Verkauft Strategy jetzt 3 Milliarden Dollar Bitcoin?

Bitcoin coin in dramatic downward trend with red arrows showing market pressure and price decline

STRC steht erneut im Zentrum der Kritik rund um Strategy. Die Vorzugsaktie, die eigentlich um den Nennwert von 100 US-Dollar handeln sollte, ist zuletzt deutlich darunter gefallen und rutschte zeitweise sogar in Richtung 75 US-Dollar. Damit steigt die effektive Rendite stark an, zugleich sendet der Markt ein klares Misstrauenssignal. Denn STRC ist nicht irgendein Nebenprodukt, sondern ein zentraler Baustein im Finanzierungsmodell von Strategy.

Über solche Instrumente sammelte das Unternehmen Kapital ein, um weitere Bitcoin zu kaufen und zugleich Dividendenversprechen zu bedienen. Doch genau dieses Modell gerät nun unter Druck. Wenn die Vorzugsaktien unter pari handeln und auch die Stammaktie stark fällt, werden neue Kapitalerhöhungen teurer, verwässernder und riskanter.

Deshalb warnen Analysten mittlerweile, dass Strategy Bitcoin-Käufe pausieren, Cash aufbauen oder im Extremfall sogar Verkäufe prüfen müsste.

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Das Problem ist nicht Bitcoin, sondern Saylors Macht

Die Krypto-Analystin Laura Shin sieht das zentrale Problem bei Strategy nicht primär im Bitcoin selbst. Ihre These ist deutlich zugespitzt: Die Schwäche von Strategy entstehe vor allem dadurch, dass letztlich eine Person fast alles entscheide – Michael Saylor. Genau das verändert aus ihrer Sicht die Wahrnehmung am Markt. Strategy werde nicht mehr nur als Bitcoin-Proxy bewertet, sondern zunehmend als gehebelte Wette auf Saylors Entscheidungen.

Besonders kritisch ist dabei die Kapitalstruktur. STRC notierte zuletzt nahe 75 US-Dollar, also weit unter dem Nennwert von 100 US-Dollar. Zugleich gerieten auch andere dollarbasierte Vorzugsaktien von Strategy unter Druck. Für Shin ist das kein zufälliger Ausverkauf, sondern eine echte Kredit-Neubewertung. Der Markt sortiere die Papiere nach Seniorität neu: stabilere, vorrangige Instrumente halten sich besser, während nachrangigere Titel stärker abstürzen. Das spricht dafür, dass Investoren nicht nur kurzfristige Panik handeln, sondern das Risiko des gesamten Modells neu einpreisen.

Das Kernproblem liegt in der Liquidität. Strategy besitzt zwar enorme Bitcoin-Bestände, doch diese erzeugen keine laufenden Cashflows. Dividenden auf Vorzugsaktien müssen jedoch in Dollar bezahlt werden. Genau hier entsteht die Spannung: Auf dem Papier kann Strategy jahrelange Bitcoin-Deckung ausweisen. In bar reichen die Reserven aber nur deutlich kürzer. Diese lange Deckung funktioniert nur, wenn Bitcoin verkauft wird – genau das, was Saylor lange ausschloss.

Damit geraten beide Finanzierungshebel unter Druck. Wenn STRC unter pari handelt, wird neue Preferred-Finanzierung unattraktiver. Wenn MSTR nahe am Nettoinventarwert handelt, werden Aktienverkäufe für Aktionäre schmerzhafter. Aus Shin-Sicht ist deshalb entscheidend: Strategy muss beweisen, dass es nicht nur Bitcoin akkumulieren kann, sondern auch eine glaubwürdige, disziplinierte Kapitalstrategie besitzt.

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Grayscale-Analyse: Strategy sollte Bitcoin verkaufen, um Vertrauen zurückzugewinnen

Der führende Grayscale-Analyst Zach Pandl rät Strategy indirekt zu einem Schritt, der für Michael Saylor lange fast undenkbar war: einem größeren Bitcoin-Verkauf. Konkret schreibt Pandl, dass er zwar eher damit rechne, dass Strategy die STRC-Dividende um 50 Basispunkte erhöht. Das würde die Dividendenverpflichtungen in den kommenden zwei Jahren jedoch um rund 100 Millionen US-Dollar erhöhen und dürfte das Marktvertrauen kaum stärken.

Sein Wunsch-Szenario ist deshalb ein anderes: Strategy sollte mindestens rund 3 Milliarden US-Dollar an Bitcoin verkaufen, um nahezu alle Cash-Verpflichtungen der nächsten zwei Jahre abzudecken. Aus seiner Sicht wäre das kein Kapitulationssignal, sondern ein Schritt zur Bilanzstabilisierung. Denn das Problem ist nicht allein der Bitcoin-Kurs, sondern die wachsende Unsicherheit, ob Strategy seine Dividenden, Preferreds und Kapitalstruktur glaubwürdig bedienen kann.

Ein solcher Verkauf würde den Markt vermutlich kurzfristig nervös machen, könnte aber langfristig Vertrauen schaffen. Strategy würde zeigen, dass man nicht dogmatisch an „niemals verkaufen“ festhält, sondern bereit ist, die eigene Finanzierungsmaschine zu schützen. Genau das fehlt aktuell: STRC handelt deutlich unter 100 US-Dollar, Anleger zweifeln an der Kapitalstruktur, und neue Finanzierungen werden schwieriger. Pandls Botschaft ist damit klar: Weniger Ideologie, mehr Liquidität, mehr Vertrauen.

Zuletzt aktualisiert am 28. Juni 2026

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Christoph PetersonExperte für Kryptowährungen

Christoph ist vor ein paar Jahren auf das Thema Kryptowährungen gestoßen und beschäftigt sich als Autor und Enthusiast seither intensiv mit den Themen Kryptowährungen, Blockchain und STOs. Er schreibt regelmäßig für das Online-Magazin Coincierge.de, wo er über alle Aspekte der Krypto- und Blockchain-Technologie berichtet und Analysen zu Kryptowährungstrends und Nachrichten liefert. Christophs Ziel ist es, die Leser mit genauen Informationen zu versorgen, um ihnen zu helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen, wenn es um Investitionen in Kryptowährungen oder andere Produkte in diesem Sektor geht.

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