
In den vergangenen Wochen hat sich die Stimmung am Kryptomarkt spürbar eingetrübt. Bitcoin verzeichnete allein in den letzten sieben Tagen ein Minus von rund zehn Prozent und hat in den vergangenen drei Monaten mehr als 20 Prozent an Wert eingebüßt. Vom Allzeithoch aus betrachtet summierte sich der Rückgang zeitweise sogar auf fast 40 Prozent. Nach gängiger Markdefinition befindet sich Bitcoin damit klar in einem Bärenmarkt.
Gleichzeitig stellt sich für viele Anleger nun die entscheidende Frage: Ist diese Phase bereits eine Chance, um auf vergünstigten Kursniveaus einzusteigen? Auffällig ist dabei ein bekanntes Muster. Bei neuen Höchstständen steigt die Nachfrage sprunghaft an, jeder möchte investiert sein. Fällt der Preis jedoch deutlich und bietet einen Rabatt, überwiegen Zurückhaltung und Unsicherheit, obwohl genau diese Phasen historisch oft langfristige Einstiegschancen boten.
DIfFERENCE BETWEEN Rich People and Poor People:
When Walmart has a SALE poor people rush in and buy, buy, buy.
Yet when the Financial Asset Market has a sale….a.k.a…..CRASH…
the poor sell and run….while the rich rush in….and buy, buy, buy.The gold, silver, and Bitcoin…
— Robert Kiyosaki (@theRealKiyosaki) February 1, 2026
Der Bestseller-Autor Robert Kiyosaki bringt genau das auf den Punkt. Während Rabatte im Alltag Kaufanreize schaffen, lösen fallende Preise an den Finanzmärkten oft Angst aus. Der Grund liegt in der Psychologie: Sinkende Kurse werden mit Verlust, Unsicherheit und negativen Schlagzeilen verknüpft. Viele Anleger handeln emotional statt rational und verwechseln Volatilität mit dauerhaftem Wertverlust. Wohlhabende Investoren hingegen betrachten Kursrückgänge als Chancen für knappe Vermögenswerte. Genau dieser Unterschied führt dazu, dass Chancen häufig dann ungenutzt bleiben, wenn sie objektiv am attraktivsten erscheinen.
Doch gibt es aktuell eine gute Chance, um sich günstig in Bitcoin zu positionieren?
Erstens: Bitcoin bei langfristigem Support – dreht der Kurs?
Zuletzt hat sich im Bitcoin-Chart eine klar abwärtsgerichtete Struktur etabliert. Der Versuch einer Stabilisierung innerhalb der vorherigen Range scheiterte, stattdessen erfolgte ein bärischer Ausbruch nach unten. Dennoch befindet sich Bitcoin nun langfristig an einem technisch äußerst spannenden Support-Bereich.
In dieser Kurszone lagen bereits die Hochs aus dem Jahr 2024, bevor im November der dynamische Ausbruch nach oben gelang. Zusätzlich fallen in dieses Niveau auch markante Tiefpunkte aus dem Frühjahr 2025. Damit treffen hier mehrere technisch relevante Referenzpunkte zusammen, was die Zone besonders bedeutend macht. Gleichzeitig signalisiert der Tageschart aktuell einen überverkauften Zustand, was zumindest eine kurzfristige Entlastung begünstigen kann. All das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass der Kurs von hier aus direkt nach oben dreht. Weitere Abgaben bleiben möglich. Dennoch verbessert sich auf diesem Niveau das Chance-Risiko-Verhältnis.

Zweitens: Bewertung für Bitcoin bleibt historisch günstig
Der bekannte Krypto-Analyst Michaël van de Poppe sieht trotz der aktuellen Korrektur weiterhin substanzielle Chancen für Bitcoin. Seine Einschätzung stützt sich auf mehrere makroökonomische und relative Bewertungsindikatoren, die historisch nahe an Zyklushochs deutlich anders aussahen.
As a reminder;
– The $BTC bull doesn't peak when ISM is <50.
– The previous $BTC bull peaked against Gold in times of heavy uncertainty.
– It's currently the lowest valuation of Bitcoin vs. Gold.Remember when the ISM broke upwards and we had a normal bull market?
Exactly,… pic.twitter.com/omhNVkTh7e
— Michaël van de Poppe (@CryptoMichNL) February 2, 2026
Ein zentraler Punkt ist der ISM-Index. Frühere Bitcoin-Bullenmärkte endeten nicht in Phasen, in denen der ISM unter 50 lag, sondern erst nach einer klaren wirtschaftlichen Beschleunigung. Zudem erreichten frühere Tops eine deutliche Überbewertung gegenüber Gold, meist in Zeiten hoher Unsicherheit. Aktuell zeigt sich jedoch das Gegenteil: Bitcoin ist gegenüber Gold so günstig bewertet wie seit Jahren nicht mehr. Van de Poppe zieht Parallelen zum Jahr 2016, als nach einem ISM-Ausbruch ein mehrjähriger Bullenmarkt folgte. Aus seiner Sicht deuten diese Faktoren darauf hin, dass der übergeordnete Zyklus noch nicht abgeschlossen ist.
Drittens: Langfristiger Angebotsrückgang bei Bitcoin
Die Metrik „Bitcoin Balance on Exchanges“ misst, wie viele Bitcoins sich aktuell auf zentralen Handelsplattformen befinden. Sie gilt als wichtiger Indikator für das potenziell verfügbare Verkaufsangebot. Ein sinkender Wert deutet darauf hin, dass Investoren ihre Coins von Börsen abziehen und langfristig halten oder in Cold Wallets sichern. Genau dieses Bild zeigt sich seit Monaten und Jahren sehr deutlich. Nach Daten von Glassnode befinden sich derzeit nur noch rund 15 Prozent aller existierenden Bitcoins auf Exchanges. Zwar kommt es kurzfristig immer wieder zu kleineren Anstiegen, etwa bei erhöhter Volatilität, doch der übergeordnete Trend ist klar abwärtsgerichtet.
Besonders bemerkenswert ist dabei, dass dieser Abfluss selbst bei hohen Kursniveaus anhält. Seit Ende 2024 bewegte sich Bitcoin häufig im sechsstelligen Bereich oder nahe der psychologisch wichtigen Marke von 100.000 US-Dollar. Dennoch sank der Börsenbestand weiter. Allein seit Dezember 2024, als erstmals 100.000 US-Dollar erreicht wurden, wurden über 0,5 Prozent aller Bitcoins zusätzlich von den Börsen abgezogen. Dies ist ein strukturell positives Signal. 
Das bedeutet jedoch nicht, dass der Bitcoin-Kurs kurzfristig automatisch wieder ansteigt oder gar explodiert. Dennoch signalisiert der anhaltende Abfluss langfristig eine gesunde Angebotsstruktur und zunehmende Überzeugung langfristiger Investoren.
Bitcoin bleibt damit langfristig aussichtsreich. Da Anleger den Tiefpunkt sowieso nicht erwischen, könnte man sich langsam mit BTC auseinandersetzen. Ob aktuelle Kurse dann die beste Chance in 2026 sind, lässt sich stets erst aus der Retrospektive beurteilen.
Zuletzt aktualisiert am 3. Februar 2026




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