Alte Bitcoin-Wallets erwachen nach Coldcard-Hack

Alte Bitcoin-Wallet und Hardware-Wallet bei einer sicherheitsbedingten Bitcoin-Migration

Eine seit 2013 inaktive Bitcoin-Wallet hat am Montag 500 BTC im Wert von rund 31,3 Millionen US-Dollar bewegt – bei einem aktuellen BTC-Kurs von 64.011,28 US-Dollar. Die Adresse, bekannt unter der Bezeichnung 18TExP, war laut dem On-Chain-Tracker Whale Alert mehr als zwölf Jahre lang unangetastet geblieben, bevor sie ihre gesamten Bestände auf eine neue Adresse transferierte.

Die zentrale Frage für Anleger: Handelt es sich um eine reine Sicherheitsmaßnahme oder deutet die Bewegung auf bevorstehenden Verkaufsdruck hin? Der Zeitpunkt ist auffällig, denn die Reaktivierung fällt mitten in eine sich entfaltende Sicherheitskrise rund um die Hardware-Wallet Coldcard.

Was die alte Coins-Metrik wirklich zeigt

On-Chain-Analysten stützen sich bei solchen Bewegungen häufig auf sogenannte Spent Output Age Bands, ein Indikator von CryptoQuant, der alle an einem Tag bewegten Bitcoins nach der Dauer ihrer vorherigen Inaktivität gruppiert. Steigt die bewegte Menge in den ältesten Bändern deutlich an, gilt das als Signal dafür, dass langjährige Halter – ob aus Sicherheits- oder Verkaufsgründen – aktiv werden. Einen ausführlichen Überblick darüber, wie solche Bitcoin-On-Chain-Daten generell einzuordnen sind, liefert eine frühere Analyse.

Historische Präzedenzfälle zeigen, dass solche Erwachungen nicht automatisch Verkäufe bedeuten. Im Fall der Wallet 18TExP hatten die 500 BTC bei ihrer letzten Bewegung vor rund 12,7 Jahren lediglich einen Wert von etwa 500.000 US-Dollar – eine Wertsteigerung, die den Anreiz zum Handeln erheblich erhöht, unabhängig vom Motiv.

Die Datenlage: Alte Coins bewegen sich gehäuft

Die Wallet 18TExP ist laut den ausgewerteten CryptoQuant-Daten kein Einzelfall. Münzen, die seit zehn Jahren oder länger ruhten, verzeichneten am 3. August eine Bewegung von rund 935 BTC – der höchste Einzeltageswert seit dem 20. März. Separat dazu wurden am 31. Juli rund 6.388 BTC aus der Fünf-bis-Sieben-Jahre-Kohorte bewegt, ein noch deutlicherer Ausschlag.

Der Blockchain-Detektiv Lookonchain ordnete die Bewegung der 500 BTC gegenüber X so ein, dass der Besitzer die Mittel möglicherweise aus Sicherheitsbedenken nach dem Coldcard-Hack auf eine neue Wallet verlagert habe. Seit dem 30. Juli nutzen Angreifer eine seit März 2021 bestehende Sicherheitslücke aus, um Bitcoin aus Coldcard-generierten Wallets abzuziehen. Nach Angaben von Forschern bei Galaxy beläuft sich der Gesamtschaden bislang auf rund 130 Millionen US-Dollar in BTC.

Sicherheitsmaßnahme oder Verkaufsvorbereitung?

Gegen eine reine Verkaufsdeutung spricht, dass alte Coins aus verschiedensten Gründen bewegt werden – etwa durch Nachlassübertragungen, Börsenkonsolidierungen oder Verwahrstellenmigrationen, die nichts mit dem aktuellen Hack zu tun haben müssen. Das Verschieben von Coins zwischen zwei eigenen Adressen offenbart für sich genommen nichts über die Absicht des Inhabers.

Dennoch berichteten Analysten am Wochenende von erhöhten Zuflüssen von Bitcoin auf Börsen, nachdem der Coldcard-Hack das Vertrauen in die Sicherheit der Selbstverwahrung beeinträchtigt hatte. Sollte sich dieser Trend fortsetzen und weitere alte Wallets in Richtung Börsenadressen statt neuer Cold-Storage-Adressen bewegen, würde das die Verkaufsdruck-Hypothese stärken. Wie sich langfristige Halter in vergangenen Marktphasen verhalten haben, beleuchtet eine frühere Einordnung zur Wal-Akkumulation im Bitcoin-Markt.

Fazit: Beobachten statt Panik

Die Häufung großer, lange ruhender Bewegungen in den Tagen unmittelbar nach dem Coldcard-Vorfall erweckt den Eindruck, dass Inhaber proaktiv Gelder aus Sicherheitsgründen migrieren, wie CoinDesk berichtet. Eine endgültige Einordnung als Warnsignal oder Einzelfall lässt sich erst treffen, wenn klar wird, ob die neuen Zieladressen der Wallet 18TExP mit Börsen verknüpft sind oder als reine Cold-Storage-Adressen fungieren.

Entscheidend für die nächsten Tage bleibt, ob die Age-Band-Charts von CryptoQuant weiter anziehen und ob sich der Umfang der geschätzten 130-Millionen-Dollar-Schäden aus dem Coldcard-Hack noch erhöht. Solange keine direkten Börsenzuflüsse aus der 18TExP-Adresse bestätigt sind, bleibt die Sicherheitsmigration die naheliegendere Erklärung – ein tatsächlicher Verkauf würde sich jedoch unmittelbar in den Exchange-Reserve-Daten zeigen.

Zuletzt aktualisiert am 11. August 2026

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Martin SchwarzExperte für Kryptowährungen

Martin, mit einem MSc. in Wirtschaftsinformatik und Fokus auf asymmetrischer Kryptographie und M2M-Kommunikation, ist seit 2015 in der Welt von Bitcoin und Kryptowährungen unterwegs. Schon mit 17 begann er mit dem Handel von Kryptowährungen und erwarb seinen ersten Bitcoin. Neben seinem Interesse an Kryptowährungen widmet er sich in seiner Freizeit Online-Casinos und Sportwetten, wo er mit 18 Blackjack-Strategien entwickelte und sogenannte Sure-Bets durchführte. Seine Expertise dokumentierte er frühzeitig als Autor zu Themen wie Kryptowährungen, Trading, Aktien, Casinos und Sportwetten, wodurch er heute als gefragter Experte und Autor mit über 10 Jahren Erfahrung gilt.

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