Rekord-Beschlagnahmung in Großbritannien: 61.000 BTC sichergestellt

Gebäude von Scotland Yard

Mit der Sicherstellung von rund 61.000 Bitcoin hat die britische Polizei die bislang größte Krypto-Beschlagnahmung des Landes durchgeführt. Der aktuelle Gegenwert liegt bei rund 7,3 Milliarden US-Dollar.

Die digitalen Vermögenswerte gehörten der chinesischen Staatsbürgerin Zhimin Qian, die zwischen 2014 und 2017 über 128.000 Anleger in China mit einem betrügerischen Schneeballsystem um ihre Ersparnisse brachte. Nach ihrer Flucht nach Großbritannien versuchte Qian, die Herkunft der illegal erworbenen Coins durch den Kauf von Luxusimmobilien zu verschleiern.

Die heute 47-Jährige war unter einem Decknamen eingereist und konnte sich mehrere Jahre lang der Strafverfolgung entziehen. Erst eine siebenjährige, international koordinierte Ermittlung führte zu ihrer Festnahme. Vor dem Southwark Crown Court in London gestand Qian nun den Besitz illegaler Vermögenswerte. Das Strafmaß steht derzeit noch aus. Eine ihrer Komplizinnen wurde bereits 2024 zu über sechs Jahren Haft verurteilt.

Bitcoin als Hebel zur Entschädigung der Opfer

Die Dimensionen des Falls sind nicht nur wegen der Summe gewaltig, sondern auch angesichts der Zahl der Betroffenen. Viele der Opfer sind ältere Menschen, aber auch Banken und Geschäftsleute. Trotz des immensen Schadens besteht nun Hoffnung auf finanzielle Wiedergutmachung.

Die beachtliche Kursentwicklung von Bitcoin in den vergangenen Jahren, die laut unserer Krypto-Prognosen noch weiter steigen könnte, könnte dafür sorgen, dass nahezu alle geschädigten Anleger ihr Kapital vollständig zurückerhalten. Laut dem Anwalt von Qian sei dies ein realistisches Szenario, das derzeit von den Behörden geprüft werde. Die rechtliche Lage darüber, was mit den verbleibenden Bitcoin geschehen soll, ist allerdings noch ungeklärt.

Gleichzeitig mehren sich in Großbritannien politische Stimmen, die eine nationale Krypto-Reserve fordern. Prominente Unterstützung kommt dabei von Nigel Farage, der die beschlagnahmten BTC als Grundstein für eine souveräne digitale Währungsreserve ins Spiel brachte.

Paradigmenwechsel bei Behörden

Die Sicherstellung des Bitcoin-Vermögens hat auch politische Tragweite. Mit dem Bestand an Bitcoin besitzt die britische Regierung nun eine erhebliche digitale Reserve, die auch im internationalen Vergleich beträchtlich ist.

Für Strafverfolgungsbehörden weltweit gilt der Fall als exemplarisch, da er zeigt, dass selbst komplexe und grenzüberschreitende Krypto-Delikte mit Geduld und internationaler Zusammenarbeit aufgeklärt werden können.

Will Lyne, Leiter der Einheit für Wirtschafts- und Cyberkriminalität bei Scotland Yard, sprach von einem der bedeutendsten Geldwäschefälle in der Geschichte des Vereinigten Königreichs. Die Ermittlungen seien langwierig und technisch anspruchsvoll gewesen. Dennoch habe sich der Einsatz für die Justiz wie auch für die Opfer gelohnt.

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