
Bitcoin startet erneut ohne klare Dynamik in den Handel und verliert auf Wochensicht rund zwei Prozent. Während sich die Stimmung an den klassischen Finanzmärkten zuletzt verbesserte, bleibt BTC auffällig schwach. Der S&P 500 markierte nach den jüngsten US-Inflationsdaten sogar ein neues Allzeithoch.
Ein überraschend unveränderter Produzentenpreisindex für Juli reduzierte zugleich die Sorgen vor einer weiteren Zinserhöhung der Federal Reserve. Doch Bitcoin kann von diesem freundlicheren Makroumfeld kaum profitieren. Bei rund 63.000 bis 64.000 US-Dollar notiert die Kryptowährung weiterhin mehr als 50 Prozent unter ihrem Rekordhoch – der übergeordnete Bärenmarkt bleibt damit intakt.
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Bitcoin ohne Stärke: CryptoQuant sieht schwache Spot-Nachfrage
Besonders auffällig ist derzeit, wie wenig Bitcoin auf eigentlich positive makroökonomische Nachrichten reagiert. Genau darin sehen Analysten aus dem CryptoQuant-Umfeld ein Warnsignal. Der US-Produzentenpreisindex stagnierte im Juli gegenüber dem Vormonat, obwohl Ökonomen mit einem Anstieg von 0,2 Prozent gerechnet hatten. Gleichzeitig kühlte sich die jährliche PPI-Inflation deutlich ab. Die Daten reduzierten die Erwartungen an weitere kurzfristige Zinserhöhungen und sorgten bei Aktien für neue Kaufbereitschaft. Bitcoin blieb dagegen weitgehend bei 63.000 bis 64.000 US-Dollar hängen.
Als entscheidenden Faktor nennt die CryptoQuant-Analyse die schwache Nachfrage am Spotmarkt. Besonders deutlich wird diese Entwicklung beim Coinbase Premium Index. Dieser misst vereinfacht den Preisunterschied von Bitcoin auf Coinbase gegenüber Binance und gilt damit als Indikator für die Nachfrage US-amerikanischer Investoren. Ein positiver Wert signalisiert stärkeren Kaufdruck auf Coinbase, während negative Werte auf eine vergleichsweise schwache US-Nachfrage hindeuten.
Why Bitcoin Failed to Rally After CPI and PPI
“This creates an imbalance: weak spot buying, thin liquidity, and elevated leveraged positions. When positive macro news fails to lift price, leveraged longs can begin to unwind.” – By @xwinfinance pic.twitter.com/uf0LSZOEhQ
— CryptoQuant.com (@cryptoquant_com) August 14, 2026
Der Index bewegt sich bereits seit Mai überwiegend im negativen Bereich und liegt aktuell ungefähr bei -0,1 Prozent. Damit fehlt ausgerechnet von US-Investoren jener Spot-Kaufdruck, der für einen nachhaltigen Ausbruch notwendig wäre. Gleichzeitig bleiben die Futures-Märkte vergleichsweise stark positioniert. Daraus entsteht laut Analyse ein ungünstiges Ungleichgewicht: wenig echte Spot-Nachfrage, dünne Liquidität und gleichzeitig gehebelte Positionen.
Wenn selbst konstruktive Nachrichten keinen Kursanstieg auslösen, steigt damit das Risiko, dass Long-Positionen wieder aufgelöst werden. Zusätzlich wartet bei rund 68.700 US-Dollar die Kostenbasis der kurzfristigen Bitcoin-Halter. Steigende Kurse könnten dort erneut auf Verkaufsdruck treffen. Für eine nachhaltigere Trendwende wären deshalb stärkere ETF-Zuflüsse, eine Rückkehr des Coinbase Premiums in den positiven Bereich und deutlich mehr Spotvolumen wichtige Signale. Bis dahin bestätigt die schwache Reaktion auf das verbesserte Makroumfeld eher die weiterhin fragile Verfassung des Bitcoin-Marktes.
USDT-Dominanz bleibt hoch: Kapital wartet weiter an der Seitenlinie
Auch die aktuellen Daten von Swissblock sprechen weiterhin gegen eine klare Trendwende bei Bitcoin. Im Fokus steht dabei die USDT-Dominanz, also der Anteil von Tether an der gesamten Marktkapitalisierung des Kryptomarktes. Steigt diese Kennzahl, parken Anleger vergleichsweise viel Kapital in Stablecoins, statt es in Bitcoin oder Altcoins zu investieren. Genau das ist aktuell weiterhin der Fall: Die USDT-Dominanz bewegt sich mit rund 8,5 Prozent nahe ihrer Hochs und signalisiert damit ein defensives Marktumfeld.
Bitcoin remains trapped in a defensive environment.
USDT Dominance is near its highs but appears to be exhausting. However, every Risk Index rotation into High Risk has given it renewed strength.
USDT Dominance may be topping, but greater capital deployment requires a breakdown… pic.twitter.com/D2lGU9hyXU
— Swissblock (@swissblock__) August 12, 2026
Zwar deutet sich laut Swissblock eine gewisse Erschöpfung dieser Entwicklung an. Für eine nachhaltige Verbesserung reicht das jedoch noch nicht. Entscheidend wäre ein klarer Rückgang unter die wichtige Unterstützungszone, die zuletzt ungefähr im Bereich von sieben Prozent verlief. Erst dann würde sich zeigen, dass wieder stärker Kapital aus Stablecoins in risikoreichere Krypto-Assets fließt.
Auch der BTC Risk Index bleibt vorsichtig. Zwar gab es zuletzt kurzfristige Bewegungen zurück in konstruktivere Bereiche, doch jede Rotation in Richtung „High Risk“ verlieh der USDT-Dominanz bislang erneut Stärke. Damit fehlt weiterhin die Bestätigung für einen echten Regimewechsel. Solange Stablecoins einen so hohen Marktanteil halten und der Risk Index keine nachhaltige Risk-on-Phase bestätigt, bewertet Swissblock Bitcoin-Erholungen eher als Bear-Market-Rallyes denn als Beginn eines neuen Bullenmarktes.
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Zuletzt aktualisiert am 14. August 2026





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