
Trump Media & Technology Group hat für das zweite Quartal 2026 einen Nettoverlust von 238,1 Millionen US-Dollar ausgewiesen. Am 10. August teilte der Betreiber von Truth Social zugleich mit, seine Krypto-Treasury künftig über ein „disziplinierteres“ Rahmenwerk zu steuern, das langfristiges Bitcoin-Exposure erhalten, aber die Volatilität in der Bilanz reduzieren soll.
Der Verlust folgt auf ein bereits schwaches erstes Quartal mit einem Fehlbetrag von 405,9 Millionen Dollar und zeigt, wie stark fallende Digitalwährungskurse mittlerweile die Ergebnisse des börsennotierten Medienunternehmens prägen.
238-Millionen-Verlust durch Krypto-Abschreibungen
Laut der Quartalsmeldung an die US-Börsenaufsicht SEC entfielen 190,4 Millionen Dollar des Verlusts auf kombinierte unrealisierte Wertminderungen bei Digitalwerten, verpfändeten Krypto-Beständen und Wertpapieren. Allein auf Bitcoin und verpfändete Digitalwerte entfielen dabei realisierte und unrealisierte Verluste von 116,7 Millionen Dollar, wie Trump Media in seiner Ergebnismitteilung ausführte.
Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 89 Prozent auf 1,67 Millionen Dollar, getragen von Werbebarter-Vereinbarungen, Abonnements für das Truth+ Patriot Package und Managementgebühren aus den Truth.Fi-Fonds. Gegenläufig wirkten 25,6 Millionen Dollar an Rechtskosten sowie ein operativer Cash-Verbrauch von 13,7 Millionen Dollar. Die allgemeinen Verwaltungskosten kletterten zudem von 28,6 auf 35,9 Millionen Dollar.
Bitcoin-Bestand springt auf 14.139 BTC
Während Trump Media zum 30. Juni noch 9.477,16 BTC hielt, mit einem Fair Value von rund 557,1 Millionen Dollar bei einer Kostenbasis von etwa 1,01 Milliarden Dollar, veränderte sich das Bild nach Quartalsende deutlich. Das Unternehmen verkaufte im Juli Aktienpositionen in Bitcoin-bezogenen Produkten im Wert von 159,6 Millionen Dollar und nutzte den Erlös, um direkt Bitcoin zu kaufen.
Zum 31. Juli meldete Trump Media einen Bestand von rund 14.139 BTC einschließlich verpfändeter Coins, bewertet mit etwa 890,5 Millionen Dollar zum internen Referenzkurs von 62.982 Dollar. Von diesem Bestand dienen 4.260,73 BTC als Sicherheit für Wandelanleihen mit Verfügungsbeschränkungen bis spätestens 29. Mai 2028, weitere 2.077,34 BTC sind für die Options-Strategie des Unternehmens verpfändet. Erstmals offengelegt wurde zudem, dass Teile des Bitcoin-Bestands über Verleih-, Platzierungs- und Ertragsvereinbarungen bei Drittparteien liegen – mit Risiken durch Gegenparteiausfälle, Insolvenz und möglicher Rehypothekierung, wie die SEC-Meldung warnt.
CRO-Vorhaben beendet, TAE-Fusion im Fokus
Nur wenige Tage vor den Quartalszahlen hatte Trump Media am 7. August die geplante Cronos-Treasury-Gesellschaft mit Crypto.com gestoppt. Über die Hintergründe dieses Vorhabens hatte Coincierge bereits zur CRO-Partnerschaft von Trump Media berichtet. Der bestehende CRO-Bestand von rund 756,1 Millionen Coin, zum 30. Juni mit 40,6 Millionen Dollar bewertet, bleibt von der Absage getrennt; ab dem 26. August darf das Unternehmen über die nächsten sechs Monate bis zu 68.442.704 CRO veräußern.
Parallel treibt Trump Media die Fusion mit dem Fusionsenergie-Unternehmen TAE Technologies voran und peilt einen Abschluss im vierten Quartal 2026 an, vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen. Zusätzliche Einnahmen sollen aus der am 1. August gestarteten Truth API kommen, für die das Unternehmen bereits mehr als zehn Kundenvereinbarungen und erste Umsätze meldet – diese fließen jedoch erst in künftige Quartale ein.
Was Anleger jetzt beobachten sollten
Der angekündigte Kurswechsel bleibt vorerst eine grobe Richtungsvorgabe ohne konkrete Zahlen zu reduzierten Pfand-Beständen oder Limits für die Options- und Verleihstrategie. Anleger sollten die kommenden Quartalsberichte darauf prüfen, ob Trump Media die verpfändeten und verliehenen Bitcoin-Positionen tatsächlich reduziert oder die bestehende Struktur lediglich neu verpackt.
Wie stark Quartalsverluste die Handlungsfreiheit von Unternehmen mit großen Krypto-Reserven einschränken können, zeigte zuletzt auch der Fall von Strategy, dessen Quartalszahlen und Bitcoin-Verkäufe Anleger zuletzt aufschreckten. Wer in Aktien von Unternehmen mit Digitalwerte-Bilanzen investiert ist, sollte deshalb nicht nur den Kryptokurs, sondern auch die Kostenbasis, Pfandstrukturen und regulatorische Fristen im Blick behalten.
Zuletzt aktualisiert am 11. August 2026




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