck sogar weiter verstärken. Mittel- bis langfristig spricht die Entwicklung jedoch dafür, dass zunehmend schwache Marktteilnehmer ausscheiden. Zusammen mit dem Einbruch der realisierten Kapitalisierung kurzfristiger Halter verdichten sich damit die Hinweise, dass Bitcoin bereits eine umfassende Kapitulation erlebt – oder sich zumindest unmittelbar vor deren finaler Phase befindet.
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Zuletzt aktualisiert am 30. Juli 2026





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