Der Wochenauftakt verläuft im Kryptomarkt konstruktiv. Nach einer Phase erhöhter Unsicherheit stabilisieren sich viele Kryptos. Bitcoin verzeichnet innerhalb von 24 Stunden einen Zuwachs von etwa 1,5 Prozent und setzt damit die positive Bewegung vom Wochenende fort. Mit Kursen oberhalb von 88.500 US-Dollar bleibt der Wochenverlust zwar bestehen, fällt jedoch moderat aus. Von den Verlaufstiefs unter 80.000 US-Dollar konnte sich Bitcoin um mehr als 10 Prozent absetzen.
Deutlich schwächer präsentiert sich heute hingegen Zcash, das am Montag rund fünf Prozent einbüßt und auf Sieben-Tage-Sicht fast neun Prozent verliert. In der kurzfristigen Entwicklung zeigt sich damit ein klarer relativer Vorteil für Bitcoin. Doch dieser Eindruck täuscht:
Zcash vs. Bitcoin: Gesunde Abkühlung nach starker Rallye
Die aktuelle Schwächephase bei Zcash spiegelt nämlich in erster Linie eine technische Verschnaufpause wider. Nach der extrem starken Entwicklung der vergangenen Wochen überrascht eine Korrektur kaum.

Blickt man auf längere Zeiträume, verschiebt sich das Bild deutlich: In den letzten 30 Tagen hat sich Zcash mehr als verdoppelt und rund 110 Prozent gewonnen, während Bitcoin etwa ein Fünftel eingebüßt hat. Über 90 Tage hinweg setzt sich dieser Trend fort – Zcash kommt auf beeindruckende 1.300 Prozent, Bitcoin hingegen auf ein Minus von etwa 20 Prozent. So entsteht in diesem Zeitraum eine klare relative Stärke zugunsten von ZEC.
Auch im direkten Verhältnis zwischen beiden Assets lässt sich diese Dynamik klar ablesen. Das Handelspaar ZEC/BTC hat im Wochenchart zuletzt das höchste Niveau seit 2020 erreicht. Dies ist ein deutlicher Hinweis darauf, wie stark Zcash in den vergangenen Monaten gegenüber Bitcoin performt hat. Vor diesem Hintergrund wirkt die aktuelle Korrektur nach einer außergewöhnlichen Rallye gesund. Zusätzlich signalisiert der RSI auf Wochenbasis einen ausgeprägten überkauften Zustand. Solche Phasen führen statistisch häufig zu technischen Korrekturen, die den übergeordneten Trend keineswegs infrage stellen.

Im Tageschart wirkt Zcash nach der jüngsten Korrektur deutlich ausgeglichener. Der RSI befindet sich nicht mehr im überkauften Bereich, was die vorangegangene Abkühlung bestätigt. Nach dem Sprung auf etwa 750 US-Dollar kam es zu einer kräftigen Gegenbewegung in Richtung 425 US-Dollar.
Die jüngsten Candlesticks vom Sonntag und Montag zeigen zunehmend Unentschlossenheit. Heute bildet sich eine Doji-Kerze aus, bei der Eröffnungs- und Schlusskurs nahezu identisch sind. Dies zeigt zunehmende Unsicherheit, Käufer und Verkäufer glichen sich heute beinahe aus. Trotz dieser Pause bleibt der Aufwärtstrend klar intakt. Selbst ein Rücksetzer bis auf 400 US-Dollar, dem 50er-Fibonacci-Retracement, würde das konstruktive Bild nicht infrage stellen.

Kritik an Zcash bleibt: Doch Narrativ & Mindshare überzeugen
Im Umfeld der deutlichen Kursgewinne bleibt Zcash vor allem bei Bitcoin-Maxis umstritten. Aus dieser Gruppe kommt häufig der Vorwurf, ZEC sei strukturell riskanter, weniger transparent und anfälliger für starke Schwankungen. So werde das Projekt immer wieder von großen Marktteilnehmern dominiert, was zu abrupten Bewegungen führen könne. In sozialen Netzwerken wird diese Skepsis offen formuliert. So bezeichnete Rajat Soni Zcash jüngst als Projekt, bei dem Anleger Gefahr laufen, als „Exit-Liquidität“ zu dienen.
Scammers
This is why I will never buy Zcash
They need exit liquidity
Buy at your own risk
You might get dumped on the second you own it https://t.co/inAeoPWyGc pic.twitter.com/9OweOupvrn
— Rajat Soni, CFA (@Rajatsoni) November 16, 2025
Die jüngste Entwicklung zeigt dennoch, wie stark Narrative Kapitalströme im Kryptomarkt lenken. Unabhängig von Gerüchten und FUD wächst das Mindshare rund um Zcash derzeit spürbar. Die ungewöhnlich starke Outperformance der vergangenen Wochen hat Aufmerksamkeit erzeugt, und Aufmerksamkeit ist im Kryptomarkt oft wichtiger als technologische Feinheiten. Kapital bewegt sich dorthin, wo neue Narrative entstehen, wo Momentum sichtbar wird und wo Anleger eine Chance auf überdurchschnittliche Renditen vermuten.
🚨 VANECK: BITCOIN MAXIS ARE LOOKING AT ZCASH $ZEC.
VanEck CEO said quantum threats and traceability concerns have Bitcoin OGs exploring $ZEC for its much stronger privacy. pic.twitter.com/Uh4cogPokO
— Coin Bureau (@coinbureau) November 22, 2025
Zuletzt erhielt die Debatte zusätzliches Gewicht, nachdem selbst der CEO von VanEck – einem der weltweit bedeutendsten Vermögensverwalter im Digital-Asset-Segment – öffentlich auf strukturelle Schwachstellen von Bitcoin hingewiesen hat. Dabei standen vor allem mögliche Risiken durch künftige Quantencomputer sowie die vollständige Nachverfolgbarkeit von BTC-Transaktionen im Mittelpunkt.
Genau diese Punkte gelten seit Jahren als zentrale Angriffspunkte, gewinnen jedoch durch institutionelle Stimmen neue Relevanz. Besonders interessant ist, dass der CEO ausdrücklich erwähnte, dass einige Bitcoiner und größere Marktteilnehmer sich deshalb verstärkt mit Zcash beschäftigen. Damit sind die aktuellen Narrative nicht ausschließlich auf die Krypto-Community beschränkt, sondern erreichen bereits institutionelle Player.
Bei einer aktuellen Bewertung von rund 9,3 Milliarden US-Dollar von ZEC scheint ergo weiterhin Spielraum gegenüber Bitcoin vorhanden, wenn auch bei damit korrelierend höherem Risiko.
Zuletzt aktualisiert am 24. November 2025




Fragen und Antworten
Sie haben eine Frage? Unser Experten-Panel beantwortet gerne Ihre Fragen.