Der CoinShares-Bericht vom 6. Februar 2026 stuft die Quantencomputing-Risiken für Bitcoin als beherrschbar und fernliegend ein. Praktische Bedrohungen bleiben mindestens ein Jahrzehnt entfernt, da aktuelle Quantencomputer weit von den erforderlichen Millionen fehlerkorrigierter Qubits entfernt sind. Nur ein geringer Anteil der Wallet-Adressen ist potenziell angreifbar.
Aktueller Stand der Quantencomputer
Quantencomputer wie Googles Willow mit 105 Qubits liegen um Größenordnungen unter den Anforderungen für kryptografisch relevante Angriffe. Um die secp256k1-Kurve in einem Tag zu brechen, wären etwa 13 Millionen physische Qubits nötig – rund 100.000-mal mehr als heute verfügbar.
Für eine ein-Stunden-Berechnung müsste die Leistung um den Faktor 3 Millionen gesteigert werden. Shors Algorithmus könnte ECDSA- oder Schnorr-Schlüssel knacken, Grover’s Algorithmus schwächt SHA-256 auf 128-Bit-Sicherheit, doch beide Effekte erfordern fault-tolerante Systeme, die frühestens in den 2030er Jahren realistisch erscheinen.
Die Hauptgefährdung betrifft Legacy-Adressen vom Typ P2PK mit öffentlich sichtbaren Public Keys, die rund 1,6 Millionen BTC (ca. 8 Prozent der Gesamtversorgung) halten. Davon sind nur etwa 10.200 BTC in großen UTXOs so verteilt, dass ein Diebstahl marktrelevante Auswirkungen hätte.
Die restlichen Coins verteilen sich auf über 32.000 Bitcoin Wallets mit jeweils etwa 50 BTC, deren Entschlüsselung selbst unter optimistischen Szenarien Jahrtausende dauern würde. Moderne Formate wie P2PKH und P2SH verbergen Public Keys hinter Hashes und bleiben sicher, solange die Coins nicht ausgegeben werden.
Kurzfristige Angriffe auf Transaktionen im Mempool erfordern Berechnungen unter 10 Minuten – unrealistisch selbst in Jahrzehnten. Langfristige Angriffe mit jahrelangen Rechenzeiten könnten in etwa einem Jahrzehnt machbar werden, doch der Bericht sieht keine unmittelbare Krise.
Auch das PoW-Mining stellt ein Hintdernis dar. Quantencomputer wären für Mining unwirtschaftlich gegenüber ASICs. Kryptowährungen wie Bitcoin Hyper verfolgen da einen anderen Ansatz und sind aufgrund ihrer Struktur bereits quantenresistent, indem sie auf PoS setzen.
Migrationsmöglichkeiten und Empfehlungen
Bitcoin verfügt über ausreichend Zeit für Anpassungen via Soft Forks, um post-quantum-resistente Signaturen einzuführen, basierend auf bestehenden Schnorr-Upgrades. Der Bericht warnt vor überstürzten Protokolländerungen, die neue Schwachstellen schaffen könnten.
Aggressive Maßnahmen wie das Verbrennen angreifbarer Coins oder erzwungene Migrationen bergen Risiken für Dezentralisierung und Neutralität. Stattdessen wird der freiwillige Transfer der Bestände auf moderne Wallets empfohlen.
Die Quantenbedrohung stellt eine langfristige Ingenieursaufgabe dar, keine fundamentale Bedrohung für Bitcoins Eigenschaften als digitales Geld. Markteffekte bleiben begrenzt, da nur ein kleiner Bruchteil der Versorgung realistisch angreifbar ist.
Für die Bitcoin Prognose dürften Quantencomputer langfristig keine Gefahr darstellen. Institutionelle Investoren sollten Bitcoin weiterhin anhand der Kernmerkmale bewerten.
Zuletzt aktualisiert am 9. Februar 2026




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