Die südkoreanischen Zollbehörden haben einen umfangreichen illegalen Geldwäschering zerschlagen, der über Kryptowährungen rund 113 Millionen US-Dollar transferierte. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen bei der Regulierung grenzüberschreitender Krypto-Transaktionen.
Methoden der Geldwäsche
Am 19. Januar 2026 gab der Korea Customs Service (KCS) die Zerschlagung des Rings bekannt. Die Behörden konnten drei chinesische Staatsangehörige im Alter von etwa 30 Jahren identifizieren und an die Staatsanwaltschaft überstellen.
Die Operation lief über mehr als vier Jahre, von September 2021 bis 2025, wie die Korea Times berichtet. Insgesamt sollen die Kriminellen illegale Transaktionen im Wert von etwa 148,9 Milliarden Won (umgerechnet rund 101,7 bis 113 Millionen US-Dollar) abgewickelt haben.
Der Ring nutzte eine Kombination aus Kryptowährungen und traditionellen Bankkonten. Kryptowährungen wurden zunächst in mehreren ausländischen Kryptobörsen erworben und anschließend auf südkoreanische Wallets transferiert.
South Korea has dismantled a large cross border crypto laundering network.
Authorities shut down an international ring that laundered $101.7M in cryptocurrency, routing funds through WeChat Pay, Alipay, and bank transfers disguised as tuition or medical expenses, according to… pic.twitter.com/LkTjEAi1bX
— Crypto Miners (@CryptoMiners_Co) January 19, 2026
Dort erfolgte die Umwandlung in Won, gefolgt von Auszahlungen über zahlreiche inländische Bankkonten. Techniken wie „Peeling Chains“ – die Aufteilung großer Summen in kleinere Beträge über multiple Wallets – dienten der Verschleierung.
Zahlungen von Kunden erfolgten häufig über chinesische Mobile-Apps wie WeChat Pay und Alipay, um Bankvorschriften zu umgehen. Solche Praktiken fallen unter den Begriff „Hwanchigi“, eine Form des illegalen Devisenhandels ohne offizielle Banküberweisungen.
Die getarnten Transaktionen dienten scheinbar legitimen Zwecken wie der Bezahlung von Schönheitsoperationen, Studiengebühren oder Handelswaren. Dadurch konnten hohe Gebühren vermieden und die Herkunft der Mittel verborgen werden.
Hintergrund und Behördenmaßnahmen
Der Fall reiht sich in eine Serie verstärkter Kontrollen in Südkorea ein. Im Jahr 2025 stieg die Zahl verdächtiger Transaktionsmeldungen im Krypto-Bereich auf über 36.000, doppelt so viele wie in Vorjahren.
Der KCS führte intensive Überprüfungen durch, darunter eine landesweite Inspektion illegaler Devisengeschäfte. Anfang Januar 2026 wurde zudem ein gouvernementales Response-Team gegen illegale Forex-Transaktionen gegründet, das mehrere Ministerien und Behörden umfasst.
Die Verdächtigen werden wegen Verstoßes gegen das Foreign Exchange Transactions Act belangt. Konkrete Beschlagnahmungen oder Kontosperrungen sind bislang nicht bekannt.
Südkorea und die regulatorischen Maßnahmen
Der Vorfall verdeutlicht die Lücken im südkoreanischen Regulierungsrahmen für Kryptowährungen. Die Financial Services Commission (FSC) hat bereits Maßnahmen wie die erweiterte Anwendung der Travel Rule angekündigt, die selbst bei Transfers unter 1 Million Won die Identifizierung von Absendern verlangt.
Nach einem Hack bei Upbit Ende 2025 wird zudem ein Gesetzentwurf diskutiert, der Krypto-Plattformen bankähnlichen Standards unterwerfen und hohe Strafen bei Sicherheitslücken vorsehen soll.
Südkorea verfolgt einen Ansatz, der zunächst auf Durchsetzung setzt, bevor vollständige Regulierungen greifen. Der Fall zeigt, wie Kryptowährungen weiterhin für grenzüberschreitende illegale Finanzströme genutzt werden und unterstreicht die Notwendigkeit engerer internationaler Kooperation.
Zuletzt aktualisiert am 19. Januar 2026




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