1,62 Milliarden Dollar vor erstem Ether-ETF-Abfluss

Ethereum and XRP ETF outflows contrasted with recovering Bitcoin fund inflows in a dark crypto market scene

US-Spot-ETFs für Ether und XRP haben am Mittwoch, dem 2. September 2026, ihre langen Zuflussserien beendet, während sich Bitcoin-Fonds nach einem schwachen Vortag wieder erholten. Ether-ETFs verzeichneten 48 Millionen US-Dollar Nettoabflüsse, nachdem sie zwölf Handelstage in Folge Kapital angezogen hatten, laut Daten von SoSoValue.

Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich: Die Größenordnung der vorangegangenen Serien relativiert den einzelnen Abflusstag. Sowohl Ether- als auch XRP-Fonds hatten zuvor mehrstellige Millionenbeträge über Wochen eingesammelt. Die verfügbaren Daten zeigen unterschiedliche tägliche ETF-Flows bei Bitcoin, Ether und XRP, liefern jedoch keinen Beleg für deren Ursache oder Dauer.

Ether- und XRP-ETFs beenden ihre Zuflussserien

Die Ether-ETFs hatten während ihrer zwölf Handelstage langen Serie insgesamt 1,62 Milliarden US-Dollar eingesammelt, bevor am Mittwoch die Trendwende kam. Angeführt wurden die Abflüsse von BlackRocks iShares Ethereum Trust ETF (ETHA) mit 53,4 Millionen US-Dollar, gefolgt vom Fidelity Ethereum Fund (FETH) mit 26,2 Millionen US-Dollar und dem Grayscale Ethereum Staking ETF (ETHE) mit 23,5 Millionen US-Dollar, wie aus Zahlen von Farside Investors hervorgeht.

Three silver Ethereum Classic cryptocurrency coins resting on a dark black surface.
Photo by Beto Gonsalvo on Pexels

Einen Teil dieser Bewegung glich BlackRocks gestaktes Produkt ETHB mit rund 53 Millionen US-Dollar an Nettozuflüssen aus. Bei XRP verlief die Entwicklung ähnlich: Die Fonds verbuchten 7,2 Millionen US-Dollar Nettoabflüsse und beendeten damit eine elf Sitzungen lange Zuflussserie, die laut SoSoValue rund 170 Millionen US-Dollar eingebracht hatte.

Die kumulierten XRP-ETF-Zuflüsse stiegen damit auf etwa 1,68 Milliarden US-Dollar. Einen früheren Beitrag zu den XRP-ETF-Rekordzuflüssen und dem damaligen Kursrückgang finden Leser bei Coincierge.

Bitcoin-Fonds erholen sich trotz schwächerer Kurse

Während Ether und XRP ihre Serien verloren, drehten Bitcoin-ETFs ins Plus: Am Mittwoch zogen sie 101,2 Millionen US-Dollar an, nachdem sie am Vortag noch 236,5 Millionen US-Dollar an Nettoabflüssen verzeichnet hatten. Die Erholung fiel damit deutlich kleiner aus als der vorangegangene Rückgang.

Close-up of multiple computer monitors displaying real-time stock market data, charts, and ticker symbols
Photo by Rômulo Queiroz on Pexels

Gleichzeitig gaben die Kurse aller drei Kryptowährungen über sieben Tage nach: Ether verlor 3,4 Prozent, XRP 2,4 Prozent und Bitcoin 1,3 Prozent, laut Daten von CoinGecko. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notierten Ether bei 2.407 US-Dollar, XRP bei 1,36 US-Dollar und Bitcoin bei 77.744 US-Dollar.

Weitere Informationen zu den Zuflüssen bei Spot-Bitcoin-ETFs verschiedener Anbieter sind in einem Coincierge-Beitrag zusammengefasst. Ob die Bitcoin-Fonds an die Erholung vom Mittwoch anknüpfen, lässt sich aus den vorliegenden Zahlen allein noch nicht ableiten.

