Der Start ins Krypto-Jahr 2026 ist Bitcoin eindrucksvoll gelungen. Nach einem kräftigen Kursschub über die Marke von 90.000 US-Dollar und zwischenzeitlich sogar über 94.000 US-Dollar sehen viele Anleger offenbar ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis. Erfahrungsgemäß positionieren sich Investoren gerade in den ersten Januarwochen besonders aktiv und legen fest, wo sie die größten Potenziale für das neue Jahr sehen.
Die jüngste Rallye passt genau in dieses Muster. Nach dem schnellen Anstieg folgte zwar eine erste, moderate Korrektur, aktuell notiert Bitcoin jedoch weiterhin solide im Bereich von rund 91.000 US-Dollar.
Bitcoin Analyse: Dieser Support ist wichtig
Der bekannte Analyst Michaël van de Poppe ordnet die aktuelle Kursbewegung von Bitcoin trotz der jüngsten Schwäche insgesamt noch als unkritisch ein. Zwar sei die Ablehnung im Bereich um 94.000 US-Dollar deutlich ausgefallen, und der Kurs habe anschließend weiter nachgegeben. Dennoch sieht van de Poppe den Markt noch klar in einem gesunden Aufwärtstrend. Entscheidend ist für ihn die Zone oberhalb von rund 89.500 US-Dollar. Solange sich Bitcoin über diesem Bereich hält, bleibt das übergeordnete technische Bild intakt.
The price action on #Bitcoin isn't great today.
The rejection at $94K is quite harsh and it continues to fall, despite a lot of strength on the indices.
The reason that I'm saying that anything $89.5k+ is fine, is that we've got a double point of conviction here:
– The 21-Day… pic.twitter.com/xvSyC4aT19— Michaël van de Poppe (@CryptoMichNL) January 7, 2026
Seine Einschätzung stützt er auf zwei zentrale Faktoren. Erstens fungiert der gleitende 21-Tage-Durchschnitt aktuell als wichtige Unterstützung. Hält dieser, lassen sich größere Abwärtsbewegungen in der Regel vermeiden. Zweitens ist der mittelfristige Trend seit dem starken Rücksetzer auf etwa 80.000 US-Dollar weiterhin klar nach oben gerichtet. Erst wenn der Kurs sowohl unter den 21-Tage-Durchschnitt als auch unter diese Aufwärtstrendstruktur fällt, würde sich das Bild deutlich eintrüben. Bis dahin sieht van de Poppe die aktuelle Korrektur eher als normale Konsolidierung.
Doch ein CME Gap könnte noch eine etwas größere Korrektur bedingen.
Sogenannte CME Gaps spielen im Bitcoin-Handel eine wichtige Rolle, weil sie häufig als „magnetische“ Kurszonen wahrgenommen werden. Sie entstehen auf den Futures-Märkten der Chicago Mercantile Exchange (CME), da diese im Gegensatz zu Bitcoin nicht rund um die Uhr, sondern nur an bestimmten Wochentagen und zu festen Zeiten handeln. Bewegt sich der Bitcoin-Kurs am Wochenende stark, entsteht beim Wiedereröffnen des CME-Handels eine Kurslücke zwischen dem Schlusskurs vom Freitag und dem Eröffnungskurs am Montag – das ist das CME Gap.
Viele Trader beobachten diese Bereiche, weil der Markt statistisch oft dazu neigt, solche offenen Kurslücken später noch einmal anzulaufen und zu „füllen“. Dahinter steckt die Annahme, dass in diesen Zonen noch nicht ausreichend gehandelt wurde.
Bitcoin CME 90,530–91,600 gap filled. pic.twitter.com/bjInAK7On6
— anıl 💥 (@anlcnc1) January 8, 2026
Aktuell wurde das Gap zwischen 90.530 und 91.600 US-Dollar bereits geschlossen. Offen bleibt noch ein weiteres zwischen etwa 88.200 und 88.700 US-Dollar. Ein kurzer Rücksetzer in diese Region mit anschließender Erholung über 89.500 US-Dollar würde das bullische Gesamtbild nicht zwingend beschädigen. Wichtig wäre vor allem ein Tagesschlusskurs wieder oberhalb dieser Marke.
$BTC has dropped below its 50D EMA level.
If this zone isn't reclaimed soon, Bitcoin will sweep the $89,500-$90,000 level. pic.twitter.com/vteAXYfwme
— Ted (@TedPillows) January 7, 2026
Der Analyst Ted Pillows weist derweil darauf hin, dass Bitcoin zuletzt unter seinen gleitenden 50-Tage-Durchschnitt (50D EMA) gefallen ist. Dies sei ein technisch wichtiges Niveau, das oft als kurzfristige Trendlinie dient. Solange der Kurs diese Zone nicht zügig zurückerobert, bleibt das Risiko weiterer Abgaben erhöht. In diesem Fall hält er einen Test der Unterstützungszone zwischen 89.500 und 90.000 US-Dollar für wahrscheinlich.
Alles kommt also kurzfristig auf diesen Bitcoin-Support an, die nächsten Tage dürften spannend werden.
BTC auf Börsen sinken weiter: Neuer Impuls voraus?
Derweil ist natürlich die Preisbildung von Angebot und Nachfrage abhängig, was auch einen Blick auf diesbezügliche Indikatoren erfordert.
Die Metrik „BTC: Exchange Net Position Change – All Exchanges“ misst, ob netto mehr Bitcoin auf Börsen ein- oder von ihnen abgezogen werden. Positive Werte bedeuten, dass mehr BTC auf Handelsplattformen eingezahlt werden, negative Werte zeigen Abflüsse in private Wallets. Gerade diese Abflüsse gelten als bullisches Signal, weil Coins so dem kurzfristigen Verkaufsdruck entzogen werden. Seit Anfang Dezember ist zu beobachten, dass kontinuierlich mehr Bitcoin von den Börsen abgezogen als eingezahlt werden. Das deutet darauf hin, dass viele Anleger eher halten oder langfristig akkumulieren wollen. Solange dieser Trend anhält, spricht er gegen eine größere Korrektur, da das verfügbare Angebot für schnelle Verkäufe begrenzt bleibt.
Die jüngsten Abflüsse aus den Bitcoin-Spot-ETFs in Höhe von rund 729 Millionen US-Dollar innerhalb von zwei Tagen zeigen jedoch, dass aktuell ein wichtiger Nachfragefaktor am Markt fehlt. In den vergangenen Monaten waren es gerade diese ETFs, die in Aufwärtsphasen für konstanten Kaufdruck gesorgt und dem Markt regelmäßig frisches Kapital zugeführt haben. Gleichzeitig ist das verfügbare Angebot an Bitcoin strukturell knapp.
The $BTC ETFs have returned to selling with -$729.3M of net outflows over the past 2 days.
Throughout this cycle, the major uptrends have been accompanied by strong and consistent ETF inflows. If we are going to see this current rally continue, we need the ETF buyers to return. pic.twitter.com/LleSFIMdXt
— Satoshi Stacker (@StackerSatoshi) January 8, 2026
Genau deshalb spielt die Nachfrageseite eine so große Rolle. Wenn die ETF-Zuflüsse wieder einsetzen, treffen neue Käufe auf ein begrenztes Angebot. Bleiben die Zuflüsse jedoch aus, fehlt dem Markt kurzfristig der Treibstoff. Eine Rückkehr der ETF-Käufer würde das bullische Szenario daher deutlich untermauern.
Zuletzt aktualisiert am 8. Januar 2026





Fragen und Antworten
Sie haben eine Frage? Unser Experten-Panel beantwortet gerne Ihre Fragen.