Die Hoffnungen der derzeit unruhigen Krypto-Branche ruhen auf dem US Clarity Act. Während das Weiße Haus signalisiert, dass die Verabschiedung bereits im Januar erfolgen könnte, dämpft Trader-Legende Peter Brandt die Erwartungen an mögliche Kursimpulse für Bitcoin. Der erfahrene Marktbeobachter sieht in der Gesetzgebung keinen Katalysator für neue Höchststände.
Weißes Haus optimistisch – Brandt skeptisch
David Sacks, Krypto- und KI-Beauftragter der US-Regierung, verkündete am Donnerstag optimistische Nachrichten: „Wir sind näher denn je an der Verabschiedung einer wegweisenden Gesetzgebung zur Krypto-Marktstruktur.“ Der Abschluss des Gesetzgebungsprozesses sei für Januar geplant.
We had a great call today with Chairmen @SenatorTimScott and @JohnBoozman who confirmed that a markup for Clarity is coming in January. Thanks to their leadership, as well as @RepFrenchHill and @CongressmanGT in the House, we are closer than ever to passing the landmark crypto…
— David Sacks (@davidsacks47) December 18, 2025
Peter Brandt reagierte zurückhaltend auf die Ankündigung. Gegenüber Cointelegraph erklärte er: „Ist das eine weltbewegende makroökonomische Entwicklung? Nein. Sicher notwendig, aber nichts, was den Wert neu definieren sollte.“ Die Regulierung eines Vermögenswertes sei grundsätzlich kein außergewöhnliches Ereignis, insbesondere bei einem Asset, dessen überzeugte Anhänger staatliche Eingriffe lange Zeit ablehnten.
Markt hat Clarity Act bereits eingepreist
Ähnlich nüchtern äußerte sich John Glover, Chief Investment Officer beim Krypto-Kreditgeber Ledn. Die potenzielle Verabschiedung des Clarity Act sei „bereits in den Markt eingepreist“, erklärte Glover. Am Tag der möglichen Beschlussfassung erwarte er keine signifikanten Preisbewegungen. Positive Auswirkungen auf den Kurs dürften sich erst mit zeitlicher Verzögerung zeigen.
Dennoch bewertete Glover die Gesetzgebung als wichtigen Schritt in Richtung breiter Akzeptanz: „Es ist ein weiterer Schritt zur breit gefächerten Anerkennung von Bitcoin und ETH als investierbare Vermögenswerte. Langfristig erwarte ich daher weiterhin eine aufwärts gerichtete Preisentwicklung.“
Brandt warnt vor Kursrutsch auf 60.000 Dollar
Trotz der regulatorischen Fortschritte vertritt Brandt eine bärische Markteinschätzung. Nach seiner Analyse befindet sich Bitcoin aktuell in einem Bärenmarkt. Die Charts deuteten darauf hin, dass die führende Kryptowährung bis zum dritten Quartal 2026 auf 60.000 Dollar fallen könnte. Dies entspräche einem Rückgang von 31 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs von rund 88.000 Dollar. Das Allzeithoch von 125.100 Dollar rückt damit vorerst in weite Ferne.
Der Clarity Act könnte laut Brandt jedoch dazu beitragen, seinen „Abwärtsbias moderat“ zu halten. Die klarere Regulierungsstruktur werte er grundsätzlich als positiv für die gesamte Krypto-Industrie.
Politischer Druck auf Gesetzgebungsprozess
Die Verabschiedung des Clarity Act beschäftigt auch kryptofreundliche Politiker. Am 9. Dezember kündigte die Republikanerin Cynthia Lummis weitere Schritte zur Förderung des Gesetzentwurfs an. Lummis gilt als eine der prominentesten Befürworterinnen einer klaren Regulierung digitaler Vermögenswerte im US-Kongress.
Die Senatorin räumte ein, dass die Krypto-Industrie „ein wenig besorgt“ über den Fortschritt der Gesetzgebung gewesen sei. Während der parteiübergreifenden Verhandlungen hätten sich die Entwürfe „alle paar Tage so stark verändert“, dass Unsicherheit entstanden sei.
Der Clarity Act soll unter anderem die Zuständigkeiten der US-Aufsichtsbehörden klarer abgrenzen und rechtliche Grauzonen für Krypto-Unternehmen beseitigen. Für die Branche wäre dies ein bedeutender Schritt, auch wenn die kurzfristigen Kurseffekte überschaubar bleiben dürften.
Parallel dazu verlagert sich ein Teil des Interesses zunehmend auf alternative Projekte. Ein Beispiel ist Bitcoin Hyper, das mit einem stärker transaktionsorientierten Ansatz und hoher Skalierbarkeit wirbt.
Während Bitcoin vor allem als Wertaufbewahrungsmittel diskutiert wird, setzen solche Konzepte auf Geschwindigkeit, niedrige Gebühren und neue Anwendungsfälle im Alltag.
In einem Umfeld, in dem regulatorische Klarheit kaum unmittelbare Preisimpulse liefert, suchen Anleger verstärkt nach Narrativen jenseits der etablierten Leitwährung. Genau dort könnten spezialisierte Projekte profitieren, unabhängig davon, ob Bitcoin kurzfristig konsolidiert oder korrigiert.
Zuletzt aktualisiert am 20. Dezember 2025




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