
Island bleibt nach einem knappen Referendum außerhalb des europäischen MiCA-Regelwerks für Kryptowährungen. Am 30. August lehnten 52,8 Prozent der isländischen Wähler – 105.339 Stimmen – einen Vorschlag ab, der neue Gespräche über einen EU-Beitritt ermöglicht hätte. Damit bleibt der Status quo bestehen, und Island behält seine bisherige Position als Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR).
Island weist neue EU-Gespräche zurück – MiCA bleibt vorerst außen vor
Ein Sieg der Ja-Seite hätte isländischen Behörden erlaubt, die Verhandlungen über eine EU-Mitgliedschaft wieder aufzunehmen. Genau das lehnten die Wähler ab, wodurch Island seinen Status als EWR-Mitglied und Unterzeichnerstaat des Schengen-Abkommens beibehält. Als EWR-Staat, nicht als EU-Mitgliedstaat, fällt Island damit weiterhin nicht automatisch unter den Anwendungsbereich von MiCA.

Wie aus dem Quellartikel hervorgeht, wird Kryptowährungsaktivität in Island bislang vor allem über allgemeine Finanzgesetze reguliert – nicht über ein spezialisiertes Rahmenwerk. Ella Nummelin, Corporate Administrative Intern bei IBCCS TAX CY, ordnet die Lage so ein: Als EWR-Mitglied und nicht als EU-Mitgliedstaat unterliege Island nicht automatisch der MiCA, wobei erwartet werde, dass das Regelwerk künftig weitgehend in das EWR-Abkommen übernommen werde. Das würde Island näher an den breiteren europäischen Kryptoregulierungrahmen heranführen.
Die Tür zu MiCA ist damit nicht endgültig geschlossen, sondern könnte über eine spätere Anpassung des EWR-Abkommens geöffnet werden. Wer die Entwicklung der isländischen Kryptoregulierung beobachtet, sollte daher mögliche Aktualisierungen der EWR-Verpflichtungen im Blick behalten.
Warum Islands EWR-Status für MiCA entscheidend ist
Island hatte den Prozess in Richtung EU-Mitgliedschaft bereits 2009 begonnen. Laut der Quelle blieb dieser Prozess bis zum aktuellen Referendumsergebnis eingefroren, ohne dass es zu einem formellen Rückzug kam. Trotz dieser jahrelangen Stagnation blieb Island über EWR und Schengen eng mit anderen europäischen Staaten verbunden.

Diese Konstellation erklärt, warum das Nein zu neuen Beitrittsgesprächen keine unmittelbare Änderung der Kryptoregulierung bedeutet, aber auch keine dauerhafte Ausnahme von MiCA festschreibt. Für Island hängt eine mögliche Übernahme von MiCA von künftigen Anpassungen des EWR-Abkommens ab. Nummelin zufolge ist die mögliche Einbindung von MiCA in das EWR-Abkommen die zentrale Entwicklung, die zu beobachten sei; einen formellen Zeitplan gebe es bislang nicht.
Was bei der isländischen Kryptoregulierung zu beobachten ist
Der entscheidende Beobachtungspunkt bleibt die mögliche spätere Einbindung von MiCA in das EWR-Abkommen – ein Schritt ohne festen Zeitplan. Laut Nummelin sind Islands Kryptogesetze stabil geblieben, während sich andere europäische Jurisdiktionen bereits an MiCA angepasst haben.
Zuletzt aktualisiert am 31. August 2026




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