HIVE meldet Rekordumsatz – und rutscht tief ins Minus

Bitcoin mining data center illustrating HIVE's record revenue and Swedish tax dispute

HIVE Digital Technologies hat für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Umsatz von 79,1 Millionen Dollar gemeldet – ein Plus von 73,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig belastet eine nicht zahlungswirksame Rückstellung von 84,7 Millionen Dollar wegen umstrittener schwedischer Mehrwertsteuerbescheide das Ergebnis massiv.

Trotz Rekordproduktion bei Bitcoin und starkem Wachstum im KI-Geschäft rutschte HIVE dadurch tief in die roten Zahlen. Der Fall zeigt exemplarisch, welche regulatorischen Risiken auf börsennotierten Krypto-Minern lasten können, selbst wenn das operative Geschäft floriert.

Rekordumsatz trifft auf Milliardenbelastung

Laut der Quartalsmitteilung an die schwedische bzw. kanadische Börsenaufsicht stieg der Umsatz im Bereich digitale Währungen auf 72,1 Millionen Dollar, nachdem HIVE im Quartal 1.004 Bitcoin als Mining-Rewards erhielt – ein Anstieg von 147 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Grund dafür war die deutliche Steigerung der durchschnittlichen Hashrate von 8,7 auf 24,0 Exahash pro Sekunde.

Das HPC-Tochterunternehmen BUZZ steuerte 7,1 Millionen Dollar bei, ein Plus von 52,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Der vertraglich vereinbarte GPU-Cloud-ARR kletterte auf rund 110 Millionen Dollar, getragen von einem dreijährigen Vertrag mit Bell AI Fabric zur Unterstützung von Cohere im Wert von rund 225 Millionen Dollar.

Exterior view of a red brick HIVE Digital Technologies data center building with cooling equipment in the foreground.
A HIVE Digital Technologies data center facility featuring industrial cooling systems.

Unter dem Strich stand dennoch ein GAAP-Nettoverlust von 142,9 Millionen Dollar. Neben Abschreibungen von 53,7 Millionen Dollar war es vor allem die Steuerrückstellung, die das Ergebnis nach unten zog. CFO Darcy Daubaras erklärte laut Unternehmensmitteilung: „Wir haben die Rückstellung zwar gemäß US-GAAP ordnungsgemäß in unserem Jahresabschluss ausgewiesen, bestreiten jedoch weiterhin die zugrunde liegenden Bescheide und beabsichtigen, die uns zur Verfügung stehenden Rechtsmittel auszuschöpfen.“

Streit mit der schwedischen Steuerbehörde

Die Rückstellung geht auf zuvor offengelegte und angefochtene Mehrwertsteuerbescheide der schwedischen Steuerbehörde (STA) zurück, die HIVEs schwedische Tochtergesellschaften betreffen. Im Kern geht es um die Abzugsfähigkeit der Vorsteuer auf ASIC-Mining-Ausrüstung und andere Betriebskosten für Zeiträume ab 2023. HIVE hat gegen die Bescheide Berufung eingelegt und nutzt weiterhin Rechtsmittel vor den schwedischen Verwaltungsgerichten, obwohl die Rückstellung nach jüngsten negativen Urteilen des Berufungsgerichts gebildet werden musste.

Das Unternehmen betont, seit 2018 in Schweden tätig zu sein und in den vergangenen fünf Jahren mehr als 50 Millionen Dollar an Steuern und staatlichen Abgaben gezahlt zu haben. Diese Zahlungen stünden in keinem Zusammenhang mit dem aktuellen Streit, der sich ausschließlich auf die steuerliche Behandlung des Hashrate-Dienstleistungsgeschäfts beziehe. Mehr Hintergrund zur Vorgeschichte der Auseinandersetzung liefert die frühere Berichterstattung zur schwedischen Steuerforderung bei HIVE.

Was Anleger aus dem Quartalsbericht mitnehmen sollten

Für Anleger ist entscheidend, dass die Rückstellung nicht zahlungswirksam ist und das operative Geschäft laut Unternehmensangaben intakt bleibt: Die Bruttobetriebsmarge stieg auf 24,2 Millionen Dollar, das bereinigte EBITDA lag bei 13,4 Millionen Dollar bzw. 17,0 Prozent des Umsatzes. Zum Quartalsende verfügte HIVE über eine Liquidität von 208,0 Millionen Dollar an Zahlungsmitteln sowie 11,2 Millionen Dollar an digitalen Währungen.

Wer HIVE-Aktien hält oder in Erwägung zieht, sollte den weiteren Verlauf des Berufungsverfahrens vor den schwedischen Gerichten im Blick behalten, da der Ausgang Signalwirkung für die steuerliche Behandlung von Mining-Infrastruktur in Europa haben könnte. Der Fall reiht sich in eine breitere Debatte über steigende Kosten und regulatorischen Druck im Bitcoin-Mining ein, wie auch die Analyse zu sinkenden Margen und wachsender Verschuldung bei Bitcoin-Minern zeigt. Gleichzeitig verdeutlicht das starke Wachstum im GPU-Cloud-Geschäft, warum sich viele börsennotierte Miner zunehmend als KI-Infrastrukturanbieter positionieren, um regulatorische und operative Risiken im reinen Mining-Geschäft abzufedern.

Zuletzt aktualisiert am 19. August 2026

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Martin SchwarzExperte für Kryptowährungen

Martin, mit einem MSc. in Wirtschaftsinformatik und Fokus auf asymmetrischer Kryptographie und M2M-Kommunikation, ist seit 2015 in der Welt von Bitcoin und Kryptowährungen unterwegs. Schon mit 17 begann er mit dem Handel von Kryptowährungen und erwarb seinen ersten Bitcoin. Neben seinem Interesse an Kryptowährungen widmet er sich in seiner Freizeit Online-Casinos und Sportwetten, wo er mit 18 Blackjack-Strategien entwickelte und sogenannte Sure-Bets durchführte. Seine Expertise dokumentierte er frühzeitig als Autor zu Themen wie Kryptowährungen, Trading, Aktien, Casinos und Sportwetten, wodurch er heute als gefragter Experte und Autor mit über 10 Jahren Erfahrung gilt.

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