
Bitcoin konsolidiert zum Wochenstart weiter auf niedrigem Niveau. Am Montag bewegt sich die größte Kryptowährung erneut im Bereich von rund 63.000 US-Dollar und kann sich nach den jüngsten Verlusten zumindest leicht erholen. Größere Impulse bleiben allerdings aus – die übergeordnete Seitwärtsbewegung setzt sich damit zunächst fort. Bitcoin notiert weiterhin rund 50 Prozent unter seinem Rekordhoch von mehr als 126.000 US-Dollar aus dem Oktober 2025 und steckt damit unverändert in einem ausgeprägten Bärenmarkt.
Nun kommt ein weiteres Warnsignal hinzu: Ausgerechnet bei US-Anlegern scheint das Interesse an Bitcoin außergewöhnlich schwach zu sein.
Mehr erfahren: Neue Kryptowährungen für 2026 im Überblick
Bitcoin-Schock: US-Nachfrage bleibt seit 90 Tagen ungewöhnlich schwach
Für neue Sorgen sorgt aktuell der sogenannte Coinbase Bitcoin Premium Index. Die von CoinGlass bereitgestellte Kennzahl vergleicht vereinfacht gesagt den Bitcoin-Preis auf Coinbase mit dem Preis auf internationalen Handelsplätzen wie Binance. Coinbase besitzt traditionell eine starke Stellung im US-Markt, weshalb das Verhältnis häufig als Indikator dafür verwendet wird, wie stark die Nachfrage amerikanischer Marktteilnehmer relativ zum globalen Markt ausfällt.
Ein positiver Coinbase Premium bedeutet, dass Bitcoin auf Coinbase teurer gehandelt wird. Das spricht tendenziell dafür, dass Käufer aus den USA besonders aggressiv auftreten. Bei einem negativen Wert entsteht dagegen ein Abschlag auf Coinbase – ein Hinweis darauf, dass die Kaufbereitschaft in den Vereinigten Staaten vergleichsweise schwach ist oder dort stärkerer Verkaufsdruck herrscht.
Coinbase Bitcoin Premium Index Posts Record 90-Day Negative Streak
CoinGlass data shows the Coinbase Bitcoin Premium Index has remained negative for 90 consecutive days from May 19 to August 16, most recently at -0.1066%, marking the longest negative streak on record. The index… pic.twitter.com/hgnDOFJbsf
— Wu Blockchain (@WuBlockchain) August 16, 2026
Genau das ist aktuell außergewöhnlich deutlich zu beobachten. Laut den im Screenshot zitierten CoinGlass-Daten blieb der Coinbase Bitcoin Premium Index vom 19. Mai bis zum 16. August 90 Tage in Folge negativ. Zuletzt lag die Kennzahl bei rund -0,1066 Prozent. Damit handelt es sich um die längste ununterbrochene Negativserie seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen. Bereits Anfang August hatte die Serie frühere Rekorde deutlich überschritten.
Für Bitcoin ist dies kurzfristig kein konstruktives Signal. Gerade für eine nachhaltige Trendwende wären zusätzliche Käufer und frisches Kapital notwendig. Die anhaltend negative Coinbase Premium zeigt jedoch, dass dieser Nachfrageimpuls aus den USA bislang fehlt. Dazu passt, dass zuletzt auch eine schwächere Nachfrage nach US-Bitcoin-ETFs das Sentiment belastete.
Wichtig bleibt allerdings die Einordnung: Eine negative Coinbase Premium beweist nicht automatisch institutionelle Kapitalabflüsse. Sie zeigt zunächst lediglich eine relative Schwäche des Coinbase-Marktes. Dennoch verdeutlicht die Rekordserie, wie schwierig das Nachfrageumfeld momentan ist – und warum Bitcoin trotz günstigerer Bewertungen bislang keinen überzeugenden neuen Aufwärtstrend starten kann.
Asien zeigt relative Stärke: Kimchi Premium dreht ins Plus
Während die Nachfrage aus den USA zuletzt auffällig schwach bleibt, zeigt sich in Asien ein teilweise anderes Bild. Darauf verweist der Analyst CW, der insbesondere die Entwicklung des sogenannten Kimchi Premiums hervorhebt. Diese Kennzahl beschreibt den Preisaufschlag von Kryptowährungen auf südkoreanischen Handelsplätzen gegenüber internationalen Börsen. Dreht die Prämie ins Plus, deutet dies grundsätzlich darauf hin, dass die Nachfrage südkoreanischer Anleger relativ stärker ausfällt.
