
Bitcoin steuert auf einen der größten Optionsverfälle des Jahres zu. Am Freitag um 10:00 Uhr MESZ laufen an der Kryptobörse Deribit insgesamt 81.700 Bitcoin-Optionskontrakte im Wert von 6,44 Milliarden US-Dollar aus, und zwar direkt im Anschluss an eine rasante Rallye der vergangenen Woche.
Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich: Aus den vorliegenden Daten lässt sich keine sichere Kursrichtung ableiten. Der Termin kann Volatilität, Absicherungsgeschäfte und kurzfristige Kursbewegungen zwar deutlich beeinflussen, ein automatischer Ausschlag nach oben oder unten ist damit aber nicht garantiert.
Der Deribit-Optionsverfall im Detail
Von den auslaufenden Kontrakten entfallen 44.639 auf Call-Optionen und 37.061 auf Put-Optionen. Daraus ergibt sich ein Put-Call-Verhältnis von 0,83, was einer insgesamt bullischen Schlagseite entspricht.

Zwei Kursmarken stechen dabei besonders hervor. Bei 75.000 US-Dollar liegt das größte offene Interesse auf der Call-Seite mit einem Nominalwert von 236 Millionen US-Dollar, gefolgt vom Strike bei 80.000 US-Dollar mit 157 Millionen US-Dollar. Nahezu 20 Prozent des gesamten offenen Bitcoin-Optionsinteresses auf Deribit laufen mit diesem Termin aus, was die Größenordnung des Ereignisses unterstreicht. Mehr zu den beiden Kursmarken und ihrer Rolle für Market Maker liefert die ergänzende Analyse zum Deribit-Verfall.
So reagiert der Bitcoin-Markt auf den Verfall
Der Termin folgt auf eine rasante Rallye, die den Kurs innerhalb einer Woche von knapp 62.000 auf zeitweise über 81.000 US-Dollar getrieben hat. Am Donnerstagvormittag notierte Bitcoin bei 78.761 US-Dollar und damit 0,4 Prozent im Minus, auf Wochensicht stand jedoch weiterhin ein Plus von 12,75 Prozent zu Buche.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wurde die Kryptowährung laut CryptoCompare Index mit 79.774 US-Dollar gehandelt, ein Plus von 0,95 Prozent gegenüber dem Vortag. Gleichzeitig ist der Bitcoin-Volatilitätsindex DVOL innerhalb einer Woche um 30 Prozent gestiegen, während sich auch das Verhältnis zwischen Call- und Put-Volatilität gedreht hat. Wie stark sich Open Interest und Volatilität aktuell gegenseitig verstärken, zeigt auch die Analyse zu Open Interest und Kursrückgängen.

Was der Optionsverfall tatsächlich bedeutet
Durch den Kursanstieg der vergangenen Woche sind zahlreiche Call-Optionen mit Ausübungspreisen unterhalb von 80.000 US-Dollar ins Geld gelaufen. Für Market Maker bedeutet das einen steigenden Absicherungsbedarf: Um ihre Risiken aus den Optionsgeschäften zu begrenzen, müssen sie ihre Positionen laufend an den Bitcoin-Kurs anpassen, wodurch zusätzliche Handelsorders entstehen können.
Die Ausübungspreise von 75.000 und 80.000 US-Dollar zählen dabei wegen des hohen offenen Call-Interesses zu den besonders beachteten Kursmarken. Der Verfall könnte deshalb mit höherer Handelsaktivität und stärkeren Kursschwankungen einhergehen. Eine belastbare Aussage darüber, ob eine dieser Marken tatsächlich durchbrochen oder als Magnet wirkt, lässt sich aus den vorliegenden Daten allerdings nicht ableiten. Wie sich ein ähnlicher Verfall in Kombination mit ETF-Zuflüssen zuvor auf den Spotkurs ausgewirkt hat, zeigt die Analyse zu Short Squeeze und ETF-Zuflüssen.
Welche Folgen haben die stark besetzten Ausübungspreise?
Entscheidend für die Entwicklung rund um den Verfallstermin ist, wie sich Bitcoin im Bereich der stark besetzten Ausübungspreise von 75.000 und 80.000 US-Dollar bewegt. Ebenso relevant bleibt die weitere Entwicklung des DVOL sowie das Handelsvolumen in den Stunden um 10:00 Uhr MESZ am Freitag.
Wer Positionen rund um diesen Termin hält, sollte die Reaktion des Kurses an genau diesen beiden Marken beobachten, statt aus dem Verfall selbst eine zwangsläufige Rallye oder einen Crash abzuleiten. Die bisherigen Daten liefern lediglich Hinweise auf eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für stärkere Schwankungen, keine gesicherte Kursprognose.
Zuletzt aktualisiert am 30. August 2026







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