
STRC fällt aktuell weiter und notiert nur noch bei rund 75 US-Dollar. Das ist brisant, denn das Instrument ist eigentlich auf einen Wert von 100 US-Dollar ausgerichtet. Bei STRC handelt es sich um eine variabel verzinste, unbefristete Vorzugsaktie von Strategy, ehemals MicroStrategy. Anleger erhalten monatliche Dividenden auf einen Nennwert von 100 US-Dollar, wobei die Dividendenrate angepasst werden kann, um den Kurs möglichst nahe an diesem Zielwert zu halten.
Genau hier entsteht nun das Problem: Fällt STRC deutlich unter 100 US-Dollar, signalisiert dies Stress im Finanzierungssystem von Strategy – und damit indirekt auch beim größten börsennotierten Bitcoin-Treasury-Modell der Welt.
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STRC belastet Bitcoin: Angst vor einer gefährlichen Spirale
Der Kursverfall von STRC trifft den Markt in einer ohnehin schwachen Phase. Bitcoin notiert wieder bei rund 60.000 US-Dollar und testet damit erneut wichtige Tiefs. Die Sorge: Wenn Strategy seine bevorzugten Finanzierungsinstrumente nicht mehr stabil am Markt platzieren kann, könnte der Konzern weniger Bitcoin kaufen oder im Extremfall sogar BTC verkaufen müssen, um Verpflichtungen zu bedienen. Genau daraus entsteht aktuell viel FUD. Anleger fürchten eine negative Spirale aus fallendem Bitcoin, sinkendem MSTR-Vertrauen, schwächerem STRC-Kurs und wachsendem Druck auf die Kapitalstruktur.
Brutaler Stresstest: Muss Strategy wirklich Bitcoin verkaufen?
Der Analyst Adam Livingston hat nun ein extremes Stressszenario für Strategy modelliert. Dabei geht er nicht von einem normalen Rücksetzer aus, sondern von einem echten Horror-Szenario: Bitcoin fällt innerhalb von sechs Monaten um 55 Prozent auf 26.611 US-Dollar, die mNAV-Bewertung von MSTR kollabiert unter 0,50, Kapitalmärkte schließen sich, Cash wird verbrannt und Strategy muss nach Verbrauch der Liquidität Bitcoin verkaufen, um die vorrangigen Verpflichtungen zu bedienen.
Der Startpunkt seines Modells liegt bei 59.135 US-Dollar für Bitcoin, 87,64 US-Dollar für MSTR, 847.363 BTC im Bestand und 1,4 Milliarden US-Dollar Cash. Besonders kritisch ist dabei der sogenannte Claim Ratio. Dieser steigt im Crash-Szenario von 41,5 auf 96,7 Prozent. Das bedeutet: Die vorrangigen Ansprüche würden in Bitcoin gerechnet fast den gesamten Stack verschlingen. Die Common-Equity-BTC-Exposure würde massiv kollabieren, von 495.796 BTC auf nur noch 28.290 BTC. Auch die CEBE-Metrik würde drastisch fallen.
I ran a BRUTAL 3-year MSTR stress test.
Not the cute kind.
The “Bitcoin crashes 55% from here, mNAV collapses below 0.50x, capital markets are closed, cash gets burned, BTC has to be sold to pay the senior stack, and everyone on X is filming their victory lap in the clown… pic.twitter.com/4E5iTy1p9d
— Adam Livingston (@AdamBLiv) June 25, 2026
Doch der entscheidende Punkt: Selbst in diesem extrem negativen Modell überlebt Strategy. Zwar wäre der Schaden erheblich. Das Unternehmen müsste laut Livingston über drei Jahre 115.727 BTC verkaufen, sobald das Cash nach neun Monaten aufgebraucht wäre. Am Ende blieben aber immer noch 731.636 BTC übrig. Bei einem modellierten Bitcoin-Preis von 48.498 US-Dollar käme MSTR wieder auf 51,86 US-Dollar, die mNAV läge bei 1,40 und der Claim Ratio bei 62,5 Prozent.
Damit lautet die Kernaussage: Der Markt unterschätzt womöglich nicht den Schmerz, aber überschätzt die unmittelbare Insolvenzgefahr. Das eigentliche Risiko ist keine sofortige Todesspirale, sondern eine temporäre massive Kompression der Bitcoin-Exposure für Stammaktionäre, während feste Dollar-Verpflichtungen in BTC gerechnet immer schwerer wiegen. Survival ist also nicht komfortabel. Aber der Stresstest spricht gegen das Narrativ, dass Strategy bei einem Bitcoin-Crash automatisch kollabieren müsste.
Analyst sieht Chance auf schnelle Erholung bei Bitcoin
Der Analyst Michaël van de Poppe ordnet die aktuelle Bitcoin-Schwäche weniger als isolierten BTC-Abverkauf ein, sondern als Bewegung, die stark mit STRC und der Unsicherheit rund um Strategy zusammenhängt. Bitcoin habe die Tiefs klar getestet, doch die weitere Entwicklung hänge nun maßgeblich davon ab, wie Strategy und STRC in den nächsten Handelstagen reagieren. Sollte STRC eine Erholung starten, könnte sich auch Bitcoin schnell stabilisieren.
Clear test of the lows, all correlated with $STRC on #Bitcoin.
It's bouncing back up, but all depending on how Strategy is going to open tomorrow whether or not this can dump further.
It's one of the scenarios, and I've not sold any of my #Altcoins as many of them have been… pic.twitter.com/wxaY4Mzwya
— Michaël van de Poppe (@CryptoMichNL) June 24, 2026
Van de Poppe verweist darauf, dass viele Marktteilnehmer aktuell extrem pessimistisch positioniert seien und Bitcoin regelrecht „net short“ wirke. Genau daraus könne ein schneller Short-Squeeze entstehen. Auffällig sei zudem, dass einige Altcoins intraday bereits 5 bis 9 Prozent stärker als Bitcoin performen. Für ihn bleibt die Lage zwar schwach, aber nicht existenziell gefährlich: Einen Kollaps von Strategy erwartet er nicht. Bei einer STRC-Erholung hält er Bitcoin kurzfristig wieder über 64.000 US-Dollar für möglich.
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Zuletzt aktualisiert am 26. Juni 2026





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