Politische Zerreißprobe für die Krypto-Branche in den USA: Coinbase-CEO Brian Armstrong hat überraschend seine Unterstützung für den aktuellen Entwurf des sogenannten Clarity Act zurückgezogen! Das Gesetz gilt als Heilsbringer, sollte eigentlich für mehr Rechtssicherheit im Kryptomarkt sorgen. Doch Armstrong positioniert sich unmissverständlich – und lehnt den Clarity Act ab. Was bedeutet das für den Krypto-Bullrun 2026?
Clarity Act: Warum sperrt sich Coinbase?
Zunächst für Uneingeweihte: Was ist der Clarity Act überhaupt? Einfach formuliert handelt es sich hierbei um einen Gesetzesentwurf, der in den USA die Marktstruktur für Kryptowährungen neu regeln soll. Das Ziel: Es soll endlich Klarheit darüber herrschen, welche Kryptowährungen als Wertpapiere (Securities) und welche als Rohstoffe (Commodities) gelten. Denn: Seit Jahren sorgt genau diese Frage für massive Rechtsunsicherheit in den USA – es kommt regelmäßig sogar zu Klagen.
Der Clarity Act sollte der Branche genau das geben, was sie am dringendsten braucht: klare Regeln – und das Ende regulatorischer Willkür. Klingt eigentlich vernünftig – warum also lehnt Coinbase-Boss Brian Armstrong den Entwurf so entschieden ab? Auf X erläutert der Multi-Milliardär (10,9 Milliarden Dollar geschätztes Vermögen) seine Beweggründe:
„Es gibt zu viele Probleme, darunter:
– Ein De-facto-Verbot von tokenisierten Aktien
– DeFi-Verbote, die der Regierung uneingeschränkten Zugriff auf Ihre Finanzdaten gewähren und Ihnen Ihr Recht auf Privatsphäre nehmen
– Die Aushöhlung der Autorität der CFTC, die Innovation hemmt und sie der SEC unterordnet
– Änderungsentwürfe, die Belohnungen für Stablecoins abschaffen und es Banken ermöglichen würden, ihre Konkurrenz zu verbieten“
After reviewing the Senate Banking draft text over the last 48hrs, Coinbase unfortunately can’t support the bill as written.
There are too many issues, including:
– A defacto ban on tokenized equities
– DeFi prohibitions, giving the government unlimited access to your financial…— Brian Armstrong (@brian_armstrong) January 14, 2026
Man schätze zwar „die harte Arbeit der Senatsmitglieder“, aber die aktuelle Version des Entwurfs sei „wesentlich schlechter als der derzeitige Status quo“. Armstrongs vernichtendes Fazit:
„Wir hätten lieber gar keinen Gesetzentwurf als einen schlechten.“
Kryptowährungen müssten den gleichen Bedingungen unterliegen wie andere Finanzdienstleistungen, damit die Branche in Amerika „auf sichere und vertrauenswürdige Weise“ aufgebaut werden könne, ergänzt der Krypto-Unternehmer. Armstrong ist mit seiner Haltung nicht alleine – immer mehr Analysten und Anleger äußern sich kritisch über den Clarity Act. Der pseudonyme Alpha Trader Sky etwa schreibt:
„Der CLARITY ACT beginnt, wie ein SABOTAGE ACT für den Kryptomarkt auszusehen.
Sie haben etwas Wunderbares für unsere Branche in etwas verwandelt, das darauf abzielt, sie zu ERSTICKEN.
Brian Armstrong hat Recht: Ich würde es vorziehen, wenn sie nichts tun würden, anstatt uns den Todesstoß zu versetzen!“
The market structure CLARITY ACT is starting to look like the #Crypto Market SABOTAGE ACT.
They turned something wonderful for our industry — into something designed to STRANGLE IT.
Brian Armstrong is right, I'd rather they do nothing, than put a nail in our coffin! pic.twitter.com/oJUBhjWozL
— Alpha Trader Sky | 📊 Trade Signals (@AlphaTrader_Sky) January 15, 2026
Clarity Act: Brian Armstrong bleibt optimistisch
Doch was bedeutet das Coinbase-Nein jetzt konkret für die Branche? Immerhin handelt es sich bei der Krypto-Börse um das größte regulierte Krypto-Unternehmen Amerikas – und Armstrong gilt in Washington als eine der wichtigsten Stimmen der Branche. Kann er die Ausgestaltung des Gesetzes beeinflussen?
Mit ziemlicher Sicherheit: ja. Armstrong gibt sich selbst zuversichtlich diesbezüglich, ergänzt in einem Folge-Posting:
„Ich bin eigentlich recht optimistisch, dass wir mit weiteren Anstrengungen das richtige Ergebnis erzielen werden. Wir werden weiterhin präsent sein und mit allen zusammenarbeiten, um dieses Ziel zu erreichen.“
I’m actually quite optimistic that we will get to the right outcome with continued effort. We will keep showing up and working with everyone to get there.
— Brian Armstrong (@brian_armstrong) January 14, 2026
Für den Clarity Act bedeutet das zwar eine potenzielle Verzögerung – Branchenbeobachter und Rechtsexperten halten ein komplettes Scheitern zum jetzigen Zeitpunkt aber für unwahrscheinlich. Armstrong setzt mit seinem NEIN stattdessen ein eindeutiges Zeichen: Regulierung ja – aber nicht um jeden Preis.
Zuletzt aktualisiert am 15. Januar 2026




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