Der japanische Yen hat kürzlich einen starken Anstieg erlebt, der Spekulationen über mögliche Interventionen durch japanische Behörden und die Federal Reserve ausgelöst hat. Der Yen stieg um bis zu 1,6 % auf 155,90 pro Dollar, den höchsten Stand seit Dezember.
Dieser Sprung basiert auf Berichten, wonach die Federal Reserve Bank of New York Wechselkursprüfungen mit großen Banken durchgeführt hat. Solche Rate-Checks gelten als Vorstufe zu tatsächlichen Währungsinterventionen. Die letzte Intervention Japans zur Stützung der Währung fand 2024 statt.
Der Yen unter Druck
Der Yen hat in den vergangenen Jahren unter erheblichem Druck gestanden, was durch hohe japanische Anleiherenditen und eine hawkische Haltung der Bank of Japan verstärkt wurde. Die Interventionen Japans, wie 2022 und 2024, zeigten nur kurzfristige Effekte.
Historische Beispiele, wie die Asienkrise 1998 oder der Plaza Accord 1985, unterstreichen, dass koordinierte Aktionen mit den USA effektiver sind. Bei einer Beteiligung der Federal Reserve würde diese US-Dollar verkaufen und Yen kaufen, was den Dollar schwächt und globale Liquidität erhöht.
🇺🇸 THE FED IS PREPARING TO SELL U.S. DOLLARS AND BUY JAPANESE YEN FOR THE FIRST TIME THIS CENTURY.
The New York Fed has already done rate checks, which is the exact step taken before real currency intervention. That means the U.S. is preparing to sell dollars and buy yen.
This… pic.twitter.com/7xFReOFoDo
— Bull Theory (@BullTheoryio) January 25, 2026
Solche Maßnahmen haben in der Vergangenheit zu Aufschwüngen in Aktien, Rohstoffen und Nicht-US-Märkten geführt. Dementsprechend könnte eine Schwächung des US-Dollars auch den nächsten Crypto Bullrun einläuten.
Arthur Hayes‘ bullische Prognose
Arthur Hayes, ehemaliger CEO von BitMEX, sieht in einer möglichen Yen-Stützung durch die Federal Reserve einen starken bullischen Impuls für Bitcoin. Eine Bilanzerweiterung der Fed durch den Kauf von Yen würde Dollar drucken und Reserven schaffen, was die Liquidität steigert.
Hayes rät, den wöchentlichen H.4.1-Bericht der Fed zu beobachten, insbesondere die Zeile für ausländische Währungsaktiva. Ein Anstieg dort würde auf eine Expansion hinweisen, die historisch mit steigenden Bitcoin-Kursen einhergeht.
Aktuell liegt Bitcoin bei etwa 88.500 US-Dollar, während der Dollar-Yen-Kurs zwischen 155 und 158 schwankt. Hayes betont, dass eine koordinierte Intervention zu einer Schwächung des Dollars führen könnte, was Vermögenspreise antreibt.
Potenzielle Auswirkungen auf Bitcoin
Bitcoin weist eine starke inverse Korrelation zum US-Dollar und eine positive zum Yen auf, was die aktuellen Entwicklungen relevant macht. Eine Dollar-Schwächung durch Fed-Interventionen könnte langfristig zu höheren Asset-Preisen führen, einschließlich Kryptowährungen.
Very boolish if true for $BTC. This assumes Fed prints $, creates banking reserves. $'s are then sold to buy yen. If the Fed is manipulating the yen, we will see its b/s grow via the Foreign currency denominated assets line item which comes out weekly in the H.4.1 release. pic.twitter.com/MrmWfGG1NR
— Arthur Hayes (@CryptoHayes) January 23, 2026
Die Fed-Bilanz schrumpft derzeit monatlich um etwa 75 Milliarden Dollar, mit stabilen ausländischen Währungsaktiva bei 19 Milliarden Dollar. Eine Umkehrung würde Liquidität injizieren und Bitcoin als Absicherung gegen Währungsabwertung attraktiver machen.
Dennoch bleibt Bitcoin unter seinem Höchststand von 2025, was Raum für Aufholpotenzial bietet, sobald makroökonomische Verschiebungen eintreten.
Risiken und historische Parallelen
Kurzfristig birgt eine schnelle Yen-Stärkung Risiken durch den Stopp des Yen-Carry-Trades. Hunderte Milliarden Dollar sind in Carry-Trades investiert, bei denen günstiger Yen geliehen wird, um in Aktien und Krypto zu investieren.
Ein plötzlicher Yen-Anstieg könnte zu Zwangsverkäufen führen, wie im August 2024, als Bitcoin von 64.000 auf 49.000 Dollar fiel und der Krypto-Markt 600 Milliarden Dollar verlor. Dennoch überwiegen langfristig die Vorteile einer Dollar-Schwächung.
Historische Interventionen wie der Plaza Accord schwächten den Dollar um fast 50 % und trieben Gold, Rohstoffe und Märkte an. Eine ähnliche Dynamik könnte 2026 zu einem der wichtigsten Makro-Setups werden.
Der Ausblick hängt von der Bestätigung einer Fed-Beteiligung ab. Bislang fehlen Anzeichen für eine Bilanzerweiterung, doch anhaltende Yen-Schwäche könnte zu koordinierten Schritten führen. Bitcoin könnte von erhöhter Liquidität profitieren, sofern der Carry-Trade-Unwind kontrolliert verläuft.
Zuletzt aktualisiert am 25. Januar 2026




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