Das DeFi-Protokoll CrossCurve ist Ziel eines Angriffs geworden, bei dem rund drei Millionen US-Dollar durch eine Schwachstelle in seinen Smart Contracts entwendet wurden. Der Vorfall betrifft mehrere Blockchain-Netzwerke und sorgt erneut für Diskussionen über die Sicherheit von Cross-Chain-Infrastrukturen innerhalb der Kryptoindustrie.
Schwachstelle erlaubt Manipulation von Cross-Chain-Nachrichten
Wie CrossCurve am Sonntagabend über den Kurznachrichtendienst X (ehemals Twitter) mitteilte, wurde eine kritische Sicherheitslücke in einem der Smart Contracts ausgenutzt. In der Folge konnten sich Angreifer Zugriff auf Token verschaffen, die über die Cross-Chain-Bridge des Protokolls verwaltet wurden. CrossCurve rief seine Nutzer dazu auf, sämtliche Interaktionen vorerst auszusetzen, während das Team die Ursache untersucht.
Laut Informationen des Blockchain-Sicherheitsunternehmens Decurity, die über das Monitoring-Konto „Defimon Alerts“ auf X bekannt gemacht wurden, fehlte dem betroffenen Smart Contract eine ordnungsgemäße Verifizierung eingehender Cross-Chain-Nachrichten. Dadurch war es möglich, sogenannte „Spoofing“-Angriffe durchzuführen – also gefälschte Nachrichten zu erstellen, die vom System als authentisch interpretiert wurden.
Im Detail nutzte der Angreifer eine Funktion namens „expressExecute“ im ReceiverAxelar-Vertrag. Diese erlaubte es, gefälschte Nachrichten zu akzeptieren und fälschlicherweise die Freigabe von Token im PortalV2-Vertrag auszulösen. Die Transaktionen mussten dabei nicht auf der ursprünglichen Chain durchgeführt worden sein, da das Protokoll keine vollständige Überprüfung implementiert hatte.
CrossCurve bestätigte bislang nicht, ob betroffene Nutzer entschädigt werden. In einem separaten Hinweis riet Curve Finance seinen Nutzern, ihre Delegationen zu CrossCurve-Pools zu überprüfen und ggf. Stimmrechte zu entziehen.
Maßnahmen zur Schadensbegrenzung: Bounty und rechtliche Schritte
Um die gestohlenen Mittel zumindest teilweise zurückzuerlangen, wendet sich CrossCurve mit einem Bounty-Angebot an potenzielle Angreifer. CEO Boris Povar veröffentlichte zehn Blockchain-Adressen, denen die entwendeten Token zugeordnet werden, und forderte die Rückgabe der Mittel. In seinem Beitrag betonte er, dass die Token „unrechtmäßig durch einen Smart-Contract-Fehler entnommen wurden“. Povar stellte zudem infrage, ob es sich überhaupt um eine vorsätzliche, bösartige Tat gehandelt habe.
Zur Rückgewinnung bietet CrossCurve eine Bounty von bis zu zehn Prozent des gestohlenen Betrags – allerdings nur, wenn die Gelder innerhalb von 72 Stunden zurückgeführt werden. Sollte innerhalb dieser Frist keine Reaktion erfolgen, kündigte Povar an, den Vorfall als kriminelle Handlung zu behandeln und mit Strafverfolgungsbehörden sowie anderen Akteuren der Branche zusammenzuarbeiten, um entsprechende Mittel zu blockieren und zivilrechtliche Schritte einzuleiten.
Solche sogenannten „White Hat“-Bounties sind in der Krypto-Welt keine Seltenheit. In einigen Fällen haben Angreifer gestohlene Mittel freiwillig zurückgegeben und dafür Belohnungen erhalten, in anderen Fällen jedoch blieben die Funds dauerhaft verschwunden.
Anhaltende Sicherheitsdefizite bei Cross-Chain-Bridges
Der Vorfall bei CrossCurve reiht sich ein in eine wachsende Liste von Sicherheitsproblemen bei Cross-Chain-Bridges – einer der komplexesten und gleichzeitig riskantesten Komponenten im DeFi-Bereich. Angriffe auf Protokolle wie Ronin Bridge, Wormhole oder Nomad haben bereits Schäden in dreistelliger Millionenhöhe verursacht. Auch in diesen Fällen waren fehlerhafte Mechanismen zur Nachrichtenverifizierung ein zentraler Schwachpunkt.
Trotz zunehmender Audits und der Einführung zusätzlicher Schutzmaßnahmen bleiben Cross-Chain-Bridges ein unsicherer Bereich. Die Kombination aus hoher technischer Komplexität und geringen Fehlertoleranzen kann dazu führen, dass selbst kleine Lücken zu erheblichen finanziellen Verlusten führen.
Experten aus Entwicklung, Regulierung und Investmentmanagement fordern daher verstärkt kohärente Maßnahmen zur Risikominimierung. Dazu zählen unter anderem einfachere Protokollarchitekturen, transparente Audit-Trails und Echtzeit-Monitoring-Tools. Der Vorfall bei CrossCurve zeigt jedoch, dass solche Ansätze bislang nicht ausreichen, um alle Schwachstellen zu eliminieren.
Kryptoanleger werden somit erneut daran erinnert, dass der Umgang mit Cross-Chain-Anwendungen mit erhöhtem Risiko verbunden ist – insbesondere dann, wenn Protokolle ohne unabhängige Sicherheitsaudits oder mit komplexen Drittanbieter-Verbindungen arbeiten.
Zuletzt aktualisiert am 2. Februar 2026




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