Immer wieder bringen Anleger den Kryptomarkt vor allem mit Spekulation, Memecoins und kurzfristigen Hypes in Verbindung. Doch einer der ursprünglichsten und wichtigsten Anwendungsfälle von Bitcoin & Co. war von Beginn an ein ganz anderer: digitales Geld und ein neues Zahlungssystem. Bis heute hat sich diese Vision im Alltag jedoch nur begrenzt durchgesetzt, zumindest in der breiten Öffentlichkeit.
Im Supermarkt, im Online-Shop oder auf Reisen dominieren weiterhin Karte und Überweisung. Doch genau das könnte sich nun ändern. Denn eine neue Studie von PayPal zeigt eindrucksvoll, dass Krypto-Zahlungen in den USA auf dem Weg in den Massenmarkt sind. Diese Entwicklung wird getrieben von wachsender Nachfrage, besserer Infrastruktur und veränderten Erwartungen der Kunden.
Krypto-Zahlungen erobern den US-Handel
Eine neue Umfrage von PayPal und der National Cryptocurrency Association (NCA) zeigt, wie schnell Kryptowährungen im US-Handel vom Nischenthema zum Alltag werden.
Bereits 39 Protent aller US-Händler akzeptieren heute Krypto-Zahlungen an der Kasse. Sogar 84 Prozent der befragten Unternehmen glauben, dass Krypto-Zahlungen in den nächsten fünf Jahren zum Standard gehören werden. Der wichtigste Treiber ist dabei nicht Technologie, sondern Nachfrage: 88 Prozent der Händler berichten, dass Kunden aktiv nach Krypto-Zahlungen fragen, und 69 Prozent sagen, dass Kunden mindestens einmal pro Monat mit Krypto zahlen möchten.
New research alert! We teamed up with @PayPal and @HarrisPoll to learn how crypto payments are becoming part of everyday commerce 🛍️
We found nearly 4 in 10 U.S. merchants already accept crypto payments and 84% expect crypto to become a common payment method within 5 years.… pic.twitter.com/RkbleCDNCx
— National Cryptocurrency Association (@NatCryptoAssoc) January 27, 2026
Für viele Händler ist Krypto längst mehr als ein Experiment. 79 Prozent erwarten, durch Krypto neue Kunden zu gewinnen. Bei den Unternehmen, die Krypto bereits akzeptieren, machen diese Zahlungen im Schnitt 26 Prozent des Umsatzes aus. Zudem berichten 72 Prozent dieser Händler, dass ihre Krypto-Umsätze im letzten Jahr weiter gestiegen sind.
Besonders weit sind große Unternehmen: 50 Prozent der Firmen mit über 500 Mio. US-Dollar Umsatz akzeptieren bereits Krypto, gegenüber 34 Prozent bei kleinen und 32 Prozent bei mittelgroßen Unternehmen.

Auch die Gründe für die Akzeptanz sind klar. 45 Prozent nennen schnellere Transaktionen, 45 Prozent den Zugang zu neuen Kunden, 41 Prozent bessere Sicherheitsmerkmale und 40 Prozent mehr Privatsphäre für Kunden.
Getrieben wird die Nachfrage vor allem von jungen Zielgruppen. Denn 77 Prozent der Millennials und 73 Prozent der Gen Z zeigen starkes Interesse an Krypto-Zahlungen. Derweil sind Gen X (28 Prozent) und Babyboomer (4 Prozent) deutlich zurückhaltender.
Branchen wie Reisen und Hospitality (81 Prozent), digitale Güter, Gaming und Luxus (76 Prozent) sowie E-Commerce (69 Prozent) führen die Entwicklung an.
Ein Problem gibt es jedoch noch. Denn die letzte Hürde ist laut Studie die Benutzerfreundlichkeit. Sage und schreibe 90 Prozent der Händler würden Krypto akzeptieren, wenn es so einfach wäre wie Kartenzahlung.
Das Fazit: Die Infrastruktur wächst, die Nachfrage ist da, Krypto-Zahlungen stehen in den USA klar vor dem Durchbruch in den Massenmarkt.
Der Präsident der National Cryptocurrency Association Stu Alderoty äußerte sich dazu wie folgt:
„Diese Daten machen deutlich, dass nicht das Interesse an Kryptowährungen das Problem ist, sondern das Verständnis dafür. Zu viele Menschen sehen noch immer nicht, wie Kryptowährungen in ihren Alltag passen. Deshalb sind Partnerschaften mit vertrauenswürdigen Plattformen wie PayPal so wichtig. Wir arbeiten gemeinsam daran, die Wissenslücke zu schließen und zu zeigen, wie einfach, zugänglich und unkompliziert Kryptowährungen für Unternehmen und Verbraucher im Alltag sein können.“
Visa, Mastercard, Paypal & Co. sind bullisch für Krypto
Genau diese Entwicklung ist klar bullisch. Wenn TradFi-Giganten wie Visa, Mastercard und PayPal die Krypto-Adoption aktiv vorantreiben, geht es nicht mehr um Experimente, sondern um skalierbare Massenanwendung. Visa und Mastercard betreiben inzwischen jeweils über 130 Krypto-Programme. Visa wickelt dank früher Infrastruktur-Partnerschaften bereits über 90 Prozent des On-Chain-Kartenvolumens ab.
Die Brücke zwischen klassischem Zahlungsverkehr und Blockchain funktioniert bereits im großen Maßstab.
🔥 LATEST: Even though Visa and Mastercard each run 130+ crypto programs, Visa captures 90%+ of on-chain card volume thanks to early infrastructure partnerships. pic.twitter.com/RvHgHZewwX
— Cointelegraph (@Cointelegraph) January 26, 2026
Mit PayPal gibt es ein Schwergewicht, das nicht nur Krypto-Zahlungen integriert, sondern mit einem eigenen Stablecoin direkt Liquidität und Nutzbarkeit ins System bringt.
Für den Markt bedeutet das Folgendes: sinkende Eintrittshürden, mehr Vertrauen, mehr Nutzer und reale Nachfrage. Adoption wandert damit von der Nische in den Mainstream. Dass dies auch Händler so sehen, zeigt die neue Studie.
Zuletzt aktualisiert am 28. Januar 2026





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