
Südkorea will die sogenannte Travel Rule künftig auch auf Kryptotransaktionen unter 680 US-Dollar ausweiten und damit eine Lücke schließen, über die Nutzer Transfers zur Umgehung von Meldepflichten aufteilen konnten. Börsen sollen dann auch bei kleineren Beträgen Angaben zu Absendern und Empfängern erfassen.
FSC-Vorsitzender Lee Eok-won kündigte die Erweiterung vor dem Gesetzgebungs- und Justizausschuss an. Nach Angaben der Finanzaufsicht richtet sich die Maßnahme gegen Geldwäsche über Kryptowährungen, insbesondere im Zusammenhang mit Drogenhandel, Steuerhinterziehung und illegalen Auslandszahlungen.
Was die neuen Regeln konkret vorsehen
Kern der Ankündigung ist, dass Börsen künftig auch bei Transfers unter 1 Million Won Informationen über Sender und Empfänger erfassen müssen. Die Travel Rule würde damit früher greifen als bisher und soll das gezielte Aufteilen von Transaktionen erschweren.
Als Beispiel für eine Umgehungspraxis verwiesen die Behörden auf einen Fall, in dem ein Nutzer nach einer Einzahlung von rund 200 Millionen Won an einer Kryptobörse Tether (USDT) kaufte und anschließend 216 Abhebungen von jeweils weniger als 1 Million Won vornahm. Die niedrigere Schwelle soll solche Vorgänge künftig erfassen.
Parallel dazu richten sich die neuen Vorgaben gegen risikoreiche Offshore-Börsen, die vom Zugang zu koreanischen Nutzern ausgeschlossen werden sollen. Inländische Handelsplätze müssen sich auf strengere finanzielle Prüfungen einstellen, während die Kriterien für die Registrierung als Anbieter virtueller Vermögenswerte (VASP) ausgeweitet werden. Personen mit Vorstrafen wegen Drogen- oder Steuerdelikten sollen künftig nicht mehr als Großaktionäre eines VASP zugelassen werden. Zudem will die Aufsicht bei schweren Fällen präventive Kontosperrungen einführen.
Umfassende AML-Verschärfung seit 2021
Der neue Rahmen soll in der ersten Hälfte des Jahres 2026 fertiggestellt werden. Den Angaben zufolge handelt es sich um die umfassendste Verschärfung der Geldwäscheprävention seit der Reform des Spezialfinanzinformationsgesetzes im Jahr 2021. Südkorea will dabei auch die Zusammenarbeit mit der Financial Action Task Force (FATF) ausweiten.
Die Ankündigung folgt auf frühere Maßnahmen gegen Steuerhinterziehung im Kryptosektor. Am 19. Oktober erklärte die südkoreanische Steuerbehörde NTS, dass bei Verdacht auf versteckte Vermögenswerte Hausdurchsuchungen sowie die Beschlagnahmung von Cold Wallets und Festplatten möglich sind. Die Behörde analysiert Steuerrückstände mit Krypto-Tracking-Werkzeugen und kann bei Verdacht auf Offline-Verschleierung Durchsuchungen und Beschlagnahmungen vornehmen.
Was Nutzer beachten sollten
Für Nutzer koreanischer Börsen würde die geplante Ausweitung bedeuten, dass auch bei kleineren Transfers Angaben zu Sender und Empfänger erfasst werden. Das Aufteilen größerer Beträge in Einzeltransfers unterhalb der bisherigen Schwelle soll damit nicht mehr zur Umgehung der Travel Rule dienen können.
Die strengeren finanziellen Prüfungen, die erweiterten VASP-Registrierungskriterien und die zusätzliche Kontrolle von Großaktionären erhöhen die regulatorischen Anforderungen an Handelsplätze. Nutzer von Offshore-Plattformen sollten zudem berücksichtigen, dass risikoreiche ausländische Anbieter vom Zugang zu koreanischen Nutzern ausgeschlossen werden sollen.
Zuletzt aktualisiert am 11. August 2026





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