
Australien bereitet eine deutlich strengere Regulierung von Krypto-Geldautomaten vor, nachdem ein Bericht der Finanzaufsichtsbehörde AUSTRAC alarmierende Zahlen zu Missbrauch geliefert hat. Laut der Behörde stehen 85 % der großvolumigen Nutzertransaktionen an diesen Automaten im Zusammenhang mit Betrug oder Geldwäsche.
Innenminister Tony Burke kündigte an, dass ein neues Gesetz AUSTRAC die Befugnis geben soll, solche Hochrisiko-Produkte künftig einzuschränken oder zu verbieten. Ein vollständiges Verbot bestätigte er dabei nicht. Die Regierung will das geplante Gesetz in den kommenden Monaten dem Parlament vorlegen.
AUSTRAC-Bericht als Auslöser der Maßnahme
Die geplanten Regeln folgen auf den AUSTRAC-Bericht. Burke stufte Krypto-Geldautomaten als Hochrisiko-Produkte ein. Nach seiner Darstellung sind diese Geräte zu einem bevorzugten Werkzeug für organisierte Kriminalität und Online-Betrüger geworden.
Besonders auffällig ist das rasante Wachstum der Infrastruktur: Innerhalb von sechs Jahren stieg die Zahl der Krypto-Geldautomaten in Australien von lediglich 23 auf über 2.000. Aufsichtsbehörden sehen darin ein Einfallstor, über das Gelder anonym und ohne ausreichende Kontrolle transferiert werden können.
Fachleute erwarten verschärfte KYC- und AML-Kontrollen für Betreiber sowie eine strengere Überwachung von Transaktionen. Teilweise wird auch ein Lizenzsystem diskutiert, das Betreiber an ähnliche Compliance-Standards bindet wie klassische Finanzinstitute.
Ein globaler Trend zur schärferen ATM-Regulierung
Australiens Vorstoß reiht sich in eine international wachsende Skepsis gegenüber Krypto-Geldautomaten ein. In Großbritannien wurden Anfang des Jahres mehrere nicht registrierte Automaten zwangsweise abgeschaltet, nachdem Aufsichtsbehörden vor deren Nutzung für illegale Transfers gewarnt hatten.
Auch das US-amerikanische Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) hat seine Überwachung digitaler Kioske verschärft und verlangt strengere Identitätsprüfungen sowie umfassendere Meldepflichten. Als eines der kryptoaktivsten Länder im asiatisch-pazifischen Raum dürfte Australiens Kurs zudem Nachbarmärkte beeinflussen: Singapur und Neuseeland überprüfen bereits eigene Regelungen zu Krypto-Geldautomaten.
Was das für Anleger in Australien bedeutet
Für Nutzer australischer Krypto-Geldautomaten kann die angekündigte Gesetzgebung den Zugang zu diesen Angeboten oder deren Betrieb verändern, sobald AUSTRAC entsprechende Befugnisse erhält. Wer auf diese Automaten als Ein- oder Ausstiegspunkt in den Kryptomarkt angewiesen ist, sollte die Gesetzesentwicklung in den kommenden Monaten aufmerksam verfolgen.
Der Fall zeigt, wie regulatorischer Druck die praktische Nutzbarkeit von Krypto-Infrastruktur verändern kann, ohne dass die zugrunde liegenden Vermögenswerte selbst betroffen sind. Die geplanten Regeln richten sich nach den bisherigen Angaben vor allem auf den Betrieb von Krypto-Geldautomaten und auf die Möglichkeiten der Aufsicht, gegen als risikoreich eingestufte Produkte vorzugehen.
Für Betreiber könnten sich insbesondere die Anforderungen an Identitätsprüfungen, Geldwäscheprävention und die Überwachung von Transaktionen verschärfen. Eine endgültige Entscheidung der australischen Regierung wird laut Ankündigung noch in diesem Jahr erwartet.
Zuletzt aktualisiert am 11. August 2026





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