
Sechs Bitcoin-Wallets, die zwischen 2011 und 2014 angelegt wurden und lange stilllagen, haben zwischen dem 16. und 26. August insgesamt 553,59 BTC bewegt. Das Volumen entsprach zum jeweiligen Zeitpunkt der Transaktionen rund 40,15 Millionen US-Dollar. Unklar bleibt, ob ein New Yorker Gerichtsverfahren, ein Sicherheitsanlass oder ein anderer Grund die Bewegungen ausgelöst hat.
Mehrere lange inaktive Wallets werden aktiv
Die Bitcoin-Blockchain macht Transfers sichtbar, erlaubt jedoch keine eindeutige Zuordnung der Personen hinter den Adressen. Die vorliegenden Bewegungsdaten zeigen, dass innerhalb eines kurzen Zeitfensters Coins aus sechs lange inaktiven Adressen in neue Zielstrukturen transferiert wurden.
Eine der Transaktionen startete am 16. August aus einer Adresse mit 8,54 BTC, die seit dem 13. Juni 2011 unberührt geblieben war. Zwei Tage später folgte der größte Einzelschritt: 212 BTC verließen eine Adresse, die seit dem 10. August 2012 geruht hatte. Auch die weiteren Fälle folgen dem Muster einer langen Inaktivität mit anschließendem abrupten Transfer.

Labels verweisen auf Verfahren in New York
Bei zwei der sechs bewegten Einheiten erscheint eine Kennzeichnung als Salomon Client Dusted, die in diesem Zusammenhang mit dem Pseudonym Noah Doe verbunden wird. Dabei geht es um eine Klage vor einem New Yorker Gericht. Der Kläger möchte 39.069 als inaktiv geltende Bitcoin-Adressen nach einem Lost-Property-Regelwerk als verlassene Vermögenswerte einordnen lassen.
Nach den Angaben im zugrunde liegenden Material wurden kleine Dust-Transaktionen mit einer On-Chain-Nachricht versendet, um betroffene Adressen zu markieren. Eine Default-Entscheidung soll zunächst ausgesetzt worden sein. Dass danach benannte Adressen wieder aktiver wurden, beschreibt einen zeitlichen Zusammenhang, belegt aber keinen eindeutigen Grund für die einzelnen Transfers.
Sicherheits- und Migrationsanlass als weitere Erklärung
Vier der sechs Fälle weisen in dieser Betrachtung keine direkte Verbindung zu den genannten Labels auf. Als mögliche weitere Erklärung nennt der Bericht den Zeitraum um eine Sicherheitslücke bei Coldcard-Hardware-Wallets, bei der es zu einem größeren Abfluss gekommen sein soll.
Wenn Nutzer befürchten, dass Geräte oder Firmwarestände kompromittiert sein könnten, können sie Bestände vorsorglich in neue Wallets übertragen. Aus den vorliegenden On-Chain-Daten lässt sich jedoch nicht ableiten, ob ein solcher Sicherheits- oder Migrationsanlass bei den vier übrigen Adressen tatsächlich ausschlaggebend war.

Zieladressen erlauben nur begrenzte Rückschlüsse
Bei den Zieladressen war nach den Angaben im Material mit einer Ausnahme keine direkte Verbindung zu einer Börse erkennbar. Eine Adresse ist als Boerse Stuttgart Digital markiert. Ein Transfer an einen Custody-Dienst kann mit Kontoanbindung, internen Freigaben oder späterem Handel zusammenhängen. Ein konkreter Verkauf lässt sich aus den Bewegungsdaten allein jedoch nicht sicher ableiten.
Fazit: Anlass der Transfers bleibt offen
Die sechs Reaktivierungen von Wallets aus den Jahren 2011 bis 2014 konzentrierten sich auf einen kurzen Zeitraum und umfassten 553,59 BTC. Zwei Fälle weisen einen Label-Bezug zu dem New Yorker Verfahren auf, während für die übrigen Adressen keine entsprechende direkte Verbindung genannt wird.
Damit bleiben sowohl ein möglicher Bezug zum Verfahren als auch ein Sicherheits- oder Migrationsanlass denkbar. Die pseudonyme Struktur der Bitcoin-Blockchain erlaubt auf Grundlage der sichtbaren Transfers keine abschließende Aussage über die Absicht der jeweiligen Wallet-Inhaber.
Zuletzt aktualisiert am 27. August 2026





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