Eine neue Auswertung der Analysten von DeFiLlama zeigt deutlich: Trotz wachsender Nutzerzahlen, mehr Anwendungen und steigender technologischer Reife bleibt die Wertschöpfung im DeFi-Sektor stark konzentriert.
The State of DeFi report is here.
In collaboration with @defillama and @dlnews, this report provides a comprehensive, data-led read on DeFi in 2025 and the forces shaping its next chapter.
A cross-vertical perspective from the Llamacorp ecosystem.https://t.co/NuzaEf8OAL pic.twitter.com/u3Lie2QFjT
— DL Research (@dl_research) December 17, 2025
Auch 2025 fließt der Großteil der realen Einnahmen an eine vergleichsweise kleine Gruppe etablierter Protokolle. Der Markt wächst zwar in die Breite, doch beim Geldverdienen setzt sich weiterhin Qualität, Skalierbarkeit und ein belastbares Geschäftsmodell durch, so zeigt die Studie.
„Das Jahr 2025 markierte einen entscheidenden Wandel in der Art und Weise, wie Wert in der Kryptoökonomie generiert und erfasst wird. Die Einnahmen stiegen in fast allen wichtigen Sektoren, aber die Verteilung dieses Wachstums zeigte ein klares strukturelles Muster: Eine kleine Gruppe von Protokollen dominiert weiterhin die Gebührenerfassung, während eine neue Welle von Marktteilnehmern den Wettbewerb in wichtigen Branchen neu gestaltet.“
DeFi Prognose: Konzentration statt Gleichverteilung
Über das Gesamtjahr hinweg entfielen rund 60 Prozent aller DeFi-Gebühren auf die zehn umsatzstärksten Protokolle, die Top-20 vereinten sogar knapp 80 Prozent der Erlöse auf sich. Nutzer bevorzugen Plattformen mit hoher Liquidität, stabiler Ausführung und bewährten Strukturen. Diese Dynamik ist nicht neu, zeigt aber im Vergleich zu 2024 eine leichte Aufweichung: Neue Marktteilnehmer gewinnen langsam Anteile, ohne die Dominanz der Marktführer grundsätzlich zu brechen, so die Experten:
Besonders positiv entwickelte sich hier die Kategorie: Stablecoin-Emittenten. Tether allein vereinte rund 54 Prozent aller DeFi-Einnahmen auf sich, gefolgt von Circle mit etwa 18 Prozent.
Zusammengenommen stehen Stablecoins damit für rund drei Viertel der gesamten Wertschöpfung im DeFi-Sektor. Das unterstreicht die Rolle von Stablecoins als fundamentales Element der Infrastruktur, mit einem Geschäftsmodell, das stark skaliert und vergleichsweise geringe Grenzkosten aufweist.
Diese fünf DeFi-Projekte verdienen wirklich Geld
Abseits der Stablecoin-Giganten kristallisiert sich eine Gruppe von Protokollen heraus, die 2025 konstant hohe Umsätze generiert haben. Dazu zählen vor allem Pump.fun, Uniswap, Lido, Aave und Hyperliquid.
Diese Protokolle stehen exemplarisch für unterschiedliche, aber funktionierende Geschäftsmodelle: von tokenisierter Aufmerksamkeit über klassische DEX-Gebühren, Staking-Erträge, Kreditmargen bis hin zu Derivatehandel. Gemeinsam ist ihnen eine hohe Nutzung, klare Monetarisierung und technologische Reife. Auffällig: Gerade Perpetual-Exchanges wie Hyperliquid haben sich 2025 als eigenständige Ertragsmaschine etabliert und generieren inzwischen Umsätze, die mit einzelnen Stablecoin-Emittenten konkurrieren könnten.
„Nachdem sie aufgrund hoher Gebühren, Latenzzeiten und einer ungleichmäßigen Benutzererfahrung jahrelang hinter zentralisierten Börsen zurückgeblieben waren, erreichten On-Chain-Perps im Jahr 2025 endlich volle Wettbewerbsfähigkeit. Bemerkenswert ist, dass die Perps-Einnahmen weitgehend unabhängig von der Marktrichtung geworden sind, was bestätigt, dass sich On-Chain-Derivate von einem zyklischen Produkt zu einem strukturellen Finanzgrundelement entwickelt haben.
Hyperliquid führte diesen Wandel an, übernahm rasch den zuvor von Jupiter Perps gehaltenen Marktanteil und etablierte sich als Anker des Sektors.“
So wandelt sich der DeFi-Space
Auf Sektorebene waren also Perpetual-Derivate der stärkste Wachstumstreiber. Die monatlichen Einnahmen verdoppelten sich auf über 200 Millionen US-Dollar. Verbesserte Nutzererfahrung, geringere Latenzen und wettbewerbsfähige Gebühren haben On-Chain-Perps endgültig salonfähig gemacht. Gleichzeitig entstanden neue Einnahmequellen durch sogenannte Primary Issuance Rails, die Token-Emission, Distribution und Unterhaltung monetarisieren.

DEXs, Lending und Liquid Staking wuchsen ebenfalls, allerdings stärker marktabhängig und mit zunehmendem Wettbewerb. Besonders im Lending-Sektor verschiebt sich der Fokus hin zu kuratierten, institutionell geprägten Kreditmärkten. Andere Bereiche wie Bridges, Restaking oder Yield-Derivate bleiben hingegen erlösseitig begrenzt und zeigen bislang kein nachhaltiges Product-Market-Fit.
Die umsatzstärksten DeFi-Protokolle im Monat
Ein Blick auf die nach 30-Tage-Umsätzen sortierten Daten von DeFiLlama zeigt klar, wo im DeFi-Sektor aktuell tatsächlich Geld verdient wird. An der Spitze stehen erneut die Stablecoin-Emittenten. Tether dominiert das Ranking deutlich und erzielte in den vergangenen 30 Tagen Gebühren von rund 666,35 Millionen US-Dollar. Allein in den letzten 24 Stunden flossen etwa 16,43 Millionen US-Dollar, was die enorme Skalierbarkeit des Geschäftsmodells unterstreicht.

Auf Platz zwei folgt Circle mit 233,65 Millionen US-Dollar Monatsumsatz. Auch hier stammt der Großteil der Einnahmen aus der Verzinsung von US-Treasuries und cash-äquivalenten Sicherheiten. Zusammen vereinen die beiden Stablecoin-Anbieter damit weiterhin den größten Anteil der realen DeFi-Einnahmen auf sich.
Deutlich dahinter, aber als stärkster Vertreter klassischer On-Chain-Protokolle, rangiert Pump.fun. Die Plattform generierte im letzten Monat rund 70,55 Millionen US-Dollar an Gebühren. Knapp dahinter folgt der Perpetual-DEX Hyperliquid mit 62,3 Millionen US-Dollar, ein Beleg für die wachsende Bedeutung von On-Chain-Derivaten. Abgerundet wird die Top-5 durch Lido, das mit 61,75 Millionen US-Dollar Monatsumsatz zeigt, dass Liquid Staking trotz zunehmender Konkurrenz weiterhin ein tragfähiges Geschäftsmodell bleibt.
Zuletzt aktualisiert am 2. Januar 2026





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