Nach dem Zusammenbruch der Handelsplattform FTX im Jahr 2022 erhalten Gläubiger nun Rückzahlungen. Die erweisen sich allerdings als große Enttäuschung.
FTX-Gläubiger erhalten keine vollständige Entschädigung
Ein kurzes Rückblick: 2022 brach das Unternehmen FTX zusammen, da es – vereinfacht ausgedrückt – Kundengelder veruntreut hat und keine Risikokontrollen durchführte. Dadurch ging das Vertrauen der Kunden verloren, die massenhaft Beträge abhoben. Summen, die FTX nicht bedienen konnte. Es folgten eine hohe Verschuldung und spekulative Investments, was letztendlich zur Zahlungsunfähigkeit führte.
Nun geht der FTX-Skandal in die nächste Runde. Wie Coindoo berichtete, gab die FTX-Insolvenzverwaltung an, dass Gläubiger etwa 143 Prozent des ursprünglichen Betrags in Fiatwährungen zurückerhalten würden. Während das auf den ersten Blick großzügig erscheint, erweist es sich bei genauerer Betrachtung als Enttäuschung.
Rückzahlung deutlich geringer als gedacht
Der aktive Vertreter der FTX-Gläubiger Sunil hat in einem Beitrag auf der Social-Media-Plattform X kürzlich die Auszahlungen neu bewertet. Seine Berechnungen berücksichtigen die gestiegenen Kurse von Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) und Solana (SOL). Danach fällt die „reale“ Rückzahlung deutlich geringer aus. Sunil schreibt: „Die FTX-Gläubiger sind nicht vollständig entschädigt.“ Das bestätigen auch die Zahlen.
FTX Bankruptcy recovery rates in real crypto terms
FTX creditors are not whole
9% to 46%: Real crypto terms recovery but probably in reality lower as crypto prices higher when 143% paid
Also seen on CT some:
1) Protect known scammers/liars/fraudsters
2) Attack those helping… pic.twitter.com/pUcjIPFsnv— Sunil (FTX Creditor Champion) (@sunil_trades) November 2, 2025
Bei einem Bitcoin-Petitionspreis von rund 16.871 US-Dollar entspricht die Auszahlung von 143 Prozent heute nur noch 22 Prozent des aktuellen Tokenwerts, so Sunil. Ethereum liegt leicht besser bei 46 Prozent, während Solana-Gläubiger lediglich 12 Prozent ihres relativen Wertes zurückerhalten.
Das Problem verursacht das Insolvenzrecht: Forderungen werden in US-Dollar anerkannt. FTX-Kunden besaßen digitale Assets, kein Bargeld. Sie in Fiatwährungen zu entschädigen, ist wie einen gestohlenen Goldbarren zum Preis von 2022 zurückzuzahlen, erklärt Coindoo. Die Währung hat sich geändert, der Marktwert ist gestiegen.
Besteht noch Hoffnung für die FTX-Gläubiger?
Insgesamt hat die FTX-Verwaltung rund zehn Milliarden US-Dollar aufgespürt. Seit Jahresbeginn gingen 1,2 Milliarden US-Dollar vom FTX Recovery Trust an kleinere Gläubiger und fünf Milliarden US-Dollar an größere Gruppen. Die Auszahlungsquoten bewegen sich je nach Gruppe zwischen 54 Prozent und 120 Prozent. Es wird aber noch mehr erwartet.
Einige Blockchain-Projekte verteilen außerdem Airdrops an FTX-Gläubiger, um sie als Early Adopters für sich zu gewinnen. Das ist allerdings nur ein kleiner Trost und gleicht die Verluste nicht aus. Denn der Kryptomarkt hat sich seit der Pleite massiv verändert.
Zum Zeitpunkt der Artikelerstellung notiert beispielsweise der Bitcoin-Kurs (BTC) bei rund 110.300 US-Dollar. Das entspricht einem Zuwachs um 0,29 Prozent innerhalb von 24 Stunden. In den vergangenen sieben Tagen ging es um 2,88 Prozent bergab und auch im Monatsrückblick verzeichnete die Kryptowährung ein Minus um 8,41 Prozent. Dennoch ist der Preis weit vom Stand 2022 entfernt.
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Zuletzt aktualisiert am 2. November 2025




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