Bitcoin notiert heute stabil über der Marke von 92.000 US-Dollar und zeigt damit eine fortgesetzte Konsolidierung. Für eine wirklich überzeugende Aufwärtsdynamik müsste der Kurs jedoch nachhaltig über 94.000 US-Dollar ausbrechen, was bislang noch nicht gelungen ist. Historisch profitiert der Bitcoin-Markt von einer steigenden Risikobereitschaft.
Genau eine solche Risk-on-Phase erwartet der Vermögensverwalter VanEck nun auch für das erste Quartal 2026. Dann könnte auch der Sprung in Richtung 100.000 US-Dollar und darüber hinaus schnell gelingen.
VanEck sieht Risk-on-Modus 2026
Die Investmentgesellschaft VanEck erwartet für das erste Quartal 2026 eine sogenannte „Risk-on“-Phase. Gemeint ist damit ein Marktumfeld, in dem Anleger wieder stärker bereit sind, in risikoreichere Anlageklassen zu investieren. Der Kern dieser Einschätzung liegt in einem Faktor, der den Märkten in den vergangenen Jahren oft gefehlt hat: bessere Planbarkeit.
Sowohl die fiskalpolitische als auch die geldpolitische Richtung erscheinen zum Jahreswechsel klarer, was Unsicherheit reduziert und Investitionsentscheidungen erleichtert.
Ein wichtiger Baustein dieser These ist die Entwicklung im Technologiesektor. Nach dem deutlichen Abverkauf von KI-Aktien Ende 2025 haben sich die Bewertungen spürbar normalisiert, während die strukturelle Nachfrage nach Rechenleistung, Chips und KI-Anwendungen weiter hoch bleibt. Damit hat sich das Chance-Risiko-Verhältnis aus Sicht von VanEck deutlich verbessert.
— VanEck (@vaneck_us) January 12, 2026
Auf der Makroseite sieht VanEck weniger Überraschungspotenzial. Die US-Defizite sinken relativ zur Wirtschaftsleistung, womit die langfristigen Zinsen stabilisiert werden könnten. Gleichzeitig deutet die Politik auf einen eher ruhigen geldpolitischen Kurs hin, ohne aggressive Zinsschritte. Auch das spricht für ein konstruktiveres Umfeld.
Zusätzlich rücken Anlageklassen wie Private Credit und Business Development Companies wieder in den Fokus, da die Korrektur 2025 attraktivere Bewertungen und Renditen geschaffen hat. Gold bleibt trotz hoher Kurse als monetärer Wertspeicher gefragt, während Indien als langfristige Wachstumsstory gilt.
Krypto sieht VanEck kurzfristig zwar gemischt, langfristig jedoch positiv. In Summe ergibt sich ein Umfeld, das wieder mehr Mut zu Risiko erlaubt. Dies könnt dann mittelfristig auch Bitcoin anschieben.
Bitcoin: Onchain-Daten zeigen Chance zur Akkumulation
Ein Blick auf die Onchain-Daten untermauert eine mögliche Chance zur Akkumulation bei Bitcoin, wohlwissend, dass es auch Risiken gibt.
Die von Glassnode dargestellte Sell-Side Risk Ratio liefert wichtige Hinweise auf das aktuelle Marktverhalten der Bitcoin-Investoren. Diese Kennzahl misst, wie viel Gewinn oder Verlust im Verhältnis zur gesamten realisierten Marktkapitalisierung tatsächlich realisiert wird. Aktuell liegt der Wert auf einem extrem niedrigen Niveau, das zuletzt im Oktober 2023 erreicht wurde. Das bedeutet: Viele Marktteilnehmer sind derzeit nicht bereit, zu verkaufen. Historisch deutet eine solche Phase auf eine Erschöpfung des Verkaufsdrucks hin. In der Vergangenheit folgten auf derart niedrige Werte häufig Phasen der Stabilisierung oder sogar neue Aufwärtsbewegungen.

Aktuell befindet sich Bitcoin damit in einer klassischen Konsolidierungs- und Akkumulationsphase. Der Markt läuft seitwärts, die Volatilität ist gering und der Verkaufsdruck weitgehend erschöpft.

Die Kennzahl „Seller Exhaustion Constant“ wurde ursprünglich von ARK Invest entwickelt und kombiniert zwei wichtige Faktoren: den Anteil des Angebots, der im Gewinn ist, und die 30-Tage-Volatilität des Bitcoin-Preises. Das Ziel ist es, Phasen zu identifizieren, in denen Verkaufsdruck weitgehend erschöpft ist. Niedrige Werte entstehen typischerweise, wenn die Volatilität gering ist und viele Marktteilnehmer Verluste halten. Genau solche Konstellationen gelten historisch als „Low-Risk-Böden“. Aktuell signalisiert diese Metrik den attraktivsten Bewertungsbereich seit über 2,5 Jahren.

Das Short-Term Holder Cost Basis Model von Glassnode zeigt derweil, zu welchen Durchschnittspreisen kurzfristige Marktteilnehmer ihre Bitcoin-Bestände gekauft haben. In den vergangenen Wochen oszillierte der Kurs zeitweise sogar am unteren Bewertungsband, das historisch oft mit überverkauften Phasen zusammenfällt. Aktuell bewegt sich der Preis wieder zwischen dem unteren und dem mittleren Band, was weiterhin auf eine eher günstige Bewertung hindeutet.
Eine vergleichbare Situation gab es im Frühjahr 2025, als Bitcoin noch bei rund 75.000 US-Dollar notierte. Kurz darauf folgte eine starke Rallye bis über 125.000 US-Dollar.
Bitcoin vor Neubewertung: Darauf kommt es an
Die aktuellen Onchain-Daten zeichnen insgesamt ein konstruktives Bild und deuten darauf hin, dass Bitcoin auf dem derzeitigen Kursniveau wieder attraktiver wird. Mehrere Metriken sprechen für eine Konsolidierungs- und Akkumulationsphase mit begrenztem Abwärtsrisiko. Sollte sich zusätzlich die von VanEck erwartete Risk-on-Stimmung im ersten Quartal 2026 durchsetzen, könnte die Marktstimmung schnell drehen. In einem solchen Umfeld ist es durchaus möglich, dass Bitcoin zügig in eine Neubewertung übergeht.

Aus rein charttechnischer Sicht steht Bitcoin aktuell an einem entscheidenden Punkt. Zunächst müsste ein klarer und nachhaltiger Ausbruch über die Marke von 94.000 US-Dollar gelingen, um neues Momentum zu bestätigen. Gelingt dieser Schritt, rückt der Bereich zwischen 100.000 und 102.000 US-Dollar als nächstes wichtiges Kursziel in den Fokus.
Aktuell zieht der Kurs bereits leicht an und notiert wieder über 93.000 US-Dollar. Ein erneuter Ausbruchsversuch steht bevor. Der MACD im 4-Stunden-Chart unterstützt dieses Szenario: Das Histogramm steigt und die Signallinien haben bullisch gekreuzt.
Sollte der technische Ausbruch gelingen, könnten wir eine spannende Ausgangslage für Bitcoin im Q1 2026 erhalten.
Zuletzt aktualisiert am 13. Januar 2026




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