SEC prüft sechs neue 3x-ETFs auf Bitcoin, Ether und Rohstoffe

Editorial illustration of leveraged Bitcoin and Ether futures ETFs awaiting regulatory review

Cboe BZX Exchange hat bei der US-Börsenaufsicht SEC die Zulassung für gehebelte Commodity-ETFs beantragt. Vorgesehen sind unter anderem Produkte auf Bitcoin und Ether, die jeweils das Dreifache der täglichen Wertentwicklung ihres Referenzwerts anstreben. Der Antrag erweitert die geplante Produktpalette für Krypto-Exposure in den USA um futuresbasierte Hebelstrategien.

Sechs Fonds mit täglichem Renditeziel

Der Vorschlag umfasst sechs Fonds des Sponsors Volatility Shares LLC: Produkte auf Bitcoin, Ether, Gold, Silber, Rohöl und Erdgas. Jeder Fonds soll vor Gebühren und Kosten das Dreifache der täglichen Wertentwicklung seines jeweiligen Referenzindex anstreben.

Die Krypto-Produkte sollen dieses Ziel über Futures-Kontrakte an der Chicago Mercantile Exchange verfolgen und nicht über einen direkten Bestand an Bitcoin oder Ether. Für die übrigen Rohstoffprodukte nennt der Einreichungsentwurf CME beziehungsweise COMEX als Handelsplätze. Barmittel und geldnahe Mittel sollen als Sicherheiten dienen.

Low-angle exterior view of the Chicago Mercantile Exchange building under a blue sky with American flags.
The historic Chicago Mercantile Exchange building in downtown Chicago.

Um die tägliche Anlagevorgabe zu verfolgen, soll der Sponsor die Zahl der Benchmark-Futures-Kontrakte fortlaufend anpassen. Das dient zum einen dem Ausgleich von Käufen und Rücknahmen, zum anderen der Anpassung des Futures-Exposures an Wertveränderungen der Benchmark. Die Konstruktion ist damit auf tägliche Ziele ausgerichtet und nicht auf eine unveränderte langfristige Position.

Warum eine SEC-Genehmigung nötig ist

Die Fonds sollen als Rohstoffpools unter Aufsicht der Commodity Futures Trading Commission betrieben werden und nicht als klassische Investmentgesellschaften. Für die Börsennotierung ist dennoch eine Genehmigung der SEC erforderlich.

Hintergrund ist die BZX-Regel 14.11(e)(4)(F). Sie untersagt Trusts, Renditen zu erzielen, die einem Vielfachen einer Benchmark entsprechen. Cboe BZX hat die Produkte deshalb nach Abschnitt 19(b) des Securities Exchange Act eingereicht. Der Weg erfordert eine Entscheidung der SEC über die beantragte Regeländerung.

Zusätzlich muss die Registrierung des Trusts über Formular S-1 nach dem Securities Act von 1933 wirksam werden, bevor die Fonds gehandelt werden können. Die regulatorische Prüfung betrifft damit sowohl die Börsennotierung als auch die Struktur der geplanten Produkte.

Futures, tägliche Anpassung und Pfadabhängigkeit

Die angestrebte dreifache Tagesperformance ergibt sich nicht aus einem direkten Kauf der Kryptowährungen, sondern aus dem Einsatz von Futures. Bei solchen Strategien können die konkrete Zusammensetzung des Portfolios, das Rollen von Kontrakten und die tägliche Zielanpassung die Wertentwicklung über mehrere Handelstage beeinflussen.

Gerade bei gehebelten Produkten ist die tägliche Neugewichtung zentral. Die Entwicklung über längere Zeiträume kann daher von der einfachen Multiplikation einer mehrtägigen Bewegung des Referenzwerts abweichen. Mit dem Faktor 3 können sich Volatilitäts- und Pfadabhängigkeitseffekte stärker bemerkbar machen als bei Produkten mit geringerem Hebel.

