Altcoin-ETFs auf der Wartebank: Warum die SEC beim Bitwise-Fonds plötzlich auf die Bremse tritt

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Die Krypto Community feierte schon – doch dann kam die kalte Dusche. Die US-Börsenaufsicht hatte die Umwandlung des Bitwise 10 Crypto Index Fund erst genehmigt und dann nur einige Stunden später die Entscheidung wieder zurückgenommen. Bitwise ist allerdings nicht das erste Unternehmen, dass dieses Schicksal ereilt. Auch den Digital Large Cap ETF von Grayscale ereilte bereits ein ähnliches Schicksal.

Ein ETF, zehn Kryptowährungen – und ein juristisches Fragezeichen

Der Bitwise-Fonds, um den es geht, enthält allerdings nicht nur Bitcoin und Ethereum, sondern auch acht weitere Altcoins: darunter XRP, Solana, Cardano, Polkadot und Avalanche. Genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Während Bitcoin und Ethereum inzwischen regulatorisch halbwegs abgesichert sind und offiziell nicht als Wertpapiere gelten, ist die rechtliche Lage bei vielen anderen Kryptowährungen in den USA nach wie vor ungeklärt.

Dennoch genehmigte die SEC zunächst die Umwandlung des Bitwise-Fonds in einen Spot-ETF und dessen Börsenzulassung an der NYSE Arca. Kurz darauf folgte dann die Kehrtwende der US-Börsenaufsicht. Die Behörde berief sich auf die sogenannte Rule 431(e), eine wenig bekannte Vorschrift, die es erlaubt, bereits freigegebene Börsenanträge wieder zu pausieren, ohne Angabe fester Fristen oder Begründungen. Der ETF ist aktuell formal zwar genehmigt, darf aber nicht gehandelt werden.

Interne Spannung in der SEC: Grüne Ampel, dann plötzlich rot

Branchenexperten wie Nate Geraci, Präsident des ETF Store, zeigten sich überrascht von dem plötzlichen Sinneswandel der SEC. Er bezeichnete die Situation in einem Beitrag auf X als „bizarre regulatorische Volte“. Offenbar gab es innerhalb der SEC keine einheitliche Linie. Während ein internes Gremium die Genehmigung erteilte, entschied die eigentliche Kommission kurz darauf, den Prozess zu stoppen.

Besonders problematisch scheint die Aufnahme von XRP, Solana und Cardano in den Fonds. Der rechtliche Stand ist aktuell ungeklärt, das heißt, dass alle diese Coinsnoch unter das Wertpapiergesetz fallen könnten. In Bezug auf XRP ist der Streit mit dem Emittenten Ripple noch immer nicht vollständig beigelegt. Vermutlich kommt die plötzliche Kehrtwende auch daher, dass die SEC vielleicht eine rechtlich verbindliche Regelung abwarten will.

Der Markt reagiert prompt

Die unmittelbare Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Als bekannt wurde, dass der Bitwise-ETF nicht wie geplant startet, gab der XRP-Kurs um knapp zwei Prozent nach. Auch die Kurse von Solana und Cardano traten kurzfristig eine Reise gen Süden an. Viele Marktbeobachter ordneten den Bitwise-Fonds als Wegbereiter für eine sogenannte „Altseason“ ein. Allerdings ist der plötzliche Rückzieher der SEC keine endgültige Absage. Die Behörde wollte sich vermutlich mehr Zeit für weitere Prüfungen verschaffen. sondern als Aufschub für weitere Prüfungen. Es sei gängige Praxis, ETFs im letzten Moment zu verzögern, wenn rechtliche oder politische Unsicherheiten bestünden.

Weitere Anbieter betroffen: Altcoin-ETFs generell unter Druck

Bitwise ist, wie bereits oben erwähnt, nicht allein. Auch Grayscale und 21Shares haben Anträge für Altcoin-ETFs eingereicht oder überarbeitet – unter anderem für Solana und ein diversifiziertes Krypto-Portfolio – und auch hier herrscht Stillstand.

Vermutlich steht die SEC aktuell vor einem Dilemma: Einerseits ist der politische Druck gewachsen, Innovation zuzulassen und Anlegern Zugang zu Krypto-Märkten zu ermöglichen. Andererseits besteht bei vielen Altcoins bis jetzt keine rechtlich saubere Einordnung. Wahrscheinlich möchte die SEC keine Präzedenzfälle schaffen.

Was bedeutet das für Anleger? Fakt ist: Die SEC hat kein grundsätzliches Problem mit Krypto-ETFs – solange es um Bitcoin oder Ethereum geht. Der Trend zur Öffnung regulierter Finanzprodukte für digitale Vermögenswerte ist ungebrochen. Doch die nächste Evolutionsstufe – nämlich Altcoin-ETFs – ist vorerst erstmal vom Tisch.

Zuletzt aktualisiert am 23. Juli 2025

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