Der jüngste Abverkauf am Kryptomarkt trifft vor allem auch Ethereum (ETH) – und damit auch börsennotierte “Treasury”-Strategien, die große Bestände halten. In den vergangenen Tagen rückten deshalb die Aussagen von Fundstrat-Gründer Tom Lee wieder stärker in den Fokus: Einerseits, weil er die Härte der Korrektur einordnet und mögliche Auslöser im Derivate- und ETF-Umfeld diskutiert, andererseits, weil sein Unternehmen BitMine (NYSE: BMNR) trotz fallender Kurse weiter ETH akkumuliert.
Die Spannung liegt dabei im Widerspruch zwischen Kursentwicklung und On-Chain-Aktivität, die zuletzt neue Rekordwerte erreichte. Was steckt dahinter und warum sieht Tom Lee eine gigantische Chance in seiner Ethereum Prognose?
Tom Lee erklärt Drawdowns, Derivate und “Leverage-Reset”
Lee versucht die aktuelle Marktphase zunächst zu entdramatisieren, indem er sie in Ethereums Historie einordnet: Seit 2018 habe ETH sieben Mal Drawdowns von mindestens 60% erlebt – praktisch “jedes Jahr” eine Phase, in der Panik dominiert, bevor sich der Markt wieder stabilisiert. Diese Perspektive ist kein Kursversprechen, aber ein Hinweis darauf, dass extreme Ausschläge bei ETH statistisch nicht ungewöhnlich sind.
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Ethereum and Bitcoin and crypto prices have fallen sharply in the past 10 days– $ETH down -40% and Bitcoin -30%
– crypto sentiment is reflexive
– so there is a lot of “rage quitting”
– and many pundits citing problematic structural and unfixablr reasons for the declineTo… pic.twitter.com/JOb1MMhBTP
— Thomas (Tom) Lee (not drummer) FSInsight.com (@fundstrat) February 6, 2026
Auffällig sei diesmal jedoch, dass sich die Preisbewegung “wie ein Krypto-Winter” anfühle, obwohl sich fundamentale Nutzungsdaten verbessert hätten. Genau diese Diskrepanz – steigende Aktivität bei fallenden Preisen – deutet Lee als Signal, dass kurzfristig eher Marktstruktur als Netzwerk-Nachfrage den Takt angibt.
Als möglichen Katalysator greift er eine These auf, die in den letzten 24–48 Stunden auf X viel zirkulierte: ungewöhnlich hohe Handelsaktivität bei Bitcoin-ETF-Optionen, speziell rund um BlackRocks IBIT. Parallel dazu wurde bekannt, dass Nasdaq/ISE eine Regeländerung zur Entfernung bzw. deutlichen Lockerung von Positions- und Ausübungslimits bei Optionen auf Bitcoin- und Ethereum-ETFs angestoßen hat; dazu existieren offizielle Dokumente bei SEC und Federal Register. Lee deutet an, dass solche Änderungen – kombiniert mit hohen Optionsprämien und Volumenspitzen – Preisbewegungen verstärken können, ohne dass sich die Fundamentaldaten im gleichen Tempo verändern.
BitMine als Ethereum-Treasury: Kaufen trotz Korrektur
Während Lee den Crash vor allem als marktgetriebenen Stress beschreibt, positioniert sich BitMine in seinen eigenen Updates als Unternehmen, das genau solche Phasen “aussitzen” könne. In der am 2. Februar veröffentlichten Holdings-Mitteilung nennt BitMine insgesamt 10,7 Mrd. US-Dollar an Krypto-Beständen und Investments (“moonshots”), darunter 4.285.125 ETH (damals mit 2.317 US-Dollar je ETH bewertet), zusätzlich 193 BTC sowie rund 586 Mio. US-Dollar Cash und – laut eigener Darstellung – keine Schulden.
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BitMine provided its latest holdings update for February 2nd, 2026:$10.7 billion in total crypto + "moonshots":
– 4,285,125 ETH at $2,317 (@coinbase)
– 193 Bitcoin (BTC)
– $200 million stake in Beast Industries @MrBeast
– $19 million stake in Eightco Holdings (NASDAQ:…— Bitmine (NYSE-BMNR) $ETH (@BitMNR) February 2, 2026
Zentral ist dabei der Staking-Teil: BitMine beziffert den Composite Ethereum Staking Rate (CESR) mit 2,81% und meldet per 1. Februar 2026 insgesamt 2.897.459 gestakte ETH – ein Zuwachs von 888.192 ETH innerhalb einer Woche. Damit ist nicht nur die absolute Größenordnung relevant, sondern auch die Botschaft: Ein erheblicher Teil des Bestands wird in ein Rendite-Setup überführt, statt als “totes” Treasury-Asset zu liegen.
Gleichzeitig verweist das Unternehmen auf den Aufbau eines “Made in America Validator Network” (MAVAN), das 2026 noch im ersten Quartal 2026 starten soll.
Bemerkenswert ist außerdem die Kaufserie: BitMine schreibt, man habe in der Vorwoche 41.788 ETH zugekauft, nach weiteren großen Wochenkäufen Ende Januar. In der eigenen Begründung klingt das wie eine klassische Bewertungsdiskussion: Lee argumentiert, ETH-Preise seien zuletzt von etwa 3.000 auf ~2.300 US-Dollar gefallen, während Metriken wie tägliche Transaktionen in Richtung Rekordwerte liefen. Die Block-Daten zeigen tatsächlich eine Phase stark steigender Ethereum-Transaktionen bis nahe 2,5 Mio. (7-Tage-Schnitt) im Januar.
Insoweit möchte Lee die Unterbewertung als gigantische Chance für Anleger bei Ethereum nutzen.
Zuletzt aktualisiert am 8. Februar 2026




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