
Solana-Mitgründer Anatoly Yakovenko hat vorgeschlagen, die SOL-Emission vorübergehend zu erhöhen, um damit die Übernahme einer Firma zu finanzieren. Die daraus entstehenden Umsätze sollen anschließend genutzt werden, um SOL zurückzukaufen und zu verbrennen.
Yakovenko äußerte die Idee in einem X-Post am Samstag – als persönlichen Vorschlag, nicht als offizielle Governance-Maßnahme des Solana-Netzwerks. Ein konkreter Umsetzungsplan oder eine formelle Übernahme wurden bislang nicht vorgelegt.

Yakovenkos Vorschlag: Neue SOL statt weniger Inflation
Laut Yakovenko wäre die bullischste Maßnahme nicht eine Senkung der Inflation, sondern das genaue Gegenteil: Die Angebotsmenge zu erhöhen, mit den neuen SOL eine andere Firma zu übernehmen und deren Umsätze in einen Buy-and-Burn-Mechanismus zu integrieren. Damit stellt er sich gegen den bisherigen Trend der Solana-Tokenomics-Debatte, die sich überwiegend auf die Reduzierung der SOL-Emission konzentriert hat.
Die Idee blieb nicht ohne Widerspruch. Helius-CEO Mert Mumtaz reagierte skeptisch auf X und stellte infrage, wie sich Validatoren in einem dezentralen Netzwerk überhaupt darauf einigen sollen, gemeinsam eine Firma zu führen. Der Austausch ist Teil einer laufenden öffentlichen Diskussion unter Netzwerkteilnehmern über Token-Angebot und Governance-Strukturen.
Konkurrierende Vorschläge zur SOL-Tokenomics
Yakovenkos Idee steht im Kontrast zu SIMD-0411, einem formellen Vorschlag zur Beschleunigung der bestehenden Disinflationsrate. SIMD-0411 würde die jährliche Disinflationsrate von –15 % auf –30 % verdoppeln, während die Ziel-Inflationsrate von 1,5 % unverändert bliebe. Solana würde die Zielmarke damit laut Modellierung des Vorschlags bereits in 3,1 Jahren erreichen statt wie bisher projiziert in 6,2 Jahren.

Die Autoren schätzen, dass die Änderung die SOL-Gesamtemission über sechs Jahre um rund 22,3 Millionen Token reduzieren würde – nach den im Modell verwendeten Preisen entspräche das etwa 2,9 Milliarden US-Dollar. Anders als Yakovenkos Übernahme-Konzept schafft SIMD-0411 keine neue Verwendung für neu ausgegebene SOL, sondern beschleunigt lediglich den bestehenden Rückgang der Inflation.
Parallel dazu unterstützte Yakovenko zuletzt bereits SIMD-547, einen von Nutzer @cavemanloverboy veröffentlichten Vorschlag für eine ressourcenbasierte Grundgebühr, die vollständig verbrannt würde. Der Vorschlag argumentiert, dass der aktuelle Burn-Mechanismus trotz Millionen täglicher Transaktionen nur begrenzt wirkt – derzeit werden laut dem Vorschlag rund 648 SOL täglich über Grundgebühren verbrannt.
Was Anleger aus der Debatte mitnehmen sollten
Für Anleger ist entscheidend, dass es sich bei Yakovenkos Übernahme-Idee bislang um ein Gedankenexperiment handelt, keine beschlossene Politik. Fragen zu Governance, Kapitalallokation und Übernahmestruktur sind ungeklärt – ebenso, ob eine übernommene Firma genug Umsatz erwirtschaften könnte, um die zusätzliche SOL-Ausgabe auszugleichen.
Die Debatte zeigt unterschiedliche Ansätze für die langfristige Geldpolitik von SOL: Yakovenkos Konzept verbindet eine vorübergehende zusätzliche Ausgabe mit einem möglichen Rückkauf- und Burn-Mechanismus. SIMD-0411 setzt dagegen auf eine schnellere Verringerung der Inflation, während SIMD-547 eine vollständig verbrannte ressourcenbasierte Grundgebühr vorsieht. Formell beschlossen ist keiner dieser Ansätze als Umsetzung von Yakovenkos Übernahme-Idee.
Zuletzt aktualisiert am 19. August 2026





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