Asian whales are on the move, the Kimchi Premium has turned positive, and a short-term decline has occurred.
Furthermore, Binance and OKX whales have net buying a large amount of futures $BTC and $ETH.
The whales are moving actively. It looks like it won't be a normal weekend.… https://t.co/KuOpYLss0G
— CW (@CW8900) August 1, 2026
Zuletzt ist das Kimchi Premium bei Bitcoin wieder positiv geworden. Gleichzeitig verweist der Analyst darauf, dass größere Marktteilnehmer auf Börsen wie Binance und OKX verstärkt Futures auf Bitcoin und Ethereum gekauft hätten. Damit entsteht zumindest kurzfristig ein interessanter Kontrast: Während der Coinbase Premium Index weiterhin eine schwache US-Nachfrage signalisiert, scheint in Teilen des asiatischen Marktes wieder mehr Kaufinteresse vorhanden zu sein.
Für eine nachhaltige Trendwende reicht dieses Signal allein zwar noch nicht aus. Dennoch zeigt es, dass die Nachfrage regional keineswegs überall gleichermaßen schwach ist und größere Marktteilnehmer offenbar wieder vorsichtige Positionierungen aufbauen.
Weiterlesen: Die besten Krypto Presales 2026
Bitcoin Hyper trotzt dem Bärenmarkt: Neue Nachfrage durch Layer-2?
Damit sich Bitcoin nachhaltig aus dem Bärenmarkt lösen kann, braucht es vor allem eines: wieder steigende Nachfrage. Ein möglicher Katalysator könnte dabei langfristig aus dem wachsenden Bitcoin-Layer-2-Sektor kommen. Layer-2-Lösungen sollen Bitcoin über seine bisherige Funktion als Wertaufbewahrungsmittel hinaus nutzbarer machen – beispielsweise für schnelle Transaktionen, DeFi-Anwendungen oder Smart Contracts. Wissenschaftliche Untersuchungen sehen gerade Skalierbarkeit und zusätzliche Programmierbarkeit als zentrale Anwendungsfelder solcher Bitcoin-L2-Konzepte.
Ein Projekt, das aktuell auffällige relative Stärke zeigt, ist Bitcoin Hyper (HYPER). Während Bitcoin selbst mit schwacher Nachfrage und einem schwierigen Marktumfeld kämpft, hat der Presale nach jüngsten Angaben bereits rund 33 Millionen US-Dollar eingesammelt. Anfang August wurden etwa 33 Millionen US-Dollar vermeldet; gleichzeitig lag die angebotene Staking-Rendite bei rund 36 Prozent APY.
Spannend ist insbesondere das technische Konzept. Bitcoin Hyper möchte die Sicherheits- und Liquiditätsvorteile von Bitcoin mit einer auf der Solana Virtual Machine (SVM) basierenden Ausführungsschicht verbinden. BTC sollen über eine Bridge auf die Layer-2-Struktur übertragen werden können, während Zero-Knowledge-Technologie für die Rückverankerung beziehungsweise Verifizierung von Transaktionen auf Bitcoin vorgesehen ist. Dadurch sollen schnelle und günstige Transaktionen sowie komplexere Anwendungen möglich werden.

Genau hierin könnte langfristig auch ein bullischer Effekt für Bitcoin selbst liegen: Sollten solche Layer-2-Netzwerke tatsächlich Nutzer, Entwickler und Kapital anziehen, könnte BTC stärker als produktiver Vermögenswert eingesetzt werden. Die rund 33 Millionen US-Dollar Presale-Volumen zeigen zumindest, dass selbst im aktuellen Bärenmarkt spekulatives Interesse am Bitcoin-L2-Narrativ vorhanden ist. Dennoch bleibt Bitcoin Hyper als Presale-Projekt hochriskant – ob aus der derzeitigen relativen Stärke später tatsächlich nachhaltige Nutzung entsteht, muss sich erst noch zeigen.
Zuletzt aktualisiert am 17. August 2026




Fragen und Antworten
Sie haben eine Frage? Unser Experten-Panel beantwortet gerne Ihre Fragen.