Japan plant die Zulassung erster Krypto-ETFs ab 2028 und eine Senkung der Krypto-Steuern auf 20 %. Diese Entwicklungen markieren einen strategischen Wandel in der Regulierungspolitik und zielen darauf ab, den Zugang zu digitalen Assets zu erleichtern.
Zulassung von Spot-Krypto-ETFs ab 2028
Die Financial Services Agency (FSA) beabsichtigt, Kryptowährungen als Basiswerte für börsengehandelte Fonds (ETFs) zuzulassen. Die ersten Produkte könnten bereits 2028 auf den Markt kommen, vorausgesetzt, die Tokyo Stock Exchange erteilt die Listungsgenehmigung.
Es handelt sich um Spot-ETFs, die direkt in Kryptowährungen wie Bitcoin investieren, ähnlich den in den USA und Hongkong seit 2024 zugelassenen Produkten. Dadurch entfällt für Anleger die Notwendigkeit, Wallets zu verwalten oder Kryptobörsen direkt zu nutzen.
Institutionen wie Nomura Holdings und SBI Holdings bereiten bereits entsprechende Produkte vor. SBI hat Interesse an einem Dual-Asset-ETF signalisiert, der Bitcoin und XRP kombiniert. Die FSA plant zusätzliche Schutzmaßnahmen für Investoren, um Risiken zu minimieren und die Akzeptanz zu fördern.
Hintergrund und regionale Konkurrenz
Der globale Erfolg von Spot-Bitcoin-ETFs in den USA (mit Milliarden an Zuflüssen) und die Einführung vergleichbarer Produkte in Hongkong haben den Druck auf Japan erhöht. Nachbarländer wie Südkorea arbeiten ebenfalls an ETF-Regulierungen. Die FSA reagiert mit einem schrittweisen Ansatz, der Investorenschutz priorisiert und gleichzeitig Innovation ermöglicht.
仮想通貨ETF、日本で28年にも解禁 資産運用の裾野広がるhttps://t.co/keX3gns5Zr
— 日本経済新聞 電子版(日経電子版) (@nikkei) January 25, 2026
Die Maßnahmen sollen das wachsende institutionelle Interesse an Kryptowährungen bedienen und den Retail-Markt stärken. Potenzielle Zuflüsse in japanische Krypto-ETFs werden auf bis zu 1 Billion Yen (ca. 6,4 Milliarden US-Dollar) geschätzt.
Steuerreform: Von bis zu 55 % auf 20 %
Derzeit unterliegen Gewinne aus Kryptowährungen in Japan einer progressiven Besteuerung, die bis zu 55 % erreichen kann. Eine geplante Gesetzesänderung sieht vor, Kryptowährungen unter das Financial Instruments and Exchange Act zu stellen und eine einheitliche Steuer von 20 % auf Kapitalgewinne einzuführen.
Dies würde die Krypto-Besteuerung an die von Aktien angleichen und Barrieren für Kleinanleger sowie institutionelle Investoren abbauen. Die entsprechende Gesetzesvorlage soll noch dieses Jahr dem Parlament vorgelegt werden. Die Reform gilt als entscheidend, um die Nachfrage nach regulierten Krypto-Produkten zu steigern und Japan im asiatischen Wettbewerb zu positionieren.
Die Kombination aus ETF-Zulassung und Steuersenkung könnte die Adoption in Japan signifikant beschleunigen. Bis 2028 bleibt jedoch Zeit für Anpassungen der Regulierung. Entwicklungen dieser Art unterstreichen den Trend zu einer Integration von Kryptowährungen in traditionelle Finanzmärkte.
Zuletzt aktualisiert am 26. Januar 2026




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