Er sollte schon längst beschlossene Sache sein, wurde jetzt aber erneut verschoben: Der „Clarity Act“, ein kritisches US-Gesetz zur Krypto-Regulierung, kommt später als erhofft – und auch der Widerstand innerhalb der Branche kommt nicht zur Ruhe. Ist das Gesetz zum Scheitern verurteilt?
Clarity Act erneut verschoben
Die Krypto-Branche braucht Gesetze und eindeutige Regeln für Investoren – da sind sich alle einig. Banken, Vermögensverwalter und Pensionsfonds wollen seit Jahren Kryptowährungen kaufen und warten auf eindeutige Regeln, um ihr Engagement auszuweiten. Wie genau dieses Regelwerk aber aussehen soll, darüber wird weiterhin gestritten.
🚨BREAKING: Chairman @JohnBoozman releases updated market structure legislation ahead of January 27th markup. https://t.co/PB7O9FMJlZ pic.twitter.com/k7FuIBgEsk
— Senate Ag Committee Republicans (@SenateAgGOP) January 22, 2026
Licht ins Dunkel bringen sollte eigentlich der „Clarity Act“, auf deutsch so viel wie „Klarheitsgesetz für den Kryptomarkt“. Nach der heftigen Kritik der Top-Kryptobörse Coinbase wurde das kritische Gesetz nun aber verschoben und wird voraussichtlich erst Ende Februar oder sogar März behandelt. Für viele Anleger eine herbe Enttäuschung: Bereits 2025 galt als das Jahr, in dem endlich Krypto-Klarheit herrschen sollte. Doch auch 2026 geht’s offensichtlich nicht ganz so schnell.
Ein Faktor hierbei: Krypto-Themen rücken im US-Senat aktuell auf die Hinterbank. Angesichts steigender Wohnkosten und politischem Druck rund um das Thema Wohnen zeigen viele Senatoren regulatorischen Krypto-Fragen die kalte Schulter. Wohnungsbau, Mieten und soziale Stabilität gelten aktuell als wichtiger.
Für den „Clarity Act“ bedeutet das: kein klarer Zeitplan – und keine Garantie auf eine Abstimmung im ersten Quartal. Ist das Gesetz zum Scheitern verurteilt? Die erneute Vertagung verdeutlicht schließlich das anhaltende Tauziehen um die konkrete Ausgestaltung des Gesetzes. Fest steht: In seiner jetzigen Form wird der Clarity Act nie erscheinen. Aber: Hinter den Kulissen wird weiter verhandelt, und der politische Druck aus der Industrie bleibt hoch. Konkret drängen Experten auf Änderungen in folgenden Bereichen:
- Starke Lockerung oder Streichung der Verbote für Rewards/Yields auf Stablecoins (aktuell der Hauptgrund für das Veto von Coinbase)
- Klare Regelungen für tokenisierte Wertpapiere und Real-World-Assets (RWA) – Innovationen sollen nicht behindert werden
- Stärkere Rolle der CFTC – die Dominanz der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC soll abgeschwächt werden
- Weniger restriktive DeFi-Vorschriften und besserer Schutz der finanziellen Privatsphäre
Trump hält am Clarity Act fest
Ohne diese Anpassungen bleibt der CLARITY Act blockiert – und die Unsicherheit für den US-Krypto-Markt hält an. Fraglich bleibt auch, ob der Clarity Act womöglich zum regulatorischen Flickenteppich wird. Immerhin – auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos bekräftigt US-Präsident Donald Trump: Er hoffe, das Gesetz „bald“ zu unterzeichnen. „Um Innovationen und Sparmöglichkeiten im Finanzwesen zu fördern“, setze er sich auch dafür ein, dass Amerika die „Krypto-Hauptstadt der Welt“ bleibt. Der Kongress arbeite „derzeit intensiv“ am Clarity Act, der, so Trump, den Amerikanern „neue Wege zur finanziellen Freiheit“ eröffnen soll.
Schräges Detail: Der 79-Jährige gibt zwar zu, das Ganze hauptsächlich für Wählerstimmen angeleiert zu haben. Millionen Menschen würden „wegen Kryptowährungen wählen“. Aber:
„Noch wichtiger war, dass China diesen Markt ebenfalls haben wollte. Es ist genau wie bei der KI, und ich glaube, dass wir diesen Markt ziemlich gut unter Kontrolle haben.“
JUST IN: 🇺🇸 President Trump says he hopes to sign the crypto market structure bill (CLARITY Act) soon. pic.twitter.com/2tQQqeefwP
— Altcoin Daily (@AltcoinDaily) January 21, 2026
USA und China kämpfen um den Krypto-Markt: Das ist die vielbeschworene „Game Theory“ in Reinform – und zwar nicht nur bei Bitcoin, sondern auf staatlicher Ebene.
Zuletzt aktualisiert am 22. Januar 2026




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