Was die eintägige Flow-Verschiebung tatsächlich zeigt

Ether beendete eine zwölf Handelstage lange Zuflussserie, XRP eine elf Sitzungen lange. Beide Fonds verzeichneten am selben Mittwoch Abflüsse, während Bitcoin von den Abflüssen des Vortags zu 101,2 Millionen US-Dollar Zuflüssen wechselte. Damit dokumentieren die Daten für diesen Handelstag gegenläufige Bewegungen bei den betrachteten ETF-Gruppen.

Die Vorstellung, professionelle Investoren hätten nach einem besonders starken Zuflussmonat gezielt Gewinne mitgenommen oder Risiken reduziert, findet in der Primärquelle keine Bestätigung und bleibt eine unbestätigte Einordnung. Ähnliches gilt für die These, Ether-ETFs hätten im August erstmals eine ähnlich dynamische Zuflussphase wie Bitcoin-Fonds erlebt: Belegt ist hier die zwölf Handelstage lange Ether-Serie mit Zuflüssen von insgesamt 1,62 Milliarden US-Dollar sowie der direkte Tagesvergleich zwischen Mittwoch und Dienstag.

Ein weiterführender Coincierge-Beitrag behandelt Fidelitys Ethereum-ETF mit Staking-Funktion. Die vorliegenden Tagesdaten selbst zeigen, dass ETHB Nettozuflüsse verbuchte, während ETHA, FETH und ETHE Abflüsse auswiesen; über die Gründe für diese Unterschiede treffen sie keine Aussage.

Welche ETF-Flows im September entscheidend werden

Entscheidend wird nun, ob die Abflüsse bei Ether und XRP eine kurze Unterbrechung nach langen Zuflussserien bleiben oder sich in den kommenden Handelstagen fortsetzen. Ebenso offen ist, ob die Bitcoin-ETFs nach ihrer Erholung am Mittwoch weitere Zuflüsse anziehen können oder erneut in die Abflussphase zurückfallen, die noch am Dienstag zu beobachten war.

Belastbare Antworten dazu liefern erst die ETF-Statistiken der kommenden Wochen bei SoSoValue und Farside Investors. Rückschlüsse auf einen dauerhaften Favoritenwechsel zwischen Bitcoin, Ether und XRP lassen die aktuellen Tageszahlen allein nicht zu.

Zuletzt aktualisiert am 3. September 2026

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Tobias FennerExperte für Kryptowährungen

Tobias Fenner beschäftigt sich seit fast einem Jahrzehnt mit der Schnittstelle zwischen digitalen Vermögenswerten und der notorisch komplexen Welt des Steuerrechts. Der in Stuttgart ansässige Experte entwickelte früh eine Leidenschaft für die regulatorische Seite von Krypto, nachdem er feststellte, dass die meisten Enthusiasten weitaus mehr auf Gewinne fokussiert waren als auf das, was passiert, wenn das Finanzamt anklopft. Seine Texte zeichnen sich dadurch aus, dass sie das Wesentliche auf den Punkt bringen – mit einer praktischen, bodenständigen Perspektive, die sowohl Krypto-Neulinge als auch erfahrene Anleger anspricht, die sich mit deutschen und EU-Compliance-Vorgaben auseinandersetzen müssen.

Seine Berichterstattung auf Coincierge.de konzentriert sich auf steuerliche Meldepflichten, die Herausforderungen bei der Einstufung von DeFi, die steuerliche Behandlung von Staking-Einnahmen und die sich ständig weiterentwickelnden Richtlinien des Bundesministeriums der Finanzen (BMF). Tobias ist überzeugt, dass finanzielle Freiheit im Krypto-Raum nur dann sinnvoll ist, wenn die Menschen das Erreichte auch tatsächlich behalten dürfen. Das bedeutet, die Regeln im Detail zu verstehen, anstatt am Jahresende einfach auf das Beste zu hoffen.

Wenn er nicht gerade die neuesten BMF-Schreiben analysiert oder die Krypto-Meldestandards der OECD verfolgt, begeistert sich Tobias fürs Langstrecken-Radfahren und ein – vielleicht etwas übertriebenes – Interesse an Brettspielstrategien. Er schreibt für Leser, die Klarheit statt Hype suchen und die verstehen, dass die vermeintlich langweiligen Facetten von Krypto oft die wichtigsten sind.

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