Der Jahreswechsel 2025/2026 hat, obwohl es vermutlich viele gehofft haben, dem Kryptomarkt keine neue Dynamik gebracht. Bitcoin pendelt seit Wochen in derselben Kurszone, größere Ausbrüche bleiben aus.
Ganz anders die Lage bei Gold: Der Kurs des Edelmetalls steigt weiter und erreichte zuletzt ein neues Allzeithoch von knapp 4.900 US-Dollar.
Bitcoin notiert aktuell im Bereich von rund 89.000 bis 90.000 US-Dollar und bleibt damit unter dem Kurs von Januar 2025, der bei rund 104.000 US-Dollar lag. Zudem gelingt. Der Kryptoleitwährung nicht der große Befreiungsschlag und damit der Sprung über die psychologisch wichtige Marke von 100.000 US-Dollar.
Stattdessen dominiert eine zähe Seitwärtsbewegung, unterbrochen von kurzen, teils scharfen Korrekturen. Das Handelsvolumen liegt spürbar unter den Spitzenwerten aus der ETF-Euphorie 2024 und der Erwartungshaltung durch den Regierungswechsel in den USA aus dem Jahr 2025.
Gleichzeitig ist eine Veränderung sichtbar, die sich nicht sofort in Kurscharts ablesen lässt. Institutionelle Akteure reduzieren schrittweise Strategien, die lange als verlässliche Renditequelle galten.
Dazu zählt insbesondere der sogenannte Cash-and-Carry-Trade, bei dem Preisunterschiede zwischen Spotmarkt und Futures genutzt werden. Ende 2025 bewegte sich diese sogenannte Basis in vielen Marktphasen nur noch zwischen 4 und 6 Prozent, zeitweise sogar darunter.
Der ökonomische Anreiz ist damit deutlich geschrumpft, und mit ihm ein Teil jener Liquidität, die den Markt in früheren Zyklen zusätzlich befeuert hatte.
Gold auf Rekordkurs: Warum Sicherheit wieder teuer wird
Bitcoin verliert also an Dynamik und wird von Gold hustend in einer Staubwolke zurückgelassen. Zuletzt hat sich der Aufwärtstrend des Edelmetalls wieder einmal beschleunigt, wenn auch mit üblichen Schwankungen.
Ausschlaggebend sind vor allem geopolitische Risiken, die weiter steigende Staatsverschuldung vieler Länder und die Unsicherheit über den künftigen geldpolitischen Kurs. Schon kleinere Signale der Notenbanken reichen aus, um den ohnehin Nervösen Markt noch nervöser zu machen.
Auch mögliche Zinssenkungen ändern daran derzeit wenig. Auf kurze Euphorie, ausgelöst durch positive Nachrichten, folgten zuletzt bei Bitcoin rasch wieder Korrekturen.
Zentralbanken, insbesondere in Schwellenländern, haben ihre Goldbestände zuletzt deutlich ausgeweitet. Diese Käufer lassen sich von kurzfristigen Preisschwankungen kaum beeinflussen und nehmen durch ihre Käufe dauerhaft Gold vom Markt.
Bitcoin im Leerlauf: Wenn das Narrativ nicht mehr trägt
Noch vor wenigen Jahren galt Bitcoin als modernes Gegenstück zum Edelmetall. Knappheit, begrenzte Emission und Unabhängigkeit von staatlicher Geldpolitik sollten ihn zum „digitalen Gold“ machen.
Im aktuellen Umfeld zeigt sich jedoch, dass beide Anlageklassen fundamental unterschiedlich reagieren. Bitcoin bleibt stark abhängig von Liquidität, Risikoappetit und regulatorischen Rahmenbedingungen. Verschlechtern sich diese Faktoren, gerät der Kurs unter Druck oder stagniert.