Volatility Shares LLC bietet laut Antrag bereits 2x-Bitcoin- und Ether-Strategie-ETFs in den USA an. Nach der Darstellung zum Antrag waren zudem in Europa bereits Produkte mit dreifachem täglichem Exposure auf Bitcoin und Ether gestartet. Der Vorstoß von Cboe zielt damit auf ein vergleichbares Segment des US-Marktes.

Was bis zur Entscheidung passiert

Die SEC veröffentlichte die Bekanntmachung zum Antrag am 14. August 2026. Ab der Veröffentlichung im Federal Register hat die Behörde zunächst 45 Tage Zeit, den Vorschlag zu genehmigen, abzulehnen oder ein Verfahren einzuleiten. Stellungnahmen können innerhalb von 21 Tagen nach der Veröffentlichung im Federal Register eingereicht werden.

The U.S. Securities and Exchange Commission building facade featuring the official agency name and seal.
The headquarters of the U.S. Securities and Exchange Commission in Washington, D.C.

Ob die SEC die vorgesehene Struktur der Rohstoffpools sowie die beantragte Börsennotierung akzeptiert, bleibt offen. Erst eine Genehmigung der Regeländerung und ein wirksames Formular S-1 würden die Voraussetzungen für einen Handelsstart schaffen.

Worauf Anleger achten sollten

Die geplanten 3x-Bitcoin- und Ether-ETFs sind auf tägliche Renditeziele ausgelegt. Für die Einordnung sind daher die futuresbasierte Umsetzung, tägliche Anpassungen des Exposures und mögliche Roll-Effekte entscheidend. Die Produktmechanik unterscheidet sich von einem direkten Bestand an Bitcoin oder Ether.

Der Antrag zeigt zugleich, dass sich das Angebot für Krypto-Exposure in den USA zunehmend auch auf derivative Konstruktionen mit täglichen Hebelzielen erstreckt. Bis zur Entscheidung der SEC bleibt offen, ob und in welcher Form diese Fonds an der Cboe BZX Exchange gelistet werden können.

Zuletzt aktualisiert am 17. August 2026

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Tobias FennerExperte für Kryptowährungen

Tobias Fenner beschäftigt sich seit fast einem Jahrzehnt mit der Schnittstelle zwischen digitalen Vermögenswerten und der notorisch komplexen Welt des Steuerrechts. Der in Stuttgart ansässige Experte entwickelte früh eine Leidenschaft für die regulatorische Seite von Krypto, nachdem er feststellte, dass die meisten Enthusiasten weitaus mehr auf Gewinne fokussiert waren als auf das, was passiert, wenn das Finanzamt anklopft. Seine Texte zeichnen sich dadurch aus, dass sie das Wesentliche auf den Punkt bringen – mit einer praktischen, bodenständigen Perspektive, die sowohl Krypto-Neulinge als auch erfahrene Anleger anspricht, die sich mit deutschen und EU-Compliance-Vorgaben auseinandersetzen müssen.

Seine Berichterstattung auf Coincierge.de konzentriert sich auf steuerliche Meldepflichten, die Herausforderungen bei der Einstufung von DeFi, die steuerliche Behandlung von Staking-Einnahmen und die sich ständig weiterentwickelnden Richtlinien des Bundesministeriums der Finanzen (BMF). Tobias ist überzeugt, dass finanzielle Freiheit im Krypto-Raum nur dann sinnvoll ist, wenn die Menschen das Erreichte auch tatsächlich behalten dürfen. Das bedeutet, die Regeln im Detail zu verstehen, anstatt am Jahresende einfach auf das Beste zu hoffen.

Wenn er nicht gerade die neuesten BMF-Schreiben analysiert oder die Krypto-Meldestandards der OECD verfolgt, begeistert sich Tobias fürs Langstrecken-Radfahren und ein – vielleicht etwas übertriebenes – Interesse an Brettspielstrategien. Er schreibt für Leser, die Klarheit statt Hype suchen und die verstehen, dass die vermeintlich langweiligen Facetten von Krypto oft die wichtigsten sind.

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