Mit klaren Worten hat US-Präsident Donald Trump beim America Business Forum in Miami seine Vision einer krypto-orientierten Zukunft der Vereinigten Staaten skizziert. Im Zentrum seiner Rede stand die strategische Neuausrichtung auf digitale Währungen als geopolitische Antwort auf den technologischen Vormarsch Chinas. Nicht mehr Öl oder Waffen seien entscheidend, sondern die Kontrolle über die Finanzsysteme der Zukunft. „Wenn wir es nicht richtig machen, dann macht es China“, warnte Trump eindringlich.
Die Vereinigten Staaten müssten sich zur „Bitcoin-Supermacht“ entwickeln und zur „Krypto-Hauptstadt der Welt“ avancieren. Mit dieser Haltung vollzieht Trump einen Bruch mit der eher restriktiven Politik seines Vorgängers Joe Biden und positioniert sich gegen die Idee einer staatlich kontrollierten Digitalwährung. Eine US-Zentralbankwährung werde es mit ihm nicht geben. Stattdessen solle der Markt für Bitcoin, Stablecoins und andere digitale Assets durch private Innovation und klare Rahmenbedingungen florieren.
Trumps digitale Goldreserven
Seit seinem Amtsantritt hat Trump eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt, die die neue Krypto-Strategie bestärken. Im März 2025 rief seine Regierung die sogenannte Strategic Bitcoin Reserve ins Leben, gespeist durch beschlagnahmte Bitcoin-Bestände. Diese machen die USA inzwischen zum Staat mit den weltweit meisten offiziell gehaltenen BTC. Laut BitcoinTreasuries hält das Land über 326.000 Bitcoin im Gegenwert von rund 33,7 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: China hält etwa 190.000 BTC.
Begleitet wurde dieser Schritt durch weitere politische Initiativen wie dem im Juli verabschiedeten GENIUS Act. Dieser hat regulatorische Klarheit und im selben Zuge einen Innovationsschub ausgelöst: Institutionen wie JPMorgan und Citigroup prüfen laut Trump bereits eigene Stablecoin-Projekte.
Thank you Chairman @JohnBoozman & Senator @CoryBooker @SenBooker for a constructive discussion today about the crypto market structure legislation before Senate Ag Committee. I am encouraged by the great progress so far, and look forward to a bipartisan draft in the near future.
— David Sacks (@davidsacks47) November 6, 2025
Trump: Bitcoin stützt den Dollar
Trump betonte in seiner Rede mehrfach die Rolle von Kryptowährungen als Stütze für das bestehende Währungssystem. Digitale Assets wie Bitcoin und Stablecoins könnten demnach etwa während geopolitischer Krisen Druck vom US-Dollar nehmen. Diese Argumentation stellt eine bemerkenswerte Kehrtwende dar: Während Kritiker in der Vergangenheit vor einer Konkurrenz zwischen Dollar und Krypto warnten, präsentiert Trumps Team digitale Währungen nun als komplementäres Instrument zur Stärkung der wirtschaftlichen Führungsrolle Amerikas.
Auch die Abgrenzung zur Biden-Administration wurde nicht gescheut. Trumps Vorwurf: Unter Biden sei das Krypto-Ökosystem regelrecht unter Beschuss geraten, vor allem durch die aggressive Regulierungsstrategie des damaligen SEC-Chefs Gary Gensler. Dessen Nachfolger, der als kryptoaffin geltende Paul Atkins, symbolisiert den Kurswechsel unter Trump.
Innovationsmotor für die US-Wirtschaft
Trump verknüpft seine krypto-politische Offensive eng mit dem Versprechen von wirtschaftlicher Stärke. Die Kryptoindustrie schaffe neue Arbeitsplätze, ziehe Kapital an und sei technologisch eng mit anderen Schlüsselbereichen wie Künstlicher Intelligenz verbunden. Deshalb müsse die USA auch bei der KI „unangefochtener Anführer“ sein. Aus seiner Sicht sei das ein „großes Ding“, das man weder China noch anderen Ländern überlassen dürfe.
Konkrete neue Gesetze oder regulatorische Schritte kündigte Trump in Miami zwar nicht an, doch die Tonlage war eindeutig: Wer in Zukunft die Spielregeln der digitalen Finanzwelt bestimmen wolle, müsse jetzt handeln. Die USA sollen den Takt angeben, nicht folgen.




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