Ethereum-Funding-Rates haben in den letzten Tagen extreme negative Werte erreicht. Auf Binance wurde ein Wert von -0.028 % verzeichnet, während der aggregierte Funding-Rate über alle großen Kryptobörsen hinweg auf -0.078 % gesunken ist. Diese negativen Raten signalisieren, dass Short-Positionen Long-Positionen bezahlen müssen, um offen zu bleiben.
Vergleich zum FTX-Crash
Der Perpetual-Preis von Ethereum liegt dadurch unter dem Spot-Preis, was auf starken Verkaufsdruck hinweist. Diese Entwicklung entstand inmitten eines breiten Marktrückgangs, ausgelöst durch geopolitische Spannungen zwischen den USA und dem Iran, die zu einer Risikoaversion in globalen Märkten führten.
Der Rückgang der Funding-Rates spiegelt ein übermäßiges bärisches Sentiment in den Perpetual-Märkten wider. Insgesamt hat der Krypto-Markt in drei Tagen mehr als 470 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung verloren, wobei allein in einer Sitzung fast 300 Milliarden US-Dollar vernichtet wurden.
Diese Dynamik hat zu massiven Liquidationen geführt, mit über 2,5 Milliarden US-Dollar an Positionen in Krypto-Derivaten, darunter etwa 1,1 Milliarden US-Dollar in Ethereum-Positionen.
🔴 ETH Funding Rates hit FTX-era extreme level.
The crypto market pushed further lower today, primarily driven by rising geopolitical tensions between the United States and Iran.
This renewed wave of risk aversion triggered another round of broad selloffs across risk assets, and… pic.twitter.com/UpmKIXTOch— Darkfost (@Darkfost_Coc) January 31, 2026
Die aktuellen Funding-Rates erinnern an die Extremwerte während des FTX-Zusammenbruchs Ende 2022. Damals kam es zu systemischer Panik, Kontrahentenrisiken und weitverbreiteten Zwangsliquidationen.
Ähnlich wie damals deuten die tief negativen Raten auf eine Phase der Marktdislokation hin, in der Leverage mit begrenzter Liquidität interagiert und Preisrückgänge verstärkt. Im FTX-Fall führte dies zu einem massiven Vertrauensverlust und langfristigen Marktrücksetzungen.
Heute wird der Rückgang jedoch primär durch externe Faktoren wie geopolitische Unsicherheiten getrieben, nicht durch interne Plattformprobleme. Dennoch besteht die Gefahr, dass anhaltender Druck zu einer Kaskade weiterer Liquidationen führt, die den Preis weiter drücken.
Historisch sind solche negativen Funding-Rates oft mit späten Phasen von Liquidationsereignissen zusammengefallen, auf die ein Bullrun folgte, sobald externe Stressfaktoren nachließen. Allerdings signalisieren sie keine automatische Marktbodenbildung, solange Liquidität eingeschränkt bleibt.
Marktentwicklungen und Liquidationen
Der Ethereum-Preis ist unter die Unterstützung bei 2.500 US-Dollar gefallen und notiert derzeit um 2.392 US-Dollar, mit einem Rückgang von 8,6 % in den letzten 24 Stunden und 18,28 % über sieben Tage.
Ein Flash-Crash brachte den Preis vorübergehend auf 2.200 US-Dollar, eine Zone, die im zweiten Quartal 2025 als Akkumulationsbereich diente. Die Liquidationen wurden hauptsächlich durch Zwangsverkäufe von Long-Positionen angetrieben, nicht durch diskretionäre Spot-Verkäufe.
$ETH lost its $2,500 support level and then had a flash crash.
Now, Ethereum is hovering above the $2,200 support zone which was the accumulation zone in Q2 2025.
If ETH loses this, a dump towards $1,700-$1,800 will happen.
And if ETH reclaims the $2,500 level, a 10%-15%… pic.twitter.com/ScuZ8nsbtG
— Ted (@TedPillows) February 1, 2026
Diese Entwicklung unterstreicht, dass Preisschäden in Krypto-Rückgängen oft durch Hebel und Liquiditätsengpässe verursacht werden, anstatt durch fundamentale Veränderungen. Der Markt durchläuft eine Reinigungsphase, in der überhebelte Positionen ausgeräumt werden. Geopolitische Risiken und begrenzte Liquidität dominieren weiterhin, was eine Stabilisierung erschwert.
Ausblick und Risiken
Sollte Ethereum die 2.200-US-Dollar-Marke verlieren, könnte ein weiterer Rückgang auf 1.700 bis 1.800 US-Dollar folgen. Eine Rückeroberung von 2.500 US-Dollar könnte hingegen eine Erleichterungsrally von 10 bis 15 % auslösen. Altcoins wie Maxi Doge könnten in solchen Fällen noch stärker performen.
Der Vergleich zum FTX-Crash mahnt zur Beobachtung systemischer Risiken, doch der aktuelle Kontext unterscheidet sich durch externe Trigger. Eine Normalisierung der Funding-Rates würde auf abnehmenden Druck hinweisen, doch bis dahin bleibt der Markt in einer Anpassungsphase gefangen.
Zuletzt aktualisiert am 1. Februar 2026




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