Die Strategy-Aktie hat sich in den vergangenen sechs Monaten denkbar schlecht entwickelt und rund die Hälfte ihres Marktwerts eingebüßt. Michael Saylor gerät zunehmend unter Druck, da das Geschäftsmodell, extrem hohes Bitcoin-Exposure ohne diversifizierten Cashflow, von Analysten zunehmend als riskant bewertet wird. In schwachen Marktphasen kommen immer mehr Experten daher und kritisieren den Bitcoin-Maxi. Schließlich rutschten sowohl Bitcoin als auch Strategy zuletzt deutlich ab, die hohe Korrelation bleibt natürlich auch gerade an schlechten Tagen bestehen.
Die nächste Nachricht: Ein bekanntes Wall-Street-Haus senkt sein Kursziel um rund 60 Prozent, was Sorgen über Liquiditätsrisiken und potenzielle Bitcoin-Verkäufe beim größten börsennotierten Bitcoin-Treasury der Welt verstärkt. Doch was steckt hinter der neuen Strategy-Prognose von Cantor?
Cantor reduziert Kursziel drastisch
Die Financial Times berichtet aktuell über eine ungewöhnlich scharfe Neubewertung der Strategy-Aktie durch Cantor Fitzgerald. Obwohl die Analysten ihre Kaufempfehlung beibehalten, senkten sie das 12-Monats-Kursziel um rund 60 Prozent – von 560 auf 229 US-Dollar. Aktuell wird die Strategy Aktie mit 180 US-Dollar bepreist, was immerhin noch Aufwärtspotenzial von rund 30 Prozent bedeutet.
Begründet wird die Korrektur mit dem Rückgang des Bitcoin-Preises und der Bewertungskorrektur im gesamten Sektor der digitalen Asset-Treasuries.
Interessant ist, dass Cantor zugleich versucht, die Herabstufung als rational, aber nicht panikgetrieben zu verkaufen. Die Bank listet mehrere Ängste rund um Strategy auf und stuft sie nach Relevanz ein: Ein erzwungener Bitcoin-Verkauf gilt als unwahrscheinlich, da ausreichend Liquidität vorhanden sei; ein möglicher MSCI-Index-Ausschluss wird als realer, aber kurzfristiger Belastungsfaktor gesehen.
$MSTR | 𝐒𝐭𝐫𝐚𝐭𝐞𝐠𝐲: Cantor Fitzgerald reiterates Overweight, slashes 𝐏𝐓 𝐭𝐨 $𝟐𝟐𝟗
Analyst cuts valuation on lower capital market proceeds and mNAV assumptions but sees positive convexity to $BTC upside. pic.twitter.com/ASpFTawUBk
— Hardik Shah (@AIStockSavvy) December 5, 2025
Trotz des neuen Kursziels bleibt Cantor langfristig optimistisch und verweist auf seine bullische Sicht, wonach Bitcoin perspektivisch Gold überholen könnte. Davon würde dann natürlich auch die größte Bitcoin-Treasury der Welt profitieren.
Verkauft Strategy bald seine Bitcoins?
In den vergangenen Wochen häuften sich Spekulationen über mögliche Bitcoin-Zwangsverkäufe bei Strategy, ausgelöst durch Kursdruck und Liquiditätssorgen. Der CEO brachte Verkäufe der BTC-Reserve als letztes Mittel selbst ins Spiel. Cantor widerspricht dieser Sorge jedoch deutlich und betont, dass das Unternehmen über ausreichend Cash und Finanzierungsspielraum verfügt, um Verkäufe zu vermeiden.
There are lots of things to worry about in crypto. Michael Saylor and Strategy selling bitcoin is not one of them.
My latest CIO Memo — "No, Virginia, Strategy Is Not Going to Sell Its Bitcoin" — is linked below.
— Matt Hougan (@Matt_Hougan) December 4, 2025
Auch der Bitwise-CIO Matt Hougan widerspricht in einem ausführlichen Kommentar vehement der These, dass Strategy kurzfristig zu Bitcoin-Verkäufen gezwungen werden könnte.
Laut Hougan existiert zwar eine lange Liste potenzieller Risiken rund um das Geschäftsmodell, doch die gängigen Narrative der Bären seien analytisch schwach. Er argumentiert, dass weder ein Kursrutsch der Aktie noch ein möglicher Ausschluss aus MSCI-Indizes einen automatischen Verkaufszwang erzeugen würden. Strategy verfüge über 1,4 Milliarden Dollar Cash, könne Zinszahlungen langfristig bedienen und habe keine relevanten Fälligkeiten vor 2027. Die Bitcoin-Position, rund 60 Milliarden Dollar schwer, stehe in keinem Verhältnis zu den Verbindlichkeiten. Zusätzlich kontrolliert Michael Saylor rund 42 Prozent der Stimmrechte, wodurch externer Druck unwahrscheinlicher wirkt. Hougan hält daher den Mythos von Zwangsverkäufen für ein Produkt emotionaler Märkte.
Strategy hält 650.000 BTC: Einfluss auf Bitcoin-Prognose groß
Die folgende Grafik zeigt den aktuellen Status quo der größten börsennotierten Bitcoin-Treasuries. An der Spitze steht Strategy (MicroStrategy) mit rund 650.000 BTC, was einem Marktwert von 58,60 Milliarden US-Dollar entspricht und etwa 3,095 Prozent des maximalen Bitcoin-Angebots von 21 Millionen ausmacht. Dahinter folgen deutlich kleinere Positionen: Marathon Digital hält 52.850 BTC im Wert von 4,76 Mrd. US-Dollar. Twenty One Capital (XXI) besitzt 37.229,7 BTC im Wert von 3,36 Mrd. US-Dollar. Weitere nennenswerte Halter sind Metaplanet mit 30.823 BTC (2,78 Mrd. US-Dollar) und Bullish mit 24.340 BTC (2,19 Mrd. US-Dollar).

Die aktuellen Daten unterstreichen die extreme Konzentration. Strategy dominiert das Segment quantitativ deutlich.
Die Zahlen offenbaren, dass Strategy den Markt dominiert. Gerät dieses Schwergewicht ins Wanken, könnten kleinere Bitcoin-Treasuries aufgrund geringerer Liquidität und schwächerer Bilanzstrukturen deutlich schneller unter Druck geraten und nachziehen. Der Einfluss von Strategy auf den Bitcoin-Kurs ist somit kurzfristig groß.
⚡️JP MORGAN: STRATEGY KEY TO BITCOIN’S PRICE
Analysts say Strategy’s ability to keep its enterprise-value-to-BTC ratio above 1 without selling any #Bitcoin is now a major driver of BTC’s near-term direction. pic.twitter.com/Yyree6hQGa
— Coin Bureau (@coinbureau) December 5, 2025
Auch JPMorgan-Analysten betonen, dass Strategy aktuell eine zentrale Rolle für die kurzfristige Bitcoin-Preisbildung spielt. Maßgeblich sei die Fähigkeit des Unternehmens, das Verhältnis von Enterprise Value zu gehaltenem Bitcoin (EV/BTC) über 1 zu halten und zwar ohne Bestände verkaufen zu müssen. Gelingt dies, signalisiere es dem Markt finanzielle Stabilität, hohe Überzeugung und stütze das Sentiment. Fällt das Verhältnis dagegen unter 1, könnte das als Zeichen struktureller Schwäche interpretiert werden.
Zuletzt aktualisiert am 5. Dezember 2025




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