Der XRP-Kurs ist unter die psychologisch wichtige 2-Dollar-Marke gefallen und handelt aktuell bei 1,97 Dollar. Dies entspricht einem Minus von fast 16 Prozent innerhalb einer Woche.
Die Entwicklung ist besonders bitter, da sie zeitgleich mit dem Launch des Bitwise XRP ETF an der NYSE erfolgte. Statt neuer institutioneller Nachfrage löste die ETF-Euphorie massives Profit-Taking aus: Blockchain-Daten zeigen, dass Wale rund 200 Millionen XRP im Wert von fast 400 Millionen Dollar in nur 48 Stunden verkauften.
ETF-Euphorie verpufft – Wale dominieren
Der Launch von Bitwises XRP ETF sollte ein Meilenstein werden. Tatsächlich verzeichnete das Finanzinstrument am ersten Handelstag 22 Millionen Dollar Volumen. Beachtlich für ein Produkt, das eine Woche nach Canary Capitals XRPC auf den Markt kam. Ripple-CEO Brad Garlinghouse hatte noch vom „Pre-Thanksgiving-Ansturm“ gesprochen.
Doch die Realität sah anders aus: Canary Capitals XRPC schloss seine erste Woche mit 11,6 Millionen Dollar AUM ab, Bitwises XRP endete bei 9,4 Millionen Dollar. Bescheidene Zahlen im Vergleich zum Bitcoin-ETF-Debüt, das in einer Woche über 4 Milliarden Dollar anzog.
Die wirkliche Schlagzeile schrieben die Wale. Blockchain-Daten zeigen, dass große Holder rund 200 Millionen XRP in nur zwei Tagen verkauften. Die Marktkapitalisierung rutschte unter 120 Milliarden Dollar und damit auf das niedrigste Niveau seit Mai. Das tägliche Handelsvolumen explodierte auf über 9,6 Milliarden Dollar.
Derivate-Liquidationen verschärfen Absturz
An Futures-Börsen wie Binance und OKX drehten die Funding-Raten scharf ins Negative. Der Open Interest fiel innerhalb von 72 Stunden um 28 Prozent, während Liquidationen 300 Millionen Dollar überschritten. Insgesamt wurden über 2 Milliarden Dollar an Krypto-Positionen innerhalb von 24 Stunden liquidiert, wobei Bitcoin auf 83.200 Dollar und Ethereum auf 2.757 Dollar abstürzten.
Glassnode warnte: „Das 30-Tage-EMA der täglich realisierten Verluste ist auf etwa 75 Millionen Dollar pro Tag gestiegen“. Dieses Niveau wurde zuletzt im April erreicht. Nur noch 58,5 Prozent der zirkulierenden Token befinden sich im Gewinnbereich, runter von über 70 Prozent Anfang des Monats. Mehr als 41,5 Prozent der XRP-Anleger verzeichnen Verluste.
Megaphon-Formation droht mit 0,88 Dollar
Die Chart-Struktur hat sich entschieden bärisch gedreht. XRP rutschte unter sowohl seinen 50-Tage-Durchschnitt (2,06 Dollar) als auch den 200-Tage-Durchschnitt (2,21 Dollar) und bestätigte eine klassische Death-Cross-Formation.
Im Wochenchart hat XRP ein Megaphon-Muster gebildet, das auf eine tiefere Korrektur hindeutet. Das Muster wird bestätigt, sobald der Kurs die untere Trendlinie bei etwa 1,80 Dollar unterschreitet.
Makro-Kräfte und Fed-Politik belasten
Der Ausverkauf der vielversprechenden Kryptowährung fiel mit einer breiten Korrektur digitaler Assets zusammen. Die Federal Reserve signalisierte, dass weitere Zinssenkungen nicht unmittelbar bevorstehen. Erneute US-China-Zollspannungen unter der Trump-Administration entfachten Ängste vor globaler Wachstumsverlangsamung. Der S&P 500 verlor in der vergangenen Woche etwa 2 Billionen Dollar Marktkapitalisierung.
Über die breitere Krypto-ETF-Landschaft wurden Nettoabflüsse von 38 Millionen Dollar verzeichnet, angeführt von 3,79 Milliarden Dollar an Rücknahmen aus Bitcoin-Produkten.




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