Zudem hat sich das Verhalten institutioneller Investoren verändert. Nach dem Einstieg großer Vermögensverwalter und der Zulassung von Spot-ETFs wurde Bitcoin stärker in klassische Portfoliologiken integriert. Er wird heute weniger als langfristiger Wertspeicher betrachtet, sondern als taktisches Instrument mit hohem Risiko- und Renditeprofil.
Bitcoin hält sich zwar stabil, zieht aber kaum neue Investoren an. Ohne positive Wirtschaftssignale dürfte das so bleiben.
Gold-Bitcoin-Verhältnis kippt
Ein direkter Vergleich zeigt die Verschiebung deutlich: Für eine Feinunze Gold werden heute mehr Bitcoin benötigt als noch vor einem Jahr.
Hintergrund ist die unterschiedliche Kursentwicklung. Gold hat in den vergangenen Quartalen mehrfach neue Höchststände erreicht, während Bitcoin über weite Strecken in einer Seitwärtsbewegung festhing.
Ähnliche Phasen gab es auch in früheren Marktzyklen, allerdings ist der Abstand zwischen beiden Entwicklungen derzeit größer als in vielen Zeiträumen seit 2020.
Das spricht nicht grundsätzlich gegen Bitcoin, zeigt aber, dass beide Märkte unterschiedlich reagieren. Gold steigt vor allem in Phasen wenn die Investoren auf der Suche nach einem sicheren Hafen sind, Bitcoin dagegen profitiert in erster Linie von hoher Liquidität und risikofreudiger Stimmung.
Kapital zieht sich zurück: Risiko wird neu bewertet
Auch bei den großen Investoren ändert sich das Verhalten. Kredite sind teurer geworden, die Regeln strengerund einfache Gewinnstrategien aus der Vergangenheit funktionieren nicht mehr reibungslos. Dadurch lohnt sich riskantes Krypto-Trading für viele Fonds nicht mehr.
Einige große Anleger haben dementsprechend ihre Bitcoin-Positionen verkleinert oder Geld in andere Märkte umgeschichtet. Dazu gehört Gold – und andere Edelmetalle.
Bitcoin bleibt dagegen stark volatil. Für kurzfristige Wetten ist das kein großes Problem. Für Anleger, die ihr Geld möglichst sicher anlegen wollen, hingegen schon.
Diese Neubewertung spiegelt sich auch im Verhalten privater Anleger wider. Das Interesse am Thema Bitcoin kaufen ist weiterhin vorhanden, erreicht jedoch nicht mehr die Intensität der Boomjahre. Manche nutzen allerdings den fallenden Kurs, um Positionen (weiter) aufzubauen, Stichwort „Buy the Dip“.
Gold kaufen: Rückkehr eines alten Reflexes
Parallel dazu wächst die Nachfrage nach physischen Edelmetallen. Händler berichten von stabilen Umsätzen bei Barren und Münzen, börsengehandelte Goldfonds verzeichnen kontinuierliche Mittelzuflüsse.
Wer heute Gold kaufen möchte, verfolgt selten kurzfristige Gewinnabsichten. Im Vordergrund stehen Absicherung und Werterhalt. In unsicheren Zeiten ziehen viele Anleger ihr Geld aus riskanten Anlagen ab und parken es lieber in als sicher geltenden Werten wie Gold.
Zwei Assets, zwei Funktionen
Im Moment zeigt sich ziemlich deutlich: Bitcoin und Gold erfüllen nicht dieselbe Aufgabe.
Gold wird vor allem genutzt, um Geld zu sichern. Bitcoin ist dagegen eine riskante Anlage, bei der hohe Gewinne möglich sind – aber eben auch hohe Verluste.
Wenn viel Geld im Umlauf ist und Anleger bereit sind, Risiken einzugehen, kann Bitcoin stark steigen. In unsicheren Zeiten wie aktuell greifen viele lieber zu Gold.
Dass sich beide Märkte aktuell so unterschiedlich entwickeln, ist kein Zufall. Sicherheit ist für viele Anleger gerade wichtiger als möglichst hohe Rendite.
Zuletzt aktualisiert am 23. Januar 2026




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