
Tudor Investment Corp hat seine Direktbestände an BlackRocks Bitcoin-ETF IBIT zum 30. Juni um 18,9 Prozent auf 688.529 Anteile erhöht. Gleichzeitig sank die gemeldete Call-Position um 85,2 Prozent. Die gegenläufigen Veränderungen ergeben ein komplexeres Bild als eine bloße Aufstockung der Bitcoin-ETF-Position.
Die aktuelle 13F-Meldung an die US-Börsenaufsicht SEC weist drei relevante Zeilen aus: direkt gehaltene IBIT-Anteile sowie Call- und Put-Äquivalente. Zusammengenommen zeigen sie eine Veränderung der offengelegten Positionen, erklären die zugrunde liegende Strategie jedoch nicht.
Was die neue 13F-Meldung konkret zeigt
Laut der aktuellen SEC-Holdings-Tabelle von Tudor Investment stiegen die direkt gehaltenen IBIT-Anteile von 579.083 zum 31. März auf 688.529 zum 30. Juni. Das entspricht einem Zuwachs von 109.446 Anteilen beziehungsweise 18,9 Prozent. Zum Quartalsende bezifferte die Meldung den Wert dieser Direktbestände auf 22,9 Millionen US-Dollar.

Parallel dazu fiel die Zahl der gemeldeten Call-Äquivalente von 998.000 auf 148.000, ein Rückgang um 85,2 Prozent. Die Put-Äquivalente sanken nur leicht von 725.000 auf 715.000, ein Minus von 1,4 Prozent. Zum Stichtag bewertete die Meldung die Call-Zeile mit 4,93 Millionen US-Dollar und die Put-Zeile mit 23,8 Millionen US-Dollar. Über das Motiv hinter dieser Umschichtung enthält die Meldung keine Angaben.
Warum die drei Zeilen keine Netto-Bitcoin-Exposition ergeben
Die Vorgaben des Form-13F-Regelwerks verlangen, dass Optionswerte in Bezug auf den Basiswert angegeben werden. Im vorliegenden Fall sind dies IBIT-Anteile und deren Marktwert zum Quartalsende. Die gemeldeten Beträge entsprechen damit nicht den tatsächlichen Optionsprämien oder dem beizulegenden Zeitwert der Optionen, sondern dem Wert der zugrunde liegenden Wertpapiere.
Die Offenlegung enthält außerdem keine Angaben zu Strike-Preisen, Laufzeiten, Prämien oder dem Zweck der Positionen. Geschriebene Optionen und Short-Positionen werden nach den SEC-Vorgaben ebenfalls nicht erfasst. Eine einfache Addition oder Subtraktion der drei ausgewiesenen Zeilen wäre deshalb kein verlässliches Maß für die tatsächliche gerichtete Bitcoin-Exposition.
Das Verhältnis zwischen Put- und Call-Zeile hat sich dennoch deutlich verändert: Zum 30. Juni war die Put-Zeile rund 4,8-mal so groß wie die Call-Zeile. Drei Monate zuvor hatte die Call-Zeile etwa das 1,4-Fache der Put-Zeile betragen. Der Juni-Schnappschuss ist damit deutlich weniger call-lastig als jener zum 31. März. Eine konkrete Strategie lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Die zeitlichen Grenzen des Quartalsschnappschusses
Die 13F-Meldung erfasst den Bestand zum 30. Juni. Spätere Transaktionen oder Marktbewegungen liegen außerhalb dieses Quartalsschnappschusses und lassen sich aus der Meldung nicht ableiten. Das gilt ebenso für mögliche Veränderungen der Positionen nach dem Stichtag.
Die Offenlegung zeigt daher vor allem die Veränderung im gemeldeten Mix zwischen den beiden Quartalsenden: Tudor Investment hielt mehr direkte IBIT-Anteile, deutlich weniger Call-Äquivalente und nahezu unveränderte Put-Äquivalente. Ob dies auf eine vorsichtigere Ausrichtung, eine Anpassung der Absicherung oder einen anderen Zweck zurückgeht, bleibt aus den verfügbaren Angaben offen.
Zuletzt aktualisiert am 16. August 2026





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