Bitcoin Prognose: Keine Stärke nach Inflationsdaten

Cryptocurrency trading charts displayed on a laptop and monitor.

Bitcoin startet erneut ohne klare Dynamik in den Handel und verliert auf Wochensicht rund zwei Prozent. Während sich die Stimmung an den klassischen Finanzmärkten zuletzt verbesserte, bleibt BTC auffällig schwach. Der S&P 500 markierte nach den jüngsten US-Inflationsdaten sogar ein neues Allzeithoch.

Ein überraschend unveränderter Produzentenpreisindex für Juli reduzierte zugleich die Sorgen vor einer weiteren Zinserhöhung der Federal Reserve. Doch Bitcoin kann von diesem freundlicheren Makroumfeld kaum profitieren. Bei rund 63.000 bis 64.000 US-Dollar notiert die Kryptowährung weiterhin mehr als 50 Prozent unter ihrem Rekordhoch – der übergeordnete Bärenmarkt bleibt damit intakt.

Weiterlesen: Die besten Krypto Presales 2026

Bitcoin ohne Stärke: CryptoQuant sieht schwache Spot-Nachfrage

Besonders auffällig ist derzeit, wie wenig Bitcoin auf eigentlich positive makroökonomische Nachrichten reagiert. Genau darin sehen Analysten aus dem CryptoQuant-Umfeld ein Warnsignal. Der US-Produzentenpreisindex stagnierte im Juli gegenüber dem Vormonat, obwohl Ökonomen mit einem Anstieg von 0,2 Prozent gerechnet hatten. Gleichzeitig kühlte sich die jährliche PPI-Inflation deutlich ab. Die Daten reduzierten die Erwartungen an weitere kurzfristige Zinserhöhungen und sorgten bei Aktien für neue Kaufbereitschaft. Bitcoin blieb dagegen weitgehend bei 63.000 bis 64.000 US-Dollar hängen.

Als entscheidenden Faktor nennt die CryptoQuant-Analyse die schwache Nachfrage am Spotmarkt. Besonders deutlich wird diese Entwicklung beim Coinbase Premium Index. Dieser misst vereinfacht den Preisunterschied von Bitcoin auf Coinbase gegenüber Binance und gilt damit als Indikator für die Nachfrage US-amerikanischer Investoren. Ein positiver Wert signalisiert stärkeren Kaufdruck auf Coinbase, während negative Werte auf eine vergleichsweise schwache US-Nachfrage hindeuten.

Der Index bewegt sich bereits seit Mai überwiegend im negativen Bereich und liegt aktuell ungefähr bei -0,1 Prozent. Damit fehlt ausgerechnet von US-Investoren jener Spot-Kaufdruck, der für einen nachhaltigen Ausbruch notwendig wäre. Gleichzeitig bleiben die Futures-Märkte vergleichsweise stark positioniert. Daraus entsteht laut Analyse ein ungünstiges Ungleichgewicht: wenig echte Spot-Nachfrage, dünne Liquidität und gleichzeitig gehebelte Positionen.

Wenn selbst konstruktive Nachrichten keinen Kursanstieg auslösen, steigt damit das Risiko, dass Long-Positionen wieder aufgelöst werden. Zusätzlich wartet bei rund 68.700 US-Dollar die Kostenbasis der kurzfristigen Bitcoin-Halter. Steigende Kurse könnten dort erneut auf Verkaufsdruck treffen. Für eine nachhaltigere Trendwende wären deshalb stärkere ETF-Zuflüsse, eine Rückkehr des Coinbase Premiums in den positiven Bereich und deutlich mehr Spotvolumen wichtige Signale. Bis dahin bestätigt die schwache Reaktion auf das verbesserte Makroumfeld eher die weiterhin fragile Verfassung des Bitcoin-Marktes.

USDT-Dominanz bleibt hoch: Kapital wartet weiter an der Seitenlinie

Auch die aktuellen Daten von Swissblock sprechen weiterhin gegen eine klare Trendwende bei Bitcoin. Im Fokus steht dabei die USDT-Dominanz, also der Anteil von Tether an der gesamten Marktkapitalisierung des Kryptomarktes. Steigt diese Kennzahl, parken Anleger vergleichsweise viel Kapital in Stablecoins, statt es in Bitcoin oder Altcoins zu investieren. Genau das ist aktuell weiterhin der Fall: Die USDT-Dominanz bewegt sich mit rund 8,5 Prozent nahe ihrer Hochs und signalisiert damit ein defensives Marktumfeld.

Zwar deutet sich laut Swissblock eine gewisse Erschöpfung dieser Entwicklung an. Für eine nachhaltige Verbesserung reicht das jedoch noch nicht. Entscheidend wäre ein klarer Rückgang unter die wichtige Unterstützungszone, die zuletzt ungefähr im Bereich von sieben Prozent verlief. Erst dann würde sich zeigen, dass wieder stärker Kapital aus Stablecoins in risikoreichere Krypto-Assets fließt.

Auch der BTC Risk Index bleibt vorsichtig. Zwar gab es zuletzt kurzfristige Bewegungen zurück in konstruktivere Bereiche, doch jede Rotation in Richtung „High Risk“ verlieh der USDT-Dominanz bislang erneut Stärke. Damit fehlt weiterhin die Bestätigung für einen echten Regimewechsel. Solange Stablecoins einen so hohen Marktanteil halten und der Risk Index keine nachhaltige Risk-on-Phase bestätigt, bewertet Swissblock Bitcoin-Erholungen eher als Bear-Market-Rallyes denn als Beginn eines neuen Bullenmarktes.

Mehr erfahren: Neue Kryptowährungen für 2026 im Überblick

Zuletzt aktualisiert am 14. August 2026

Kryptowährungen sind ein sehr volatiles, unreguliertes Investmentprodukt. Ihr Kapital ist im Risiko.
Vorheriger ArtikelSEC klagt gegen sieben Krypto-Plattformen wegen Anlegerbetrugs
Nächster ArtikelNUSD-Krise legt Risiken synthetischer Dollar offen

Jeder Handel ist riskant. Keine Gewinngarantie. Jeglicher Inhalt unserer Webseite dient ausschließlich dem Zwecke der Information und stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Dies gilt sowohl für Assets, als auch für Produkte, Dienstleistungen und anderweitige Investments. Die Meinungen, welche auf dieser Seite kommuniziert werden, stellen keine Investment Beratung dar und unabhängiger finanzieller Rat sollte immer wenn möglich eingeholt werden.

Martin SchwarzExperte für Kryptowährungen

Martin, mit einem MSc. in Wirtschaftsinformatik und Fokus auf asymmetrischer Kryptographie und M2M-Kommunikation, ist seit 2015 in der Welt von Bitcoin und Kryptowährungen unterwegs. Schon mit 17 begann er mit dem Handel von Kryptowährungen und erwarb seinen ersten Bitcoin. Neben seinem Interesse an Kryptowährungen widmet er sich in seiner Freizeit Online-Casinos und Sportwetten, wo er mit 18 Blackjack-Strategien entwickelte und sogenannte Sure-Bets durchführte. Seine Expertise dokumentierte er frühzeitig als Autor zu Themen wie Kryptowährungen, Trading, Aktien, Casinos und Sportwetten, wodurch er heute als gefragter Experte und Autor mit über 10 Jahren Erfahrung gilt.

Zeige alle Posts von Martin Schwarz

Weiter Lesen

Metaplanet verkauft 10.000 BTC und kauft 11.000 zurück: Der Weg zum Credit Rating
Tobias Fenner
vor 5 Stunden

Metaplanet hat im dritten Quartal 10.000 BTC verkauft und 11.000 zurückgekauft, um Ratingagenturen die...

Lesen Sie Weiter
1.000 BTC bei Binance: On-Chain-Signal o...
Bitcoin zwischen Warnsignal und Halt bei...
Weniger Hebel, mehr Spot-Nachfrage: Bitc...

Fragen und Antworten

Sie haben eine Frage? Unser Experten-Panel beantwortet gerne Ihre Fragen.

Meine Frage posten

Ihre Frage war nicht dabei?

Fragen Sie uns jetzt!

Name*

Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Ihre Frage*

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein