XRP unter Druck: Retail zieht sich zurück, On-Chain-Daten brechen ein

Ripple Relative Strength Index

XRP steht erneut unter Druck: Die On-Chain-Aktivität ist zuletzt deutlich zurückgegangen, während sich Privatanleger offenbar aus dem Netzwerk zurückziehen. Der Kurs notiert bei 1,57 US-Dollar (rund 1,33 Euro) und testet damit eine zentrale Unterstützungszone. Das passiert in einem Marktumfeld, in dem viele Altcoins schwächeln und Bitcoin bei 75.000 US-Dollar schwächelt.

Was zeigen die aktuellen On-Chain-Daten wirklich?

Besonders auffällig ist der Rückgang aktiver Adressen im XRP-Ledger. Mit zuletzt nur noch rund 19.200 aktiven Konten wurde der niedrigste Stand seit fast einem Jahr erreicht. Das deutet klar darauf hin, dass das Interesse des Einzelhandels spürbar nachlässt.

Auch die Umlaufgeschwindigkeit der Token bleibt niedrig. Trotz einzelner Ausschläge fehlt ein stabiler Aufwärtstrend, wie er 2024 zeitweise zu sehen war. Technisch betrachtet spricht das eher für kurzfristige Trades als für echte Nutzung des Netzwerks.

Schwaches Derivate-Interesse verstärkt den Abwärtstrend

Parallel dazu ist das offene Interesse an XRP-Futures auf rund 2,9 Milliarden US-Dollar (etwa 2,7 Mrd. Euro) gefallen. Das ist der niedrigste Wert seit über zwölf Monaten. Für uns ein Zeichen, dass viele Trader Risiko abbauen und sich zurückziehen.

Im Chart bewegt sich XRP weiterhin in einem steilen Abwärtskanal. Der gescheiterte Ausbruch über 2,20 US-Dollar hat das negative Bild verschärft. Solange dieser Bereich nicht zurückerobert wird, bleibt der übergeordnete Trend klar bärisch.

Überverkauft, aber noch kein Befreiungsschlag

Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt aktuell bei etwa 28 Punkten. Das signalisiert einen überverkauften Zustand und erhöht die Chance auf eine technische Gegenbewegung. Ein Anstieg über 50 Punkte wäre nötig, um von einer nachhaltigen Trendwende zu sprechen.

XRP Ripple
Quelle: Tradingview

Fällt XRP per Tagesschluss unter 1,40 US-Dollar, rückt aus unserer Sicht die Zone um 1,20 US-Dollar in den Fokus. Dort liegt die nächste relevante Nachfrage. Erst eine Stabilisierung der On-Chain-Aktivität würde das Risiko weiterer Abgaben mindern.

Ist der Pessimismus übertrieben?

Gegenargumente gibt es durchaus. Zuletzt wurden große XRP-Bestände von Börsen abgezogen, was langfristig das verfügbare Angebot verknappen kann. Zudem sorgten XRP-ETFs zwar für Zuflüsse, diese konnten die Abflüsse im Januar jedoch nicht ausgleichen.

Für deutsche Anleger bleibt die Lage heikel. Solange Nutzung und Netzwerkaktivität nicht anziehen, wirkt jede Kurserholung eher wie eine kurze Verschnaufpause. Die Frage bleibt, ob XRP den Übergang von spekulativem Trading zurück zu echter Nachfrage schafft.

Weitere Hintergründe zum aktuellen Marktumfeld finden sich in unserer Altcoin-Übersicht sowie in der jüngsten Analyse zur XRP-Entwicklung nach der Marktkorrektur.

Zuletzt aktualisiert am 4. Februar 2026

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