
BitGo Korea hat am 18. August 2026 die Registrierung als Virtual Asset Service Provider (VASP) von der koreanischen Financial Intelligence Unit erhalten und darf damit Custody-, Verwaltungs- und Transferdienste für institutionelle Kunden anbieten. Der Zeitpunkt ist bemerkenswert: Nur einen Tag später verschärfte Südkorea seine Eintrittshürden für Kryptounternehmen erheblich.
Die Registrierung richtet sich explizit an Finanzinstitute, Vermögensverwalter, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen. Eine Genehmigung für den Betrieb einer Retail-Börse oder einer Won-basierten Handelsplattform ist damit ausdrücklich nicht verbunden.
Wie BitGo den regulatorischen Marktzugang schaffte
Statt ein bereits registriertes koreanisches Unternehmen zu übernehmen, baute BitGo seine lokale Einheit 2024 von Grund auf neu auf und durchlief den vollständigen Zulassungsprozess Südkoreas selbst. Dazu gehörten der Aufbau lokaler Anti-Geldwäsche-Kontrollen, Sicherheitssysteme und operativer Infrastruktur sowie die Zertifizierung nach dem Information Security Management System.
BitGo-Korea-CEO Chen Fang erklärte laut der Ankündigung des Unternehmens gegenüber Markets.ft.com, man habe sich bewusst dafür entschieden, BitGo Korea lokal aufzubauen und die VASP-Registrierung direkt selbst abzuschließen, weil die Bedienung koreanischer Institutionen ein langfristiges Bekenntnis zum Markt und seinem Regulierungsrahmen erfordere. Diese Vorgehensweise unterscheidet sich von schnelleren Marktzugängen über den Kauf bestehender Lizenzträger, wie ihn andere Anbieter in der Region gewählt haben, etwa im Fall der Expansion von Coinbase über regulierte Lizenzen.
Hana Financial Group und SK Telecom als Ankeraktionäre
Hana Financial Group hält laut BitGo rund 25 Prozent an dem Joint Venture, SK Telecom etwa 10 Prozent. Die Beteiligungen gehen auf September 2024 zurück und bauen auf einer 2023 geschlossenen Custody-Vereinbarung zwischen Hana Bank und BitGo auf.
Die Konstellation kombiniert BitGos Custody-Technologie mit der Finanzinfrastruktur von Hana und den Authentifizierungs- und Identitätslösungen von SK Telecom. Für BitGo bedeutet das einen Vorteil, den ausländische Kryptounternehmen kaum kurzfristig replizieren können: ernsthafte lokale Rückendeckung gepaart mit direkter regulatorischer Zulassung.
Südkorea zieht die Zügel bei VASP-Anforderungen an
Die südkoreanische Finanzaufsicht FSC hat die VASP-Anforderungen diesen Monat verschärft und prüft nun strenger Großaktionäre, finanzielle Solidität, Cybersicherheit, Personalausstattung, interne Kontrollen und Kundenschutz. Neue Antragsteller müssen künftig eine Verschuldungsobergrenze von 200 Prozent einhalten und dürfen in den vergangenen drei Jahren keine Zahlungsausfälle verzeichnet haben.

BitGo schaffte die Registrierung zwei Tage vor Inkrafttreten dieser Regeln, betont aber, seine Systeme seien bereits auf die strengeren Standards ausgelegt gewesen. Die generelle Verschärfung der Compliance-Anforderungen für Krypto-Börsen in Südkorea, einschließlich der Travel-Rule-Pflichten für Krypto-Transfers, macht den Markteintritt für neue Anbieter zunehmend voraussetzungsreich.
Was Anleger jetzt beobachten sollten
Die Registrierung ist ein regulatorischer Etappensieg, aber kein operatives Produkt. BitGo hat bislang weder einen Starttermin noch unterstützte Assets, Gebührenstrukturen oder Versicherungsdetails für die koreanische Einheit veröffentlicht.
Für Anleger, die den institutionellen Ausbau des koreanischen Kryptomarkts verfolgen, lohnt ein Blick auf vergleichbare Entwicklungen wie die Beteiligung etablierter Finanzakteure an koreanischen Börsen. BitGo reihen sich damit in eine wachsende Liste regulierter Standorte ein, zu denen bereits die USA, Singapur, Deutschland, Dubai und New York zählen; nach eigenen Angaben verwaltete das Unternehmen im ersten Quartal 2026 rund 63 Milliarden US-Dollar auf seiner Plattform sowie 11,8 Milliarden US-Dollar an gestaktem Vermögen.
Zuletzt aktualisiert am 21. August 2026





Fragen und Antworten
Sie haben eine Frage? Unser Experten-Panel beantwortet gerne Ihre Fragen.