Vietnam zerschlägt Krypto-Betrug mit Fake-Nasdaq-Plattform im Wert von 500.000 Dollar

Polizei in Vietnam zerschlägt Betrugsring mit gefälschter Nasdaq-Plattform

In Vietnam ist den Behörden ein Schlag gegen ein professionell organisiertes Krypto-Betrugsnetzwerk gelungen. Wie die Polizei am Wochenende bestätigte, wurden insgesamt sieben Verdächtige festgenommen. Die Gruppe soll eine gefälschte Handelsplattform betrieben haben, die sich optisch und in der Aufmachung an der US-Börse Nasdaq orientierte. Laut offiziellen Angaben beläuft sich der entstandene Schaden auf rund 532.800 US-Dollar, umgerechnet etwa 14 Milliarden vietnamesische Dong.

Täuschende Handelsplattform und organisierte Struktur

Ermittlungen zufolge agierte der Kern der Gruppe grenzüberschreitend, wobei der Ausgangspunkt offenbar in Kambodscha lag. Dort soll der mutmaßliche Haupttäter Nguyen Van Chung in der Grenzstadt Bavet eine Basis aufgebaut und mit einem chinesischen Staatsangehörigen namens A Long kooperiert haben. Mit deren Hilfe wurde laut Polizei eine angebliche Nasdaq-Investmentplattform ins Leben gerufen, die gezielt Anleger täuschte.

Die Täter warben vor allem über Messenger-Dienste wie Zalo und Telegram für ihre Plattform. Dabei kamen zahlreiche gefälschte Accounts zum Einsatz, um vermeintliche Handelserfolge zu simulieren. Auch falsche „Investmentexperten“ wurden genutzt, um das Vertrauen potenzieller Opfer zu gewinnen. Ermittler gehen davon aus, dass die Täter systematisch Rollen verteilt und eine komplexe Telekommunikationsstruktur aufgebaut hatten. Die erbeuteten Gelder wurden laut Polizei über mehrere vietnamesische Bankkonten geschleust und anschließend in Kryptowährungen umgewandelt, um ihre Herkunft zu verschleiern.

Ermittlungen ausgelöst durch Anzeigen von Geschädigten

Der Betrug flog auf, nachdem sich mehrere betroffene Anleger bei der Polizei meldeten. Den Anfang machte die Anzeige einer 36-jährigen Frau aus An Khe, einem Stadtteil von Da Nang. Sie gab an, auf der Fake-Plattform investiert zu haben, im Glauben, über Nasdaq in digitale Vermögenswerte zu investieren. Weitere Meldungen folgten zeitnah, von Menschen, denen suggeriert worden war, die Investitionen führten sicher zu hohen Renditen und könnten das Leben ihrer Familien substanziell verbessern.

Bei einer koordinierten Razzia der vietnamesischen Polizei konnten die Ermittler umfangreiches Beweismaterial sicherstellen. Dazu zählen unter anderem Laptops, Tablets, Mobiltelefone, USB-Sticks mit mutmaßlichen Betrugsskripten sowie Bargeld im Wert von rund 5,2 Milliarden Dong. Zusätzlich fanden die Beamten zahlreiche beschlagnahmte Goldringe, Dokumente wie Grundbuchauszüge, verschiedene Fremdwährungen sowie weitere elektronische Datenträger.

Polizei warnt vor unrealistischen Gewinnversprechen

Obwohl bereits fünf Personen, darunter Nguyen Van Chung, Nguyen Duc Loong, Ong Khac Ming, Vu Tri Huy und Cap Ba Nam Viet, in Haft genommen wurden, dauern die Ermittlungen weiter an. Alle Festgenommenen stammen laut Behördenangaben aus der Provinz Bac Ninh im Norden des Landes.

Die vietnamesische Polizei rät angesichts des Vorfalls zur erhöhten Wachsamkeit im Umgang mit Online-Investmentangeboten – insbesondere, wenn diese hohe Gewinne bei geringem Risiko versprechen. Plattformen ohne gültige Lizenz sowie verdächtige Anwendungen sollten nicht genutzt werden. Hinweise auf betrügerische Machenschaften sollten nach Möglichkeit unmittelbar den zuständigen Behörden gemeldet werden.

Der Fall unterstreicht einmal mehr die Herausforderungen, vor die sich Strafverfolgungsbehörden bei der Bekämpfung grenzüberschreitender Online-Betrugsdelikte im Krypto-Bereich gestellt sehen. Die vietnamesischen Ermittler betonten, der Schutz von Anlegern im digitalen Raum habe weiterhin hohe Priorität.

Zuletzt aktualisiert am 18. Januar 2026

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