Bitcoin Prognose: Saylor klar – „Fiat das Problem, BTC die Lösung“

A gold Bitcoin coin placed on US dollar bills.

Bitcoin befindet sich weiterhin in einem ausgeprägten Bärenmarkt. Bei einem Kurs von rund 63.000 US-Dollar notiert die Kryptowährung etwa 50 Prozent unter ihrem bisherigen Allzeithoch. Der übergeordnete Abwärtstrend bleibt intakt, während nachhaltiges Kaufinteresse und positives Momentum bislang fehlen. Kurzfristig sprechen die schwache Marktstruktur und die geringe Risikobereitschaft daher gegen eine schnelle Trendwende. Dennoch bleibt der langfristige Investmentcase bestehen.

Strategy-Gründer Michael Saylor verweist nun erneut auf Bitcoins mögliche Rolle als Alternative zu einem Geldsystem, in dem staatliche Währungen langfristig kontinuierlich an Kaufkraft verlieren. Gerade dieser strukturelle Unterschied könnte Bitcoin trotz aktueller Kursschwäche attraktiv machen.

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Michael Saylor: Bitcoin als Antwort auf den Kaufkraftverlust

Michael Saylor bringt seine langfristige Bitcoin-These auf einen einfachen Nenner: Nicht Bitcoin sei das grundlegende Problem, sondern das bestehende Fiatgeldsystem. Unternehmen, Institutionen, Wertpapiere und Technologien, die Bitcoin stärken, seien deshalb Teil einer möglichen Lösung. Gleichzeitig warnt er davor, innerhalb der Bitcoin- und Kryptobranche potenzielle Verbündete vorschnell als Gegner zu betrachten. Unterschiedliche Ansätze könnten diskutiert werden, ohne das gemeinsame Ziel aus den Augen zu verlieren.

Die von Saylor aufgegriffene River-Grafik soll seine Argumentation historisch untermauern. Sie zeigt zahlreiche staatliche Währungen seit dem Jahr 1700 und unterscheidet zwischen noch zirkulierenden Währungen, ersetzten Zahlungsmitteln und Währungen, die in einer Hyperinflation endeten. River leitet daraus die zugespitzte Aussage ab, eine durchschnittliche Fiatwährung existiere lediglich rund 27 Jahre. Diese Zahl sollte allerdings vorsichtig eingeordnet werden: Die Darstellung bezeichnet sich selbst ausdrücklich als repräsentative Auswahl und nicht als vollständige Erfassung sämtlicher Währungen.

Dennoch illustriert die Grafik ein reales strukturelles Risiko. Zahlreiche Währungen wurden infolge politischer Umbrüche, staatlicher Neuordnungen, hoher Inflation oder grundlegender Währungsreformen ersetzt. Selbst besonders langlebige Währungen haben massiv an Kaufkraft verloren. Laut Grafik büßte das britische Pfund langfristig etwa 99,7 Prozent ein, während der US-Dollar seit seiner Einführung ungefähr 97 Prozent seiner Kaufkraft verloren haben soll.

Genau hier setzt Saylors Bitcoin-These an. Fiatgeld kann von Zentralbanken und Staaten grundsätzlich in steigender Menge ausgegeben werden. Bitcoin besitzt dagegen eine programmatisch begrenzte Maximalmenge von 21 Millionen Einheiten. Damit bietet das Netzwerk eine Form digitaler Knappheit, die nicht durch politische Entscheidungen beliebig ausgeweitet werden kann.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Bitcoin kurzfristig stabil oder risikolos wäre. Der aktuelle Bärenmarkt zeigt vielmehr, dass selbst ein langfristig knappes Asset erheblichen Schwankungen, Liquiditätszyklen und spekulativen Übertreibungen unterliegt. Saylors Argument richtet sich deshalb weniger auf die nächsten Wochen als auf einen mehrjährigen oder sogar jahrzehntelangen Anlagehorizont. Der langfristige Investmentcase basiert nicht auf kurzfristigem Momentum, sondern auf der Frage, ob ein begrenztes, global übertragbares und dezentrales Gut dauerhaft gegenüber immer weiter verwässerten Fiatwährungen an Bedeutung gewinnt.

Auch CZ sieht Bitcoin als langfristigen Inflationsschutz

Auch Binance-Gründer Changpeng Zhao, besser bekannt als CZ, vertritt einen langfristig bullischen Blick auf Bitcoin. Seine Argumentation setzt jedoch weniger bei kurzfristigen Kursbewegungen als bei der besonderen Funktion des Assets an. Künstliche Intelligenz könne enorme Produktivitätsfortschritte ermöglichen, Prozesse automatisieren und die wirtschaftliche Effizienz steigern. Als Schutz vor einer fortschreitenden Geldentwertung eigne sich KI jedoch nicht. Bitcoin erfülle aus seiner Sicht genau diese Rolle.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Knappheit. Neue KI-Anwendungen, Modelle und Rechenkapazitäten können fortlaufend entwickelt und ausgebaut werden. Die maximale Bitcoin-Menge ist dagegen dauerhaft auf 21 Millionen Einheiten begrenzt. Dieses feste Angebot lässt sich weder durch eine Zentralbank noch durch ein Unternehmen oder eine Regierung nachträglich erhöhen. Steigt gleichzeitig die Nachfrage, könnte diese strukturelle Knappheit langfristig den Wert stützen.

CZ stellt Bitcoin und künstliche Intelligenz damit nicht als direkte Konkurrenten gegenüber. Beide Technologien erfüllen vielmehr unterschiedliche Funktionen: KI steigert Produktivität, während Bitcoin als knappes digitales Gut Kaufkraft über längere Zeiträume sichern soll. Gerade in einem Umfeld wachsender Staatsverschuldung, steigender Geldmengen und wiederkehrender Inflation bleibt CZ deshalb grundsätzlich optimistisch.

Der aktuelle Bärenmarkt verändert diesen langfristigen Investmentcase aus seiner Sicht offenbar nicht. Entscheidend sei vielmehr Bitcoins unveränderbare Geldpolitik, die das Asset von klassischen Fiatwährungen und nahezu allen anderen digitalen Technologien unterscheidet.

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Zuletzt aktualisiert am 17. Juli 2026

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Martin SchwarzExperte für Kryptowährungen

Martin, mit einem MSc. in Wirtschaftsinformatik und Fokus auf asymmetrischer Kryptographie und M2M-Kommunikation, ist seit 2015 in der Welt von Bitcoin und Kryptowährungen unterwegs. Schon mit 17 begann er mit dem Handel von Kryptowährungen und erwarb seinen ersten Bitcoin. Neben seinem Interesse an Kryptowährungen widmet er sich in seiner Freizeit Online-Casinos und Sportwetten, wo er mit 18 Blackjack-Strategien entwickelte und sogenannte Sure-Bets durchführte. Seine Expertise dokumentierte er frühzeitig als Autor zu Themen wie Kryptowährungen, Trading, Aktien, Casinos und Sportwetten, wodurch er heute als gefragter Experte und Autor mit über 10 Jahren Erfahrung gilt